Magdener sagen Nein zum Projekt eines neuen Bauamts

Di, 08. Dez. 2020
Der Magdener Gemeinderat unter Ammann André Schreyer erlitt bei der Abstimmung über ein neues Bauamt eine deutliche Niederlage. Fotos: Edi Strub

Gemeinderat vermochte die Stimmbürger mit seinen Plänen nicht zu überzeugen

Die Errichtung eines neuen Bauamt-Gebäudes ist von den Magdener Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung vom Freitag mit grosser Mehrheit abgelehnt worden. Gemeindeammann André Schreyer zeigte sich von der deutlichen Niederlage überrascht: «Wir werden ein neues Projekt vorlegen müssen, wahrscheinlich an einem anderen Standort.»

Edi Strub

Trotz des strengen Covid-Schutzkonzepts kamen überraschend viele Stimmbürger, 116 an der Zahl, an die Gemeindeversammlung. Selbst der letzte Platz im Gemeindesaal war besetzt. Schon vor der Versammlung waren Gerüchte durchgesickert, es gebe organisierte Opposition gegen das Bauamt-Projekt. Vizeammann Rudolf Hertrich war dann auch bemüht, die Vorzüge des vom Gemeinderat ausgearbeiteten Projekts im Detail herauszustreichen – unter anderem mit einer Animation, die virtuell durch alle Räume und Stockwerke des neuen Bauamts führte. Doch vergeblich: das Projekt wurde mit 86 Nein-Stimmen gegen 27 Ja abgeschmettert. Der Gemeinderat hat nicht mit einer Niederlage gerechnet.

Warum die Gemeindeversammlung das Projekt so klar ablehnte, erschien nach der Versammlung nicht ganz klar. Die meisten, die Nein stimmten, hatten sich in der Diskussion nicht zu Wort gemeldet. Kritisiert wurde während der rund halbstündigen Debatte unter anderem die Lage auf dem Areal des ehemaligen Forstwerkhofes. Da sei einfach zu wenig Platz für ein gutes Projekt. Die Bauamtspläne seien ein «Geknübel» meinte ein Votant, Lastwagen könnten in der beengten Lage kaum wenden. Gemeindeammann Schreyer entgegnete, dass man auch andere Standorte in Betracht gezogen habe, dass aber keiner zu überzeugen vermochte. Auch das Argument eines kritischen Stimmbürgers, das neue Bauamt sei so konzipiert, dass es kaum erweitert werden könne, liess Ammann Schreyer nicht gelten. Magden könne nicht mehr wachsen und daher sei es unwahrscheinlich, dass das Bauamt in den kommenden fünfzig Jahren ausgebaut werden müsse. Kritik gab es schliesslich auch wegen der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gebäudes. Sie sei zu teuer und bringe zu wenig. Man würde besser woanders Solarstrom erzeugen. Ammann Schreyer akzeptierte den Entscheid der Gemeindeversammlung vorbehaltlos. «Wir können mit Niederlagen sehr gut umgehen», meinte er versöhnlich am Ende der Gemeindeversammlung.

Alle anderen Vorlagen des Gemeinderates wurden mit grosser Mehrheit und zum Teil sogar einstimmig angenommen. So unter anderem die Einbürgerung von drei Familien aus Deutschland und Grossbritannien sowie eines Mexikaners. Alle Einbürgerungskandidaten seien sehr gut in der Gemeinde integriert und hätten die Tests mit glänzenden Resultaten bestanden, berichtete Gemeindeammann Schreyer.

Schon zu Beginn der Versammlung stellte André Schreyer den neuen Gemeindeschreiber Severin Isler vor. Isler sei mit der Gemeinde gut vertraut, da er unter anderem die Lehre in Magden gemacht habe. Während der letzten Jahre war Severin Isler in Hellikon als Gemeindeschreiber tätig. «Ich fühle mich glücklich und geehrt, als Gemeindeschreiber nach Magden zurückkehren zu können,» sagt er. Als er in der Lehre gewesen sei, habe er sich nicht vorstellen können, später einmal selber auf dem Stuhl des Magdener Gemeindeschreibers zu sitzen

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