Kyburz und die Fragezeichen

Di, 16. Mär. 2021
Auf der Suche nach OL-Alternativen: Matthias Kyburz beim Berglaufklassiker Sierre-Zinal im September 2020. Foto: zVg

Der Weltklasse-Orientierungsläufer hatte Corona. Jetzt will er hoch hinaus

In zwei Monaten möchte der Möhliner Matthias Kyburz an den OL-Europameisterschaften nach Medaillen greifen. Ob das gelingt, hängt auch davon ab, wie sich der mehrfache Gewinner des Gesamtweltcups von einer Corona-Infektion erholt.

Ronny Wittenwiler

Eine gute Orientierung ist in seinem Metier äusserst empfehlenswert. Dennoch weiss Matthias Kyburz derzeit nicht so genau, wo er steht. Immerhin, mit diesem Problem ist er nicht allein. Wenn im Mai die OL-Europameisterschaften stattfinden, wird es ein Gipfel der allerbesten Athleten sein, die eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gegeneinander angetreten sind. Wegen Corona f iel die internationale OL-Saison 2020 komplett ins Wasser und dieses Jahr herrscht bis zur EM die grosse Flaute.

«Nicht zu wissen, wo man steht im Vergleich zu den anderen, wird für alle eine neue Erfahrung sein», blickt Kyburz auf die Europameisterschaften und malt sich schon mal sein ganz persönliches Bild aus, wenn dann in Neuenburg die gesamte internationale Konkurrenz aufeinandertrifft und man einfach mal so von den Kollegen vor dem Start wissen will: Und, bisch zwäg?

Ausgebremst vom Virus
Es sind für alle dieselben Fragezeichen. Hinzu kommt für den Fricktaler Kyburz allerdings eine zusätzliche Unsicherheit. Das Coronavirus hat auch den 31-Jährigen erwischt, im Februar im Trainingslager mit dem Nationalkader in Südfrankreich. Zwar sei er «glimpflich davongekommen», sagt Kyburz, leicht erkältet habe er sich gefühlt und noch liege es nicht drin, im Training an die Leistungsgrenze zu gehen. Gerade erst vergangene Woche wieder aus der Isolation entlassen, halten die Ärzte den Spitzensportler an der kurzen Leine. Vorsicht sei geboten wegen der Lungenfunktion und der Herzmuskulatur. «Anfangs Dezember habe ich voll mit dem Training angefangen und bis vor drei Wochen habe ich mir noch sehr viel ausgerechnet», sagt Kyburz jetzt mit Blick auf die Europameisterschaft. Trotzdem ist mit Corona nicht gleich der gesamte Optimismus verflogen. Er bleibe nach wie vor zuversichtlich, dass er um die Medaillensätze werde mitlaufen könne. In einer oder zwei Wochen werde er wohl genau sagen können, wie viel Energie ihn Corona wirklich gekostet habe. Das gilt auch für weitere Athleten des Nationalkaders, die sich ebenfalls mit dem Virus während des Trainingslagers angesteckt haben.

Wie rasch alles gehen kann, zeigt sich gerade am Beispiel der Schweizer Orientierungsläufer. Statt eines gemeinsamen Zusammenzugs in einem Hotel teilten sich die Athleten während des Trainingslagers auf vier Unterkünfte auf und kochten auch selbst innerhalb dieser Kleingruppen. Trotz Schutzkonzept und negativer Tests zu Beginn kam es in zwei von vier Unterkünften zu Corona-Fällen.

Kyburz, der Sprinter
Die OL-Titelkämpfe in Neuenburg vom 13. bis 16. Mai werden ohne Zuschauer stattfinden. Ausgetragen werden dabei Sprintrennen – just jene Disziplin, in denen Kyburz in seiner Karriere sehr erfolgreich auf Medaillenjagd ging. Trotz einiger aktueller Fragezeichen rund um Kyburz erinnert man sich durchaus auch zurück an all die vielen Ausrufezeichen, die er in seiner Kar riere schon zu setzen vermochte.

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