Für einmal eine närrische Festpredigt

  16.02.2021 Laufenburg

Corona verhinderte die Teilnahme der deutschen Gemeinde

Dank der Tatsache, dass in Gottesdiensten Ansammlungen von bis zu 50 Leuten gestattet sind, war der ökumenische Narrengottesdienst in der katholischen Kirche Laufenburg der einzige fasnächtliche Anlass im Narrenstädtchen.

Dieter Deiss

Eigentlich hätte man einen Ansturm erwarten können. Die wegen Covid 19 bedingte Pflicht zur vorherigen Anmeldung hielt wohl viele vom Besuch ab, so dass leider das mögliche Kontingent nicht ausgeschöpft wurde. Prominent vertreten war die Narro-Altfischerzunft 1386 mit Zunftmeister, Vizezunftmeister und Ehrenzunftmeister. Man sah aber in der stimmungsvoll dekorierten Kirche auch etliche, fasnächtlich verkleidete Personen, allen voran Sakristan und Kirchenpflegepräsident, der im Nachtwächtergewande würdig seines Amtes waltete.

Ein kräftiges Narri, Narro
Die Begrüssung der Narrengemeinde lag in den Händen von Diakon Thomas Frey. «Es ist schön, wieder einmal miteinander fröhlich sein zu dürfen», meinte er einleitend und bedauerte, dass wegen der Pandemievorschriften beidseits des Rheins nicht grenzüberschreitend gefeiert werden konnte. Seine Worte schloss er mit einem «Narri», das von der Kirchgemeinde mit dem obligaten, kräftigen «Narro» beantwortet wurde.

Für die «Festpredigt» zeichnete Pfarrer Norbert Plumhof verantwortlich. Selbstverständlich hielt er diese in Versform. Hier zwei Rosinen, zuerst zur abgesagten Fasnacht: Dass ohne René die Fasnachtswelt, nun stiller wird, drauf war’n wir eingestellt. Doch sicher sieht es jeder ein, so still müsst es nun doch nicht sein.

Ausführliche Verse gab es zur Liebe, daraus ein Abschnitt: Sie liebt die Wahrheit, spricht sie aus, so wie ein Narr, ganz frei heraus. Offen ist sie und ganz frei, redet nicht nur um den heissen Brei

Mit einem Narri, Narro fanden des Pfarrers Verse einen würdigen Abschluss und wurden von den Närrinnen und Narren mit einem kräftigen Applaus verdankt.

Laufenburgerlied und Narrenmarsch
Umrahmt wurde der Gottesdienst mit passenden Klängen vom «Trio Finesse» mit Gino Olivito und Philipp Kieffer an der Gitarre und Pius Moser am Piano. Pius Moser war es dann auch, der auf der grossen Orgel das Laufenburgerlied anstimmte, das wohl etliche trotz Singverbot wehmütig mitsummten. Glücklicherweise fällt das Klatschen noch nicht unter das Coronaverbot, so konnten deshalb alle eifrig mittun beim abschliessenden Orgelspiel des Narrenmarsches.

Roland Schnetzler verteilte im Auftrag der Kirchenpflege beim Ausgang Schenkeli und vor der Kirche wurden die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher von einer Abordnung der Laufenburger Tambouren mit einem Ständchen überrascht.


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote