Situationsbericht zur epidemiologischen Lage im Kanton Aargau

| Fr, 01. Jan. 2021

Der vorliegende Bericht liefert wöchentlich Angaben zur Entwicklung der Covid-19-Epidemie im Kanton Aargau.

Die aktuelle Lage ist weiterhin stark angespannt, dies insbesondere aufgrund der hohen Auslastung der Intensivpflegestationen in den Akutspitälern. Die Spitalkapazitäten im Gesundheitswesen sind knapp genügend, erschwerend kommen die krankheitsbedingten personellen Ausfälle in Spitälern aber auch in Pflegeheimen und sozialen Institutionen hinzu. Sollten die Hospitalisationen weiter steigen droht weiterhin eine Überlastungssituation.

Aktuell werden vom Bundesamt für Gesundheit BAG sowie den Kantonen Zusatzmassnahmen durchgeführt, um die Ausbreitung der neuen Variante des Coronavirus (VOC-202012/01) zu verhindern respektive zu verzögern. Im Kanton Aargau sind 206 Personen von entsprechenden Quarantänemassnahmen betroffen. Sie werden durch das Contact Tracing Center (CTC) gemäss Vorgaben BAG betreut. Infolge Einreise aus dem Vereinigten Königreich besteht bei 6 Personen mit positivem Test die Möglichkeit, dass es sich um die neue Virusvariante handeln könnte. Die Genotypisierung steht jedoch noch aus.

Am 22. Dezember 2020 zeigte sich die bisher höchste Anzahl an laborbestätigten Fällen. Kurz vor Silvester kann eine leichte Abnahme der Hospitalisierungen in der allgemeinen Abteilung beobachtet werden. Dies dürfte erneut ein Feiertagseffekt sein. Bei der IPS-Bettenbelegung zeigt sich eine Stabilisierung auf hohem Niveau bei gleichzeitig stabiler IMC-Fallzahl.

Die Todesfallrate war während der letzten zehn Wochen deutlich erhöht, während vier Wochen von Mitte November bis Mitte Dezember stabil, seit Mitte Dezember erneut deutlich erhöht. Bisher mussten aus verschiedenen Gründen – in den letzten Wochen infolge Kapazitätsengpass – insgesamt dreizehn ausserkantonale Hospitalisationen vorgenommen werden. Die Durchhaltefähigkeit des Gesundheitswesens ist aktuell noch gegeben, ist jedoch bei einer relevanten Fallzahlzunahme stark gefährdet.

Trend (2 bis 4 Wochen)

Die seit dem 29. Oktober 2020 bestehenden Massnahmen scheinen bisher bis Mitte November Wirkung gezeigt zu haben. Seit dem 12. Dezember 2020 sind weitere Massnahmen des Bundes in Kraft, seit dem 21. Dezember 2020 zusätzlich die kantonalen Massnahmen. Bei konsequenter Einhaltung der vorgegebenen Massnahmen durch die Aargauer Bevölkerung kann frühestens Anfang 2021 mit einer Reduktion der Fallzahlen aufgrund der Massnahmen gerechnet werden sowie im weiteren Verlauf von rund 2 Wochen einer Abnahme der Hospitalisati-onen. Bei einer Reproduktionszahl >1 ist von einem Anstieg der Fallzahlen auszugehen. Bei einem R-Wert >1.1 und <1.2 kann von einer Verdoppelungszeit von 2 bis 4 Wochen ausgegangen werden. Sehr aufmerksam muss die Entwicklung hinsichtlich der neuen Variante des Coronavirus (VOC-202012/01) beobachtet werden. Die aktuellen Fallzahlen sind aufgrund der reduzierten Testaktivität über die Festtage mit Vorsicht zu interpretieren. (mgt)

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