Grosse Belastung für Bestatter

Di, 12. Jan. 2021
Berto Biaggi (ganz links) und sein Team hatten im Dezember aussergewöhnlich viel zu tun. Foto: zVg

Gipf-Oberfricker Biaggi AG hatte im Dezember so viel zu tun wie noch nie

Verstorbene würdevoll auf ihrem letzten Weg begleiten sowie den Angehörigen mit Zeit und Rat zur Seite stehen, hat beim Bestattungsdienst Biaggi AG in Gipf-Oberfrick oberste Priorität. Im Dezember aber hat die hohe Zahl an Todesfällen, viele davon in Zusammenhang mit Corona, das Team auch schon an die Grenzen gebracht.

Susanne Hörth

Es liegen Wochen hinter Geschäftsführer Berto Biaggi, wie er und seine Mitarbeiter sie so noch nie erlebt haben. Für das Gipf-Oberfricker Bestattungsunternehmen Biaggi AG gehört der Umgang mit dem Tod zur täglichen Arbeit. Einer Arbeit, bei der sie sich auch immer Zeit für die Hinterbliebenen nehmen und ihnen beim schmerzlichen Abschiednehmen ein wenig Trost spenden möchten. Im Dezember war das kaum umsetzbar. «Wir haben im Akkord gearbeitet», so Berto Biaggi.

Rund um die Uhr im Einsatz
Im Dezember 2020 war die Zahl der Todesfälle so hoch wie noch nie in der Firmengeschichte; mehr als doppelt so viele wie in einem Durchschnittsmonat. Die hohe Sterblichkeit aufgrund Corona in den beiden Alterszentren Bruggbach in Frick und Klostermatte in Laufenburg war ausschlaggebend bei der Zunahme der Bestattungen. Berto Biaggi ist an dieser Stelle voller Lob für seine Mitarbeitenden. Für alle sei es selbstverständlich gewesen, rund um die Uhr, auch an Feier tagen, Wochenenden und ihren freien Tagen zu arbeiten. Die Arbeit eines Bestatters ist in dieser von Covid-19 geprägten Zeit sehr herausfordernd. Für Personen, die an Corona verstorben sind, gelten wie zuvor bei der Pflege auch bei der Abholung hohe Schutzmassnahmen. Biaggi erzählt von den hermetisch abgeriegelten Isolationszimmern. Diese kann das Bestattungsteam nur in Schutz anzügen, Masken und Handschuhen betreten. «Wir können die Schutzbekleidungen nach zehn, fünfzehn Minuten wieder ausziehen. Das Pflegepersonal hingegen arbeitet in Zwölf-Stunden-Schichten ständig damit. Was diese Leute leisten, verdient meinen allerhöchsten Respekt.»

Vom Totenbett direkt ins Krematorium
In den Isolationszimmern werden, so Biaggi, die Verstorbenen in spezielle Covidhüllen und anschliessend in die Särge gebettet. Die ständige Desinfektion ist bei all den Arbeiten selbstredend. Die Särge werden, sofern keine Erdbestattungen erwünscht sind, meistens auf direktem Weg in die Krematorien gebracht. Und dort herrscht Hochbetrieb.

«Normalerweise müssen wir zwei bis drei Tage warten, bis die Verstorbenen kremiert werden. Jetzt sind es bis zu zehn Tage.» Die strengen Schutzmassnahmen, Besprechungen in Zusammenhang mit der Abdankung und dann die Beisetzung selbst können nur im kleinsten Personenkreis durchgeführt werden. Berto Biaggi ist sich sehr bewusst, welch zusätzliche Belastung das für die Hinterbliebenen in ihrer Trauer bedeutet.

Nach dem strengen Dezember hat sich die Situation in den ersten Januartagen nun etwas beruhigt. Beim Team des Gipf-Oberfricker Bestattungsunternehmens hofft man deshalb wieder auf etwas mehr Zeit pro Todesfall.

Denn das «sich Zeit nehmen»- Können für die Verstorbenen und ihre Familien habe in den letzten Wochen am meisten gelitten, sagt Berto Biaggi.

 

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