Jubiläen, «sakrale» Nester und eine Königin

So, 21. Feb. 2021
«Gansingen 2020» legt Zeugnis ab, dass es im letzten Jahr vieles zu feiern gab und das Dorfleben, trotz der schwierigen Zeit, nicht zum Stillstand kam. Foto: Bernadette Zaniolo

Die Gansinger Dorfchronik ist bunt und voller Leben

Der Gansinger Chronik 2020 sieht man nicht an, dass im vergangenen Jahr Corona bedingt einige Anlässe abgesagt werden mussten oder nur im kleinen Rahmen durchgeführt werden konnten. So etwa das 125-Jahre-Jubiläum des Kirchenchores.

Bernadette Zaniolo

Irish Groove mit «Hoch lebe Ned!» sorgte in Gansingen im 2020 für einen gelungenen Jahresauftakt. Der Theaterverein konnte die Aufführungen noch wie geplant durchführen. Voller Elan und zum Auftreten an der Turnershow bereit waren die zahlreichen Turnerinnen und Turner der verschiedenen Riegen und Vereine. Der Lockdown liess die «Traumfängerei – die Jagd beginnt!» jedoch platzen. Auch in Gansingen sorgte die Pandemie dafür, dass etliche Anlässe nicht oder nicht wie geplant durchgeführt werden konnten.

Doch die Jahreschronik legt Zeugnis davon ab, dass trotzdem vieles möglich war oder das Geplante in einem anderen Rahmen möglich war beziehungsweise gemacht wurde. Der Reit- und Fahrverein führte anstelle des bewährten Springens ein Gymkhana durch (nicht wegen der Pandemie). Die Raiffeisenbank Mettauertal mit Sitz in Gansingen und die Raiffeisenbank Regio Frick durften «heiraten», wenn auch ohne Feierlichkeiten. Mit dem Übertritt der Wiler Samariterinnen und der Namensänderung (wie dies meist auch privat üblich ist) in «Samariterverein Gansingen-Mettauertal» wurde eine weitere Heirat vollzogen. Das «20-Jahre-Geschäftsjubiläum» durften Fredy und Renate Geisseler von der GFEZ feiern.

Corona hat auch das Jahresprogramm des Velo-Motoclubs (VMC) auf den Kopf gestellt. Dennoch: die 43. Velotour konnte durchgeführt werden und vielleicht wurde dabei schon die nächste Etappenankunft der Tour de Suisse in Gansingen geplant. Lustig und gesellig war die Vereinsreise der Männerriege, welche zufällig vor dem Rheinfallbecken der Thurgauer Apfelkönigin begegnete. Ein «Obstkönig» aus der Nähe von Heidelberg wollte nur für ein paar Tage nach Gansingen kommen, um Bäume zu schneiden. Nun will er seinen Lebensmittelpunkt dorthin verlagern, genauer auf den Rindelhof von Carmen Pfrunder, wo nachhaltige Landwirtschaft praktiziert wird.

Verwirrung um das «sakrale» Nest
Für Verwirrung bei den Vogelexperten sorgten sechs junge Turmfalken, die von Olivia und Urs Boutellier im Nistkasten neben dem Glockenstuhl entdeckt wurden. Sie fragten sich, ob es sich um ein Zweitgelege jenes Falkenpaares handelt, das einen Monat zuvor noch Junge auf der Kirchturmspitze gefüttert hatte. Es stellte sich jedoch heraus, dass dies eine zweite Familie von einem anderen Neststandort gewesen war. Etwa 500 Mäuse flogen die Altvögel für die Fütterung ihres Nachwuchses allein in der rund zwanzigtägigen Zeit herbei, in der sich die Jungen draussen auf dem Turmdach zeigten. Wie der Naturkenner Meinrad Bärtschi in der Chronik festhält, sei der Kirchturm somit nebenbei «das Zentrum einer biologischen Schädlingsbekämpfung».

Beliebt ist auch ein anderer Turm, der Cheisacherturm. Dies seit zehn Jahren. Im letzten Jahr war er ein richtiger Publikumsmagnet. Dass in Gansingen das Wandern nicht nur «des Müllers Lust ist», bestätigt die lose Gruppierung von «Wandern Pro Fit 60+», welche «sich sehr über weitere, auch jüngere Teilnehmer, so ab Jahrgang 1960, freuen würde.» Über neue Mitglieder würde sich auch der 18 Mitglieder zählende Kirchenchor freuen. Der Chor durfte im letzten Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiern; das Jubiläumsfest fiel aufgrund der Pandemie jedoch kleiner aus.

Rochaden im Chronik-Team
Bereits heute dürfen sich die Gansinger auf weitere Dorfchroniken freuen. Mit Thomas Senn, Justina à Porta sowie Lukas Suter verlassen zwar drei langjährige Mitglieder das Redaktionsteam; dieses wird mit Tania Bertschi, Sandra Caluori, Christina Hüsler, Hanni Jappert und Sabrina Senn jedoch wieder verstärkt. Und es wird jünger und weiblicher. Farbig und frisch in Bildern und mit Kurzbeschrieb präsentieren sich in der aktuellen Chronik die «Kleinode aus unserer Natur.»

«Gansingen 2020» bietet auf über 90 Seiten noch viel mehr Lesenswertes, nicht nur für Gansinger und Heimweh-Gansinger.

Category: 

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses