Aus Nuss wird Öl

Sa, 12. Dez. 2020
Foto: Hans Zemp

2020 war ein gutes Nussjahr, die Ernten fielen entsprechend üppig aus. Aus den Früchten kann ein feines Öl gepresst werden. In Olsberg in der Nussöli läuft ein Prototyp einer Kaltpresse seit 19 Jahren. Aus rund zehn Kilo Nüssen lässt sich ein Liter Nussöl herauspressen. (nfz)


Von der Nuss zum wertvollen Öl

Saubere Nüsse geben tolles Produkt

In diesem Jahr waren die Walnussbäume auch im Fricktal wieder sehr stark behangen. Die Früchte mit den harten Schalen sind sehr beliebt und gesund.

Hans Zemp

An den verschiedensten Orten im Fricktal und darüber hinaus sieht man Walnussbäume. Speziell stehen die pflegeleichten Bäume – sie brauchen keinen Baumschnitt – oft neben landwirtschaftlichen Gebäuden. Dort nehmen sie wichtige Funktionen wahr. Dazu gehören etwa die Insektenabwehr bei Miststöcken oder Hemmung des Graswuchses wegen der Gerbstoffe im Laub. Mäuse mögen das Laub weder unter dem Nussbaum noch im Keller bei den Kartoffeln. Ursprünglich stammt der Nussbaum aus dem Gebiet des Schwarzen Meers.

In diesem Jahr hingen sie bei uns wieder so richtig voller Früchte. Die Nüsse sind als Nahrungsmittel sehr wertvoll. Viele von ihnen werden einfach so gegessen, andere mengt man der Backmasse für vorweihnachtliche und weihnachtliche Süssigkeiten bei und wieder andere werden zu Öl verarbeitet. Beim Herausholen des Öls kennt man das Warmpressen und das sogenannte Kaltpressen. Beim Warmpressen sind die Früchte vorweg aus der Schale zu holen. Der Kern wird zur Weiterverarbeitung verwendet. Die daraus entstehenden Produkte sind Nussöl und Nussmehl. Das warm gepresste Nussöl ist etwa drei Monate haltbar, das kalt gepresste Öl bei sachgerechter Lagerung sicher ein Jahr.

Sauberkeit ist unabdingbar
Beim Kaltpressen ist darauf zu achten, dass die Früchte wirklich sehr sauber sind, will man hochwertigste Qualität erzielen. Am besten wäscht man sie mit einem Hochdruckreiniger. Anschliessend müssen sie trocknen, vorzugsweise an der frischen, sich bewegenden Luft bei Temperaturen unter 25 Grad Celsius. Saubere, trockene Walnüsse können dann gepresst werden.

In Olsberg in der Nussöli läuft ein Prototyp einer Kaltpresse seit 19 Jahren. Diese Maschine hat eine Belastungskraft von zirka 250 Tonnen und pulverisiert die Schalen und Nüsse förmlich. Die Nüsse bleiben an der Schale. Dieser Prozess nützt die Maschine stark ab.

Aus rund zehn Kilo Nüssen lässt sich ein Liter filtriertes und abgefülltes, hochwertiges Nussöl herauspressen. Bevor dieses aber filtriert und abgefüllt werden kann, bleibt es drei bis vier Wochen stehen, so dass sich weitere Feststoffe absetzen können. Das sandähnliche Schalenund Kernmaterial wird den Kühen in die Liegeboxen gegeben und geht später mit der Jauche auf das Feld, wo es sich nach rund vier Jahren zersetzt hat.

Baumnüsse sind sehr wertvoll
Die Baumnuss hat einen Fettanteil von etwa 36 Prozent und darin viele ungesättigte Fettsäuren. Von diesen lassen sich etwa 24 Prozent extrahieren. Das Baumnussöl hat alle für den Menschen nötigen Aminosäuren und ist so als kompletter Fleischersatz denkbar. Bei den Veganern und Vegetariern spielt dies im Menüplan eine grosse Rolle.

Neben den Fettsäuren enthält das Baumnussöl Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Alles Bestandteile, welche in irgendeine Weise für das Leben wichtig sind. Dank Kaltpressung kann man viele dieser Bestandteile erhalten. Der Salatsauce zugegeben, als Würze kalt auf Fleisch geträufelt, gibt es den Nahrungsmitteln eine wunderbare Note. Darum ist es den empfohlenen Kaufpreis von ungefähr 90 Franken für einen Liter jederzeit wert. Kein Wunder, dass aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland Nüsse zum Pressen angeliefert werden, was dann dazu führt, dass der Nussfachmann und Landwirt genug Arbeit für das ganze Jahr hat.

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