Baufirma geht in Insolvenz

Fr, 26. Mär. 2021
Wohlwend deponiert die Bilanz ihrer Hoch- und Tiefbau AG. Foto: Ronny Wittenwiler

Diese Zäsur innerhalb der Firmengruppe mit Hauptsitz in Möhlin hat Auswirkungen auf über fünfzig Arbeitsplätze. Die Birchmeier Gruppe soll rund die Hälfte der betroffenen Belegschaft übernehmen.

Ronny Wittenwiler

Vergangene Woche wurden die Mitarbeiter informiert, heute Freitag soll am Bezirksgericht die Bilanz deponiert werden: Die Wohlwend Hoch- und Tief bau AG geht in Insolvenz. In dieser Firma beschäftigt Wohlwend mit rund 55 Personen die meisten Angestellten. Nicht betroffen von dieser Massnahme sind die fünfzehn Mitarbeitenden des Garten-Teams, das innerhalb der Wohlwend Firmengruppe als separate Aktiengesellschaft geführt wird.

«Es tut weh»
Als klassische Bauunternehmung hat die Firma Wohlwend in Möhlin eine lange Tradition. «Es tut weh», sagt nun Verwaltungsratspräsident Markus Furler zu dieser Zäsur in der sechzig jährigen Firmengeschichte. «Es tut mir auch weh fürs ganze Team.» 1961 gegründet durch Kasper Wohlwend, ist das Unternehmen seit 1978 im Besitz der Familie Furler, mittlerweile in zweiter Generation.

Man habe zuletzt alles versucht, um den Betrieb zu retten, sagt Markus Furler. «Als Unternehmerfamilie mussten wir die letzten vier Jahre jeweils aus eigenen Mitteln ein grosses Minus decken. Doch irgendwann geht einem die Luft aus.» Für Markus Furler war die Pandemie zuletzt ebenfalls ein Treiber. «Wegen Corona wurden plötzlich keine Einsprache-Verfahren geführt. Es kam zu Bauverzögerungen, Baubewilligungen blieben aus. Corona hat uns den Todesstoss versetzt.»

Das geschieht mit den Angestellten
Für einen grossen Teil der betroffenen Mitarbeiter der Wohlwend Hoch- und Tiefbau AG zeichnet sich gemäss Familie Furler eine Lösung ab. Die Birchmeier Gruppe, die unter anderem eine Niederlassung in Wallbach betreibt, solle rund die Hälfte der Belegschaft übernehmen, auch die Bauunternehmung Güntert Söhne AG in Mumpf habe sich bereit erklärt, Mitarbeitende zu übernehmen. Markus Furler sagt es so: «Ich bin froh und dankbar, dass wir für neunzig Prozent unserer Angestellten eine Lösung gefunden haben.» Er erklärt zudem, unter dem Namen Wohlwend weiterhin ein kleines Bau-Team von zehn bis fünfzehn Angestellten zu beschäftigen, darunter auch einige langjährige Angestellte der bisherigen Hoch- und Tief bau AG. «In unserer Firma arbeiten Personen, die nun kurz vor der Pension stehen und bereits dabei waren, als unsere Familie das Unternehmen Wohlwend 1978 übernommen hatte. Sie sollen weiter beschäftigt bleiben.» Der aktuelle Maschinenpark der Wohlwend Baumaschinen AG werde den neuen Verhältnissen entsprechend angepasst. Will heissen: Viele Baumaschinen werden veräussert. Es ist eine grosse Veränderung hin zum Kleinen für ein Traditionsunternehmen. Mit Blick auf die letzten Jahre sagt Markus Furler: «Als Baufirma waren wir zu klein, um gross zu sein und zu gross, um klein zu sein.»

Man werde künftig mit dem kleinen Bau- und Garten-Team weiterhin «mit viel Herzblut» zur Verfügung stehen, teilt das Unternehmen mit und weiter: «Die Familie Furler möchte allen Mitarbeitern für ihren wertvollen Einsatz in den letzten Jahren danken.»

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