Bäume für die Zukunft

Mo, 05. Apr. 2021
Der Förster zeigt den Kindern die Auswirkungen des Borkenkäfers. Foto: zVg

Schulmodul: Lehrpersonen verlegen den Unterricht nach draussen

Schulkinder aus Villigen setzen 150 junge Bäume auf dem Geissberg und ersetzen vom Borkenkäfer befallene Fichten. Die vom Jurapark Aargau organisierte Aktion ist eingebettet in ein reichhaltiges Bildungsangebot für Schülerinnen und Schüler. Die Kinder lernen im Wald vor ihrer Haustüre die Herausforderungen und Arbeiten der lokalen Akteure kennen und schätzen. Und setzen Bäume für ihre Zukunft.

Zerfressene Fichten-Borkenrinde und kahle Waldflächen – das Resultat heisser Sommer, die in den letzten Jahren Schäden im Wald angerichtet haben, zeigt sich auch in Beispen am Fusse des Geissberges zwischen Villigen, Hottwil und Mandach. Wegen der langanhaltenden Wärme und Trockenheit konnten sich die Borkenkäfer noch schneller vermehren und sich durch die Rinden fressen. Den Bäumen fehlten Kräfte und Reserven für einen grossen Widerstand, Folge davon ist grossflächiges Baumsterben. Damit sich die Käfer nicht explosiv verbreiten, sind Forstwarte und Förster laufend damit beschäftigt, befallene Bäume vorsorglich zu fällen und abzutransportieren. Der Klimawandel wird zur sichtbaren Tatsache in den Wäldern.

Anstatt ohnmächtig das Geschehen zu beobachten, entwickelten der Jurapark Aargau, der Revierförster Oliver Frey und die Primarschule Villigen eine aktive Strategie: die zukünftige Generation kann jetzt schon Weichen stellen und den Wald nachhaltig mitgestalten. So wurden im März 2021 im Rahmen des Schulmoduls unter Anweisung von Oliver Frey von knapp dreissig Schülerinnen und Schülern 150 Bäume gepflanzt. Geeignet sind dafür «klimaresistente» Arten wie Eichen, Linden, Lärchen, Föhren, Elsbeeren und Douglasien.

Regelmässig verlegen die Lehrpersonen Manuela Clivio, Barbara Wehrli und Vera Walde den Unterricht nach draussen und lehren dort Dinge, die so im Klassenzimmer nicht möglich sind. So lernten die Kinder der 2. Klasse im Februar den lokalen Jäger Thomas Graber kennen und waren Wochen später dabei, als ein Käferbaum gefällt wurde. Was mit den gefällten Fichten passiert, werden die Kinder in einer nächsten Exkursion sehen.

Anstoss und Koordination des Bildungsangebotes kommt vom Jurapark Aargau. Denise Parisi, Lehrperson und Naturpädagogin, ist seit dem letzten August zuständig für die Schulen im Park und vernetzt dabei Lehrpersonen mit den Akteuren im Dorf. (mgt)

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