Der «Stadtmensch» fühlt sich wohl in Zuzgen

Mi, 24. Mär. 2021
Rico Labhardt hat sich in Zuzgen richtig gut integriert. Foto: Hans Zemp

Seit nun zwanzig Jahren lebt Rico Labhardt mit seiner Familie in Zuzgen. Das Leben auf dem Land gefällt dem «Städter» aus verschiedenen Gründen sehr gut. Zusammen mit seiner Familie bringt er sich ins Dorfleben ein.

Hans Zemp

Rico Labhardt ist ausgebildeter Programmierer in einem KMU und arbeitet in Basel in der Schnittstellenprogrammierung für Kunden in der ganzen Welt. Der Auslandanteil seiner Arbeit betrage rund 80 Prozent. Dies vorwiegend in Europa, aber auch auf andern Kontinenten. Seine Einsatzgebiete seien etwa Deutschland, Holland, England, Österreich, Frankreich aber auch Kanada und andere. Seit 1991 hält er seiner Firma nun schon die Treue. Dass im Informatikbereich vieles im Fluss ist, zeigt der Umstand, dass der Betrieb in der Zeit, seit er dort arbeitet, bereits neun Mal den Namen gewechselt hat. Handänderungen waren meist der Grund.

Ihm passt die Flexibilität bei seiner Arbeit. Er kann diese selber einteilen und den Arbeitsort hat er oft dort, wo er eben passt. Seine vielseitige Tätigkeit und der Kundenkontakt sind für ihn spannend. Vor allem im direkten Gespräch mit den Kunden könne grosses Vertrauen aufgebaut werden und der Umgang miteinander werde vereinfacht. Aber auch im Betrieb pf lege man einen Umgang miteinander, wie er in vielen Familien anzutreffen ist. Das mühsamste sei für ihn der Weg nach Basel bei den konstant verstopften Strassen, meint er. Da müsse man halt am Morgen sehr früh von zu Hause weg, wolle man dem ausweichen.

Corona hat auch seinen Einfluss
Auch für Rico Labhardt hat die Corona-Pandemie insofern einen Einfluss, dass heute deutlich weniger gereist werde. Die Kommunikationsmöglichkeiten im multimedialen Bereich haben in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. «Für gewisse Arbeiten ist das ganz gut, für andere halt etwas weniger», meint Rico Labhardt zu diesem Punkt. Im direkten Gespräch liessen sich eben viele Sachen effizienter lösen. Der kleinere Anfangseinbruch habe sich aber in Grenzen gehalten und heute merke man davon nichts mehr. «Ich habe immer genug Arbeit», fasst er die Situation zusammen. Schwieriger könne es manchmal deshalb werden, weil die Erreichbarkeit in gewissen Betrieben wegen der Kurzarbeit eingeschränkt sei. Homeoffice sei aber das A und O eines Arbeitsplatzes in seiner Sparte. Aber eben: Die Geschäftsanlässe und die damit verbundene Gemütlichkeit, bleibe halt momentan schon auf der Strecke.

Rico Labhardt und die Politik
Langsam geht nun seine erste Amtsperiode als Gemeinderat zu Ende. Man hat im Rat ein wirklich gutes Klima und erledige spannende Arbeit. Seine Tätigkeitsfelder im Rat sind vorab Wasser und Abwasser, dann Vereine, Sport und Kultur sowie Umweltschutz und Entsorgungen. Zur Gemeinderatskandidatur habe er damals ja gesagt, weil er die Chance packen wollte und in gewissen Bereichen in der öffentlichen Hand mitgestalten, mitwirken wollte. Auch lasse sich das soziale Netzwerk mit einem solchen Job deutlich erweitern. Für Rico Labhardt ist aber auch schön, dass einem viele Leute Vertrauen schenken, weil man Gemeinderat ist. Unbürokratisch liessen sich so viele Sachen erledigen, Probleme beiseiteschaffen. Er lacht und meint aber dazu, dass man klar nicht überall über alles sprechen könne und sich in solchen Situationen das Büro besser eigne. Auch brauche es manchmal Überzeugungskraft, wenn geltendes Recht und gewisse Ansichten und Wünsche stark abweichen. Eine grosse Unterstützung finde er bei Bedarf bei den Damen in der Verwaltung. Das ist für ihn sehr wertvoll.

Für Rico Labhardt ist es schön, wenn man dem Vereinsleben im Dorf viel Gestaltungsfreiraum geben kann, Anlagen zur Verfügung stellt und damit hilft, ein aktives Vereinsleben zu ermöglichen und damit das Leben im Dorf aufzuwerten. So finden viele soziale Komponenten ihren guten Boden. Dies gilt für ihn auch für jene Leute, die ins Dorf zuziehen und nicht zuletzt auch wegen Gesellschaftsanlässen breite Voraussetzungen für gute Integration erhalten sollen. «Man soll gerne in Zuzgen wohnen», meint er.

Selber hat er den Zuzug in bester Erinnerung. Als Stadtmensch habe er die Vorzüge des Lebens auf dem Land erleben und schätzen gelernt. Die kleine Schule sorgte von Beginn weg, dass sich seine beiden Kinder gut einlebten und schnell wohl fühlten.

All diese Sachen sind für Rico Labhardt Grund genug, sich weiter als Gemeinderat zur Verfügung zu stellen und seinem Dorf aktiv etwas zu geben. «Nach vier Jahren kann man nicht aufhören, wenn es Freude macht», meint er lachend dazu.

Rico Labhardt und der Sport
Nicht zuletzt wegen seiner sportbegeisterten Gattin Anita fand Rico Labhardt den Weg in den Turnverein, dort auch für sieben Jahre als Kassenwart in den Vorstand, und aktiv in die Männerriege. Dies hat dann auch die ganze Familie in diese Freizeitsparte hineingezogen. Früher spielte er in der vierten Liga Fussball und einige Zeit auch Tennis. Am meisten schätzt Rico Labhardt neben der allgemeinen Fitness das Volleyball und das Skifahren mit der ganzen Familie. Dies sind zwei seiner ganz grossen Leidenschaften. So kommt bei ihm das gemütliche Beisammensein mit Familie und Kollegen nicht zu kurz. «Unsere ganze Familie lebt zu grossen Teilen für den und mit dem Sport und der treibende Motor ist meine Gemahlin», resümiert er. Sportveranstaltungen seien für die ganze Familie Highlights. Darum erhofft sich der aktive Mann ein baldiges Ende der Corona-Zeit. Es wäre für ihn halt schön, wieder einmal im grösseren Rahmen beisammen zu sein und zu feiern.

Für Rico Labhardt steht seine Familie mit Gattin, Tochter und Sohn, über allem, wirklich ganz oben, wie er es formuliert. Und alles andere kommt weit nachher. Und wenn man mit ihm spricht, kommt deutlich heraus, dass er gerne in Zuzgen daheim ist und er die offene, die erlebte gute Aufnahme nie mehr vergessen wird.

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