Und wieder sehnt man Lockerung herbei

So, 27. Dez. 2020
Luis Hasler (hinten) am Nordwestschweizerischen in Wittnau vor viel Volk im Zweikampf mit Andrj Gerbern.

Distanz halten, daheim bleiben, keine Versammlungen durchführen. Das ist momentan verständlicherweise wieder sehr deutlich angesagt. Die gute Hoffnung seit der Öffnung des Lockdowns im Frühling ist wieder weg. Die Einschränkungen sind allgegenwärtig.

Hans Zemp

Im letzten Frühjahr waren die Hoffnungen auch bei den Schwingern noch recht hoch, dass die Corona-Zeit bald Vergangenheit sein werde und dadurch der Weg für sportliche Tätigkeiten und auch für Schwingfeste wieder freigegeben wird. Niemand erwartete, dass das ganze 2020 keine Wettkämpfe ausgetragen werden können, man sich an keinen Kranzschwingfesten freuen kann. Aber die Hoffnung blieb Hoffnung. Alles musste abgesagt werden und momentan ist es noch fast schlimmer als im Frühjahr.

Nach dem Lockdown, von März bis 6. Juni dieses Jahres, wurden die Trainings wieder möglich. Erschwert wurden sie allerdings durch die einzuhaltenden Schutzbestimmungen. Seit Oktober ist für die Kontaktsportarten der Aktiven auf Amateurebene wieder tote Hose. Die Jugend bis sechzehn Jahre durfte trainieren. Seit dem 12. Dezember sind indoor Trainings nur noch bis abends um sieben Uhr möglich. Und dies auch nur, wenn direkter Körperkontakt vermieden wird. Und das blockiert auch das Vereinsleben. Besserung ist nicht in Sicht. Man kann nur hoffen, dass die Impfung gegen Corona Linderung auf grosser Breite bringen wird.

Trainings und Wettkämpfe werden sehr vermisst
«Aktivschwinger sowie Nachwuchs wünschen die Zeit ohne Restriktionen dafür mit den ordentlichen Trainings herbei», erklärt David Schreiber, Präsident des Schwingclubs Fricktal. «Vor allem aber sind Wettkämpfe im Sport extrem wichtig. Man will wissen, wo man steht, was nach der langen Pause an Können geblieben ist. Das gilt für sämtliche Schwinger vom Nachwuchs bis zum Spitzenschwinger. Vor allem die Jungschwinger brauchen die Wettkämpfe noch fast mehr als die Aktiven. Für sie sind diese eigentliche Erlebnisse, von denen sie jeweils noch lange erzählen. Fehlen diese, ist die Attraktivität weg.»

Die Fricktaler Schwinger investieren recht viel Zeit, sich alternativ fit zu halten. Daneben ist man aber auch bemüht, dem Vereinsleben den gebührenden Stellenwert angedeihen zu lassen.

Momentan ist Weihnachtspause. Kein Mensch weiss recht, wann die Normalität wieder Einzug hält. Es bleibt die grosse Hoffnung, dass dies bis im März der Fall sein wird. Stefan Strebel, Eidgenössischer Technischer Leiter, wünscht im 2021 unbedingt wieder Wettkämpfe. Seine Worte dazu: «hundert Prozent ja.» Zu diesem Ansinnen gab er ein Grobkonzept in drei Varianten heraus. Darin enthalten sind Wettkämpfe mit oder ohne Zuschauer, dies, auch wenn die Zuschauerzahlen zu limitieren wären. Man darf nicht ausser Acht lassen, dass vor einem Wettkampf unbedingt vier Wochen lang zu trainieren ist. Ohne diese Vorbereitung riskiert man eine zu grosse Verletzungsgefahr.

Auch Festorganisatoren haben ein schweres Los
Es ist entscheidend, dass Festorganisatoren nicht nur viel Arbeit haben, sondern eben auch ein unvergessliches, erinnerungswürdiges Fest austragen können. Das Sponsoring, die gute Atmosphäre und all das, was ein Fest schön macht, ist eminent wichtig. Schwingfeste leben eben auch von den Sponsoren. Für die ist es aber auch bei viel Goodwill schwierig unter den gegebenen Voraussetzungen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zwei Jahre Ausfall nicht nur im Schwingen viel zu lang sind. Der Sport erhält so einen zu herben Dämpfer und die Gefahr der Abwanderung aus einer schönen und sinnvollen Tätigkeit ist nicht nur bei den Aktiven, sondern auch bei der Jugend viel zu hoch. Schwinger schätzen es enorm, wenn sie ihre Zweikämpfe vor viel Volk austragen können. Dies gibt viel Gesprächsstoff auf allen Ebenen, gibt viele Kommentare. Dies gibt die tollen Erinnerungen. Es ist auch für Schwingerorgane nicht einfach in Zeiten der Ungewissheit, Organisatoren für Anlässe zu finden. Niemand liebt zu grosse Ungewissheit. Niemand arbeitet gerne für die Katz.

Die Fricktaler schauen aber optimistisch auf den neu angesetzten Abendschwinget vom 3. und 4. Juli 2021 in Herznach sowie die Aargauer Steinstossmeisterschaften in Oberhof vom 14. August.

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