Mehr Gäste aus Deutschland, aber weniger Umsatz

So, 06. Dez. 2020
Auf Schweizer Seite noch möglich: In Rheinfelden sind die Gastrobetriebe geöffnet. Sie empfangen drinnen und draussen Gäste – so wie hier das Restaurant Schiff bei der alten Rheinbrücke. Foto: Henri Leuzinger

Umfrage bei Rheinfelder Gastrobetrieben

Während in Badisch Rheinfelden alle Gastrobetriebe geschlossen bleiben müssen, dürfen die Restaurants und Bars auf Schweizer Seite offenhalten. Doch auch hier läuft das Geschäft nicht wie zu normalen Zeiten.

Valentin Zumsteg

Das Restaurant Schiff liegt direkt bei der alten Brücke in Rheinfelden/Schweiz. Hier sieht man oft gut gelaunte Gäste draussen am Feuer sitzen und ein Getränk geniessen. In Badisch Rheinfelden, auf deutscher Seite der Brücke, dürfen die Restaurants und Bars wegen der strengen Corona-Massnahmen, die in Deutschland gelten, nicht offenhalten. Profitieren davon die Gastrobetriebe auf Schweizer Seite? «Wir haben in allen Restaurants einige Gäste aus Deutschland – zu Kaffee und Kuchen, aber auch zum Essen. Das Gleiche gilt auch für Gäste aus Basel-Stadt, wo die Restaurants ebenfalls geschlossen sind», erklärt Martin Sonderegger. Er ist Direktor Hotellerie bei der Schützen Rheinfelden AG und damit zuständig für die Restaurants Schiff, Schützen und Makaan (im Hotel Eden).

Kaum mehr Weihnachtsessen
Das laufende Jahr ist nicht einfach für die drei Restaurants. «Nach einer sehr guten Sommersaison im Anschluss an den Lockdown hatten wir im Oktober einen ziemlichen Einbruch, nachdem der Bundesrat wieder geraten hatte, zu Hause zu bleiben. Das Ganze hat sich aber zu zwei Dritteln wieder erholt und wir sind mit den Umsätzen – in der aktuellen Situation – zufrieden», führt Sonderegger aus. Die Restaurants profitieren davon, dass sie über Aussenbereiche verfügen, wo die Gäste gemütlich draussen sitzen und konsumieren können. Die Mittagszeit ist aber deutlich ruhiger geworden. «Home-Office hat uns die Geschäftsleute genommen und jetzt sind sie sich gewohnt, zu Hause zu bleiben oder etwas mit ins Geschäft zu nehmen. Nicht alle, aber doch einige», schildert Sonderegger.

Das Abendgeschäft habe sich hingegen gut entwickelt, die Durchschnittskonsumation pro Gast sei höher als zuvor. «Die Gäste gehen gerne aus und geniessen den Besuch in unseren Restaurants», erklärt Sonderegger. Unerfreulich ist hingegen die Entwicklung bei den Weihnachtsessen von Firmen: «Bis auf ganz wenige Ausnahmen wurden alle abgesagt; das war vorhersehbar, aber es trifft uns trotzdem hart. Einige Firmen kaufen nun Gutscheine für ihre Mitarbeiter.» Aber das mache die Umsatzeinbusse nicht wett.

«Über den Mittag ist es ruhig»
Ähnlich tönt es von anderen Rheinfelder Gastronomen. «Der Umsatz über den Mittag ist deutlich zurückgegangen. Vielleicht auf noch 30 bis 40 Prozent im Vergleich zu normalen Zeiten. Teilweise ist es sehr ruhig», erklärt Andy Neaves von der «Rhein-Mühle». Am Abend laufe es hingegen gut. «Wir mussten aus Platzgründen schon Leute wegschicken.» Am Wochenende zählt die «Rhein-Mühle» auch mehr Gäste aus Deutschland, wie Neaves ausführt. Weil es kaum mehr Weihnachtsessen gibt, kaufen Firmen auch bei ihm Gutscheine für ihre Mitarbeiter. «So bleibt ein gewisser Umsatz.» Neaves geht davon aus, dass das kommende halbe Jahr schwierig bleiben wird. «Irgendwann wird es sich aber wieder einpendeln», so Neaves. Das ist die Hoffnung vieler Gastronomen.

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