Nur noch ein Spital im Fricktal?

Fr, 30. Apr. 2021
Die Gemeinde Wittnau sieht im Bereich Gesundheitswesen auch Handlungsbedarf betreffend Konzentration des Spitalangebots im Fricktal. Foto: Archiv NFZ

Wittnau fordert von Fricktal Regio mehr Einsatz im Bereich Gesundheitswesen

In den Unterlagen zur Abgeordnetenversammlung von Fricktal Regio Planungsverband fällt ein Traktandum besonders auf. Es geht um den Antrag des Wittnauer Gemeinderates. So soll unter anderem eine Strategie bezüglich geografischer Konzentration des Fricktaler Spitalangebotes erarbeitet werden.

Susanne Hörth

«In der Langzeitpflege steigen die Kosten für die Gemeinden. In der Akutpflege gilt gleiches für den Kanton», sagt die Wittnauer Gemeinderätin Gertrud Häseli. Die steigenden Kosten wie auch andere Themen im Gesundheitswesen haben den Wittnauer Gemeinderat bewogen, beim Planungsverband Fricktal Regio die Erarbeitung von entsprechenden Strategien zu beantragen. Dabei geht es zum einen um eine verbesserte Koordination der Langzeitpflege (ambulant vor stationär), weiter auch um die Förderung einer besseren Zusammenarbeit zwischen Spitex und Pflegeheimen. Gefordert wird ebenfalls, dass unnötige Strukturen und Infrastrukturen verkauft oder umgenutzt werden. Damit wird auch das Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) mit den beiden Spitalstandorten Rheinfelden und Laufenburg angesprochen.

Bereits im Jahre 2018, als es um die Zukunft des Spitals Laufenburg ging, machte Grünen-Grossrätin Gertrud Häseli offen deutlich, dass sie keine Befürworterin dieses GZF-Standortes sei. Angesichts der steigenden Gesundheitskosten seien damals wie heute zwei Spitäler für eine überschaubare Region wie das Fricktal ein Luxus. Der Wittnauer Gemeinderat beantragt aktuell neben der geografischen Konzentration des Spitalangebotes im Fricktal, gleichzeitig auch die Konzentration der 24-Stunden-Notfallaufnahme an einem Standort. Gertrud Häseli weiss, dass spätestens bei der Budgetierung die unaufhaltsam nach oben weisenden Kosten im Gesundheitswesen wieder zu intensiven Diskussionen führen werden.

Ein grosses Anliegen ist dem Wittnauer Gemeinderat in seinem Antrag an den Planungsverband auch das Wohnen im Alter mit Betreuungsangeboten. Laut Gertrud Häseli gehe es um das gemeinsame Lösen von Mehrfachproblemen. Damit die ältere Generation auch bei zunehmenden Altersbeschwerden möglichst lange zuhause bleiben kann, seien gute Modelle zwingend nötig. Die Wittnauerin verweist hierbei auch auf das Projekt «Betreutes Wohnen zuhause». Auch hier sei ein gut funktionierendes Zusammenspiel aller involvierten Stellen eine Voraussetzung.

Reaktion von Fricktal Regio
«Grundsätzlich engagiert sich der Fricktal Regio Planungsverband dort, wo es sich um eine Aufgabe der Gemeinde handelt», hält der Repla-Vorstand in seiner Stellungnahme zum Wittnauer Antrag fest. Das treffe bei der Koordination der Langzeitpflege (ambulant vor stationär, Spitex und Pflegeheime) zu. Betreffend Spitalplanung verweist die Repla auf den dafür zuständigen Kanton Aargau. «Die Planung der Spitalstandorte ist Aufgabe des Gesundheitszentrums Fricktal. Ein regelmässiger Austausch zwischen dem Planungsverband und dem Gesundheitszentrum Fricktal findet statt», heisst es dazu.

Als Antwort auf die von Wittnau ebenfalls geforderte Strategieerarbeitung zur Gründung von Hausärztezentren wird darauf hingewiesen, dass das GZF bereits Ärztezentren geschaffen habe und auch künftig bei geeigneten Voraussetzungen Praxen schaffen möchte. Eine Konzentration der 24 Stunden-Notfallaufnahme in Rheinfelden würde für die Hausärzte im oberen Fricktal eine Mehrbelastung an den Wochenenden bedeuten, ist der Repla-Vorstand überzeugt. Bei «Wohnen im Alter» weist er auf private Investoren, Stiftungen oder Vereine hin, die solche Wohnungen in den Fricktaler Gemeinden bereits verwirklicht haben. Teilweise würden aber auch Betreuungsangebote durch die Fricktaler Pflegeheime angeboten. Der Planungsverband werde die ihm übertragene Aufgabe im Bereich Langzeitpflege weiterführen. Weitere Massnahmen/Strategien erachtet er als nicht notwendig. Der vom Vorstand gefasste Beschluss wird der Abgeordnetenversammlung vom 28. Mai in Möhlin unterbreitet.

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