Oberstufe Wegenstetten: Regierung sieht keinen Handlungsspielraum

Di, 19. Jan. 2021
Herbert Lützelschwab ist enttäuscht vom Schreiben aus Aarau. Foto: Archiv NFZ

Über 1800 Bürgerinnen und Bürger haben eine Petition für den Erhalt des Oberstufenstandorts im Wegenstettertal unterzeichnet. Für den Kanton ändert sich nichts: Die Schule wird geschlossen.

Valentin Zumsteg

Ein ganzes Tal hat sich für den Erhalt des Oberstufenstandorts in Wegenstetten stark gemacht. Der Zeininger Herbert Lützelschwab konnte am 19. November eine Petition mit 1877 Unterschriften in Aarau einreichen (die NFZ berichtete), in der die Weiterführung der Schule gefordert wurde. Doch an der Sache wird dies nichts ändern, wie der Kanton in einem Brief vom 13. Januar an Herbert Lützelschwab nochmals bekräftigt.

«Verständnis für Unmut»
«Dem Regierungsrat ist bewusst, dass ein Oberstufenstandort vor Ort für die Gemeinden einen hohen Stellenwert hat. Er hat Verständnis dafür, dass die Auf hebung des Sekundarschulstandorts in Wegenstetten bei den Betroffenen Bedauern oder gar Unmut auslösen kann», heisst es im Schreiben, in dem die ganze Vorgeschichte rekapituliert wird. So erinnert der Regierungsrat daran, dass die Gemeinde Möhlin im Juni 2017 den Vertrag mit der Kreisschule Wegenstetten-Hellikon gekündigt hat und damit künftig keine Schüler mehr nach Wegenstetten schicken wird. Dadurch erreicht die Schule die nötige Anzahl der Abteilungen nicht mehr. Für die Übergangszeit bis Ende Schuljahr 2020/21, in der weiterhin Sekundarschülerinnen und -schüler aus Möhlin in Wegenstetten beschult werden, gewährte der Kanton dem Standort Wegenstetten aber eine Ausnahmebewilligung. Seither haben die involvierten Talgemeinden alles unternommen, um die Weiterführung der Schule zu ermöglichen. So wurde auch die Bildung einer neuen Kreisschule mit dem Oberstufenstandort in Gipf-Oberfrick geprüft – doch ohne Erfolg.

«Reines Pro-Forma-Schreiben»
Für den Kanton ist die Sache deshalb klar: «Aufgrund dieser eindeutigen Sachlage und gestützt auf die vom Aargauer Stimmvolk beschlossenen rechtlichen Bedingungen besteht seitens des Regierungsrates kein Handlungsspielraum. Daher wird dem Oberstufenstandort Wegenstetten unter der vorliegenden Ausgangslage keine weitere Ausnahmebewilligung erteilt», steht im Brief, der von Landammann Stephan Attiger unterzeichnet ist. Die Regierung dankt Herbert Lützelschwab für sein «grosses Engagement zugunsten der Aargauer Volksschule.»

Lützelschwab selber ist enttäuscht von der Antwort aus Aarau: «Das ist ein reines Pro-Forma-Schreiben. Es steht nichts Neues darin. Die Bevölkerung aus dem Wegenstettertal konnte sich nie zu dieser Schulfrage äussern», hält er fest. Für ihn ist dieses Kapitel jetzt aber abgeschlossen.

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