Wenn aus Holz Kunst wird

Sa, 06. Mär. 2021
Bei schönem Wetter arbeitet er gerne draussen. Foto: Karin Pfister

Der 37-jährige Wölflinswiler hat auf seinen vielen Reisen rund um die Welt viele Ideen gesammelt, die er nun in seiner Werkstatt umsetzen will. Er möchte das Holzhandwerk auch mit Kunst verbinden.

Karin Pfister

Holz berührt Stefan Treier und mit Holz möchte er auch andere berühren. Nach über 20 Jahren als angestellter Schreiner hat sich Stefan Treier aus Wölflinswil Anfang dieses Jahres selbstständig gemacht.

«Ich bin gerne kreativ», sagt Stefan Treier. Seine Arbeiten sind Einzelstücke, speziell und individuell. Er verarbeite auch gerne alte Sachen. So hat er kürzlich aus gebrauchten Paletten einen Bürotisch gezimmert und aus über 100 Jahre alten Dachbalken hat er ein Bett gebaut.

Künftig möchte er sich noch vertiefter dem Thema Kunst widmen. Experimentieren tut er gerne. Momentan arbeitet er an einem Torso. «Im Kopf habe ich eine ganz klare Vorstellung, wie das Endprodukt aussehen soll.» Eine seiner Ideen sind dreidimensionale Bilder, in denen er die Holzkunstwerke wie diesen Torso aus geschnitztem Lindenholz mit anderen Materialien zu einem natürlichen Kunstwerk verarbeitet und das ganze Werk mit Lichtern beleuchtet. Er stehe noch am Anfang seiner Selbstständigkeit und will jetzt schauen, was im Bereich der Holzkunst möglich ist. So produziert er zurzeit zum Beispiel Bienenwachstuch-Halter, die ab Frühling online verkauft werden.

Mit dem selbst gemachten Surfbrett am Atlantik
Stefan Treier ist gerne unterwegs und hat von seinen Reisen aus der ganzen Welt Ideen heimgebracht, die er nun nach und nach umsetzen möchte. Während einigen seiner Auslandaufenthalte hat er auch als Schreiner gearbeitet, unter anderem in Namibia, in Kanada und in der Mongolei. «Das war sehr spannend und ich habe viel gesehen und gelernt. Am liebsten war ich immer weit weg von den Touristenströmen. Fernab der Zivilisation lernt man am meisten über die Menschen und die Kultur eines Landes.»

Auch im vergangenen Sommer war eine längere Reise geplant. Zusammen mit seiner Frau Romina, die als Oberstufenlehrerin in Rupperswil arbeitet, wollte Stefan Treier per ÖV bis in die Mongolei reisen. Corona bedingt wurde daraus eine Europareise im Kleinwagen und mit Zelt. Auf dem Dachträger immer mit dabei war das Surfbrett aus Holz, das Stefan Treier selber kreiert und aus einem speziell leichten Holz herausgehobelt hat. «Grundsätzlich verwende ich am liebsten einheimische Materialien, aber für ein Surfbrett zum Wellenreiten sind diese zu schwer», so Stefan Treier, der seit einer Südamerikareise vor einigen Jahren ein begeisterter Surfer ist. Das Brett hat den Praxistest im Atlantik bestanden. «Eine befreundete Surflehrerin hat es ebenfalls ausprobiert und war begeistert.» Das Surf brett trägt den Schriftzug «holzberührt.ch» und hat auch den zweiten Zweck – Werbung für sein Handwerk zu machen – erfüllt. «Ich wurde am Strand oft angesprochen.» Dank Instagram und Facebook kann Stefan Treier seine Ideen in die ganze Welt hinaustragen. «Ich lerne so auch immer wieder Menschen kennen, mit denen ich sonst nie in Kontakt gekommen wäre und durch die ich neue Impulse erhalte.»

Grosse und kleine Gegenstände
Seine Werkstatt befindet sich in seinem Elternhaus in Wölflinswil. Bei schönem Wetter kann er einen Teil des Arbeitstisches nach draussen rollen. Neben den grossen Sachen wie dem Surfbrett und Möbeln, fertigt er auch kleine Gegenstände. «Unsere Eheringe habe ich aus Wölflinswiler Kirschbaumholz und Horn selbst gemacht.»

«Holz ist ein vielseitiges Material; es gibt eine grosse Anzahl verschiedener Holzarten und man kann aus allen und allem etwas Schönes machen», erklärt Stefan Treier seine Faszination. Er freue sich nun auf alles, was komme; auf eigene Werke und auf spannende Aufträge von Kundinnen und Kunden.

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