200 Jahre St. Mauritius-Kirche

So, 10. Jan. 2021
Foto: Simone Rufli

Wölflinswil und Oberhof haben Grosses vor: Vom 22. bis 26. September feiern sie gemeinsam das Kirchenjubiläum mit einer Reihe von Veranstaltungen. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. Unter anderem wurden die Vereine angeschrieben und um ihre Mitarbeit gebeten. Es soll ein Fest werden, bei dem Menschen unterschiedlicher Konfessionen und Herkunft sich begegnen und Kontakte über die Jubiläumsfeierlichkeiten hinaus gepflegt werden. (sir)


«Wir werden die Leute herlocken»

200 Jahre Kirche für Wölflinswil und Oberhof

Dass die St.Mauritius-Kirche in Wölflinswil steht, hindert die Oberhöfler nicht daran, sich tatkräftig am Festprogramm fürs Kirchenjubiläum vom 22. bis 26. September 2021 zu engagieren. Gelebte Gemeinschaft, offenes Fest, so das Ziel aller Beteiligten.

Simone Rufli

Hoch über dem Dorfkern von Wölflinswil thront die röm isch-katholische Pfarrk irche St.Mauritius auf einem Hügelsporn. 2021 jährt sich die Einweihung des Gotteshauses zum 200. Mal. Grund genug für ein grosses Fest mit dem Höhepunkt im September (22. bis 26.) und mit zahlreichen Aktivitäten verteilt aufs ganze Jahr. Vorausgesetzt, das Coronavirus lässt die geplanten Veranstaltungen bis dann wieder zu. OK-Präsidentin Alice Liechti ist zuversichtlich und sie ist überzeugt: «Wenn die Krise überwunden ist, werden die Leute Festivitäten wieder sehr bewusst schätzen.»

Die Detailplanung läuft bereits. Schon bald soll ein Generationenchor gegründet werden und Fahnen sollen bemalt werden. Die werden dann bereits in der Natur- und Kulturwoche (14. bis 23. Mai) für das Kirchenjubiläum werben. Am 7. Mai findet eine Holi Night für die Jungen statt, mit den Schülern gibt es eine Schatzsuche und zum Schuljahresschluss ein Domino in der Kirche. Auch die 1. August-Ansprache wird im Zeichen des Kirchenjubiläums stehen. Die eigentliche Festwoche beginnt am 22. September – dem Gedenktag des heiligen Mauritius – mit einem Gottesdienst und der Einweihung des neu gestalteten, alten Friedhofs. Am Tag darauf folgt eine Podiumsdiskussion zum Thema «Gemeinschaft sind wir alle». Die Kirche ist ein Ort zum Sein, für Worte und Musik. Uns so ist geplant, dass am Freitag die musizierenden Vereine die Kirche als Ort für Musik ins Zentrum stellen. Am Samstag geht es musikalisch weiter mit dem Auftritt von Andrew Bond, bevor die Jubiläumswoche am Sonntag mit dem Festgottesdienst ausklingt.

Der Kirchturm wird begehbar sein und eine Ausstellung wird Aufschluss geben über den geschichtlichen Hintergrund der Kirche. Ein riesiger Sandkasten, bestens bekannt vom Musikfest her, ein Spielbus, ein Filmabend und das Kaffeeund Festzelt sollen Möglichkeiten zum Verweilen schaffen.

«Wir werden die Leute herlocken, damit Begegnungen stattfinden können», fasst Alice Liechti sämtliche Bemühungen zusammen. «Es wird uns schon noch fordern», ergänzt sie lachend mit Blick auf die Fülle des Angebots. «Aber wir haben ein gutes OK. Leute, die Aufgaben übernehmen und selbstständig ausführen. Auf alle ist Verlass, ganz besonders auch auf unsere Vereine.» Bereits wurden alle Vereine angeschrieben. «Auf ihre Unterstützung sind wir angewiesen», betont die OK-Präsidentin. «Die bisher eingegangen Rückmeldungen sind durchwegs positiv.»

Das Kirchenjubiläum soll ein Fest werden, wo Menschen unterschiedlicher Konfessionen und Herkunft sich begegnen. Alice Liechti weist auf die vielen kulturellen Anlässe hin, die Wölfliswil und Oberhof traditionell verbinden. Das Logo von Erich Treier aus Oberhof und das gemischte OK sind weitere Zeugen dieser Verbundenheit, die sich auch in der gemeinsamen Pfarrei ausdrückt. Dass die Festvorbereitungen bereits freudig angegangen werden, wertet Alice Liechti als Zeichen, dass trotz Corona das soziale Leben nicht auf Eis gelegt werde. Und doch werde das OK die Pandemie gut im Auge behalten und alle paar Wochen die Lage neu beurteilen.

«Das Jubiläumsfest soll Ausgangspunkt sein für Begegnungen, die weitergeführt werden», wünscht sich Alice Liechti zum Schluss.

Weitere Infos zum Kirchenjubiläum unter: https://bit.ly/37Sqsor


Der Heilige Mauritius

Im Jahr 303 kam es zur letzten und grössten Christenverfolgung im Römischen Reich. Auf dieser Zeit basiert die Legende der thebäischen Legion. Von Ägypten aus zogen die Legionäre mit ihrem Hauptmann Mauritius nach Norden, wo sie aufständische Gallier bekämpfen sollten. Im Lager bei Octodurum (Martigny) stellte Kaiser Maximian sie auf die Probe: Sie sollten den römischen Göttern Opfer darbringen. Mauritius und seine Legion – allesamt Christen – lehnten ab, woraufhin die Legion zweimal dezimiert wurde. Die Decimatio war die härteste Strafe für eine Einheit: Sie bedeutete, dass jeder zehnte Soldat von seinen Kameraden getötet werden musste. Doch der gewünschte Erfolg blieb aus, weshalb der Kaiser die völlige Vernichtung der Legion befahl. Ohne Gegenwehr hätten sich die Offiziere und die Mannschaften als Märtyrer für ihre Religion hinrichten lassen, so die Überlieferung. Mauritius wurde zum Schutzheiligen des Heeres, der Infanterie, der Messer- und Waffenschmiede sowie der Handwerker, die mit dunkler Farbe umgehen, und der Pferde. Weltweit sind Mauritius 850 Kirchen geweiht, davon 75 in der Schweiz. Gedenktag ist der 22. September. (Quelle Wikipedia und heiligenlexikon.de) (sir)


Erbaut für 11860 Franken

1819 hatte der Kanton die Bewilligung für einen Neubau anstelle des Vorgängerbaus aus dem 16. Jahrhundert erteilt. Die Pläne für den Neubau lieferte der in Rheinfelden wohnhafte Baumeister Fidel Obrist (1782-1866) aus Gansingen. Die Bausumme betrug für das Altarhaus 4000 Schweizer Franken, für die übrige Kirche 7860 Franken die Einrichtung inklusive. Baubeginn war im Frühjahr 1821. Im Dezember 1821 wurde die Kirche eingesegnet. 1871 wurde der Glockenturm renoviert, 1899 das Kirchenschiff erweitert. 1934 erfolgte eine Aussenrenovation, 1941 eine Innenrenovation. 30 Jahre später eine Gesamtrenovation mit Erneuerung der Empore und einer neuen Orgel. Im 2014 wurde die Kirche innen und aussen gereinigt und frisch gestrichen. (Quelle Inventar der kantonalen Denkmalpflege Aargau) (sir)

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