Laufenburg will den Wärmeverbund ausbauen

  18.02.2021 Laufenburg

Die ganze Altstadt soll einbezogen werden

Stellt sich die Gemeindeversammlung im Juni hinter die Pläne des Stadtrats, könnte bereits ab Ende Oktober 2022 die ganze Laufenburger Altstadt mit Wärme aus Holzschnitzeln und Wärmepumpen versorgt werden.

Simone Rufli

Noch ist der untere Altstadtteil nicht mit Fernwärme erschlossen. Geht es nach dem Willen des Stadtrats, ändert sich das aber schon bald. Im Zuge der Erneuerung der Werkleitungen und Strassenoberflächen sollen weitere Teile von Laufenburg mit nachhaltiger und kostengünstiger Energie aus Wärmepumpen versorgt werden. «Im Idealfall der ganze Perimeter der Altstadt», erklärt Stadtammann Herbert Weiss gegenüber der NFZ. Dabei soll eine Industrie-Wärmepumpe auf dem Areal des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF) die Abwärme aus dem Rhein- und Grundwasser nutzen. «Wir wollen die Wärmeanlage des GZF einbinden. Dazu wollen wir den ersten Wärmeverbund, der im Oktober 2017 den Betrieb aufgenommen hat, mit dem zweiten Wärmeverbund zusammenbringen.»

Dieser Tage erhalten die für einen Anschluss in Frage kommenden Liegenschaftsbesitzer, die potentiellen Wärmekunden, einen Brief mit Flyer zu den Ausbauplä- nen. Herbert Weiss: «Wir wissen, dass Interessenten da sind, brauchen jetzt aber noch verbindliche Zusagen.» Der Stadtammann betont, dass sich auch die Gemeinde am zweiten Wärmeverbund beteiligen will. Beim Rathaus stehe die Erneuerung der Heizung an, das Museum Schiff warte auf eine Anschlussmöglichkeit und im Zuge der Renovation der gemeindeeigenen Liegenschaft «Adler» am Marktplatz sei ebenfalls ein Anschluss an den Wärmeverbund vorgesehen.

Entscheidend sei, dass die Arbeiten mit der Sanierung der Werkleitungen kombiniert werden können. «Anders lässt sich das Vorhaben nicht finanzieren», hält der Stadtammann fest. An der Gemeindeversammlung im Juni bringt der Stadtrat eine weitere Etappe der Werkleitungssanierung zur Abstimmung, gleichzeitig mit dem Traktandum Wärmeverbund 2. Bezüglich der Haltung der Bevölkerung zeigt sich Herbert Weiss zuversichtlich. «Unsere Pläne entsprechen Punkt 9 im Leitbild Laufenburg 2030, wonach wir Energieverbunde unterstützen und uns am Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft orientieren.»

Apropos Gesellschaft. Die Gemeinde will den Wärmeverbund mit einer 50-Prozent-Teilhabe zusammen mit der ADEV Energiegenossenschaft mit Sitz in Liestal betreiben. Die ADEV hat im Mai 2019 nach öffentlicher Ausschreibung den Zuschlag bekommen.


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