«Gleichberechtigungs-Brücke» mit Holland

Mi, 14. Apr. 2021
«Es ist bereichernd, über den eigenen Tellerrand zu schauen und zu sehen, wie es in einem anderen Land läuft», erklärt Béa Bieber. Foto: Valentin Zumsteg

Frauen und die Auswirkungen von Corona

Zwölf Frauen aus dem Aargau und den Niederlanden diskutieren regelmässig über die Auswirkungen von Corona auf die Gleichberechtigung. Die Rheinfelder Grossrätin Béa Bieber hat den virtuellen Austausch ins Leben gerufen.

Valentin Zumsteg

«Die Corona-Pandemie hat sich extrem negativ auf den Fortschritt bei der Gleichberechtigung ausgewirkt. Das hat uns um Jahrzehnte zurückgeworfen», erklärt GLP-Grossrätin Béa Bieber. Frauen seien beispielsweise häufiger im Niedriglohnsektor tätig und spürten so die finanziellen Auswirkungen von Kurzarbeit stärker. Teilweise sei ein Anstieg der häuslichen Gewalt festzustellen. «Auch die Betreuung der Kinder beim Homeschooling während des Lockdowns blieb vermehrt an den Frauen hängen. Wir fallen wieder verstärkt in die alten Rollenmuster zurück», sagt Bieber.

«Über den eigenen Tellerrand blicken»
Um diese und andere Themen rund um die Gleichberechtigung und die Auswirkungen von Corona zu diskutieren, hat sie zusammen mit Cécile Masson, Fachfrau für Gleichberechtigung, und mit der niederländischen Regionalpolitikerin Anita Pijpelink einen virtuellen Informationsaustausch lanciert. Unter dem Titel «Gleichberechtigungs-Brücke» beteiligen sich je sechs Frauen aus dem Aargau und der niederländischen Provinz Zeeland an der Diskussion. «Mir ist die interdisziplinäre und parteiunabhängige Zusammensetzung sehr wichtig. Mit dabei sind beispielsweise eine junge Mutter, eine Lehrerin, Vertreterinnen aus Wirtschaft und Politik, eine Studentin sowie jemand vom Frauenhaus Aargau/Solothurn.»

Insgesamt fünf Diskussionsrunden sind bis im Mai geplant. «Die erste hat bereits stattgefunden. Wir gingen alle gestärkt daraus hervor. Es ist bereichernd, über den eigenen Tellerrand zu schauen und zu sehen, wie es in einem anderen Land läuft.»

Dass der Austausch mit niederländischen Frauen erfolgt, ist eher zufällig. Béa Bieber hatte Cécile Masson, die in Holland lebt, über ein früheres Projekt kennengelernt. «Es gibt viele Gemeinsamkeiten.» Unterstützt wird das Projekt von «FrauenAargau» und Swisslos.

«Es gibt noch viel zu tun»
Aus den Diskussionen soll schliesslich ein Schlussbericht entstehen, der die Erkenntnisse zu den verschiedenen Themen zusammenfasst. «Dieser könnte als Grundlage für politische Vorstösse dienen, denn in Sachen Gleichberechtigung gibt es noch viel zu tun. So hat der Aargau zum Beispiel immer noch keine Gleichberechtigungsstelle», sagt Bieber. Das ist etwas, dass sie gerne ändern würde.

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