Unterstützung für Dorfladen Schupfart

Di, 24. Nov. 2020
Vierzig Leute hatte Gemeindeammann Heiz (links) erwartet – es waren doppelt so viel. Foto: Edi Strub

Es war eine reich befrachtete Traktandenliste, die es abzuarbeiten galt. Trotz Maskenpflicht an der Gemeindeversammlung kamen achtzig Stimmbürgerinnen und Stimmbürger und hielten drei Stunden lang durch bis zum Schluss. Ammann René Heiz zeigte sich hocherfreut über die Disziplin und das Engagement der Schupfarter für ihre Gemeinde.

Edi Strub

In der Turnhalle wurden fünfzig Stühle aufgestellt, alle mit grossem Abstand zueinander. Und auf den Stühlen lag für jeden Stimmbürger eine grüne Schutzmaske mit dem Logo der Gemeinde bereit. Gemeindeammann René Heiz demonstrierte am Anfang der Versammlung, wie man die Maske anzieht, damit sie auch für Brillenträger funktioniert. Vierzig Leute hatte Ammann Heiz erwartet, bei Beginn der Einwohnerversammlung waren es dann doppelt so viele, zusätzliche Stühle mussten reingetragen werden.

Der Gemeinderat hatte alles perfekt organisiert und die Stimmbürger wurden gebeten, sich bei ihren Wortmeldungen möglichst kurz zu fassen, damit die über zwanzig Traktanden speditiv abgearbeitet werden konnten. Allen Anträgen des Gemeinderats wurde mit meist grosser Mehrheit zugestimmt. So zum Beispiel der Einbürgerung von zwei deutschen Staatsangehörigen, die sich laut Gemeindeammann sehr gut integriert und die Fragen des Tests zu fast hundert Prozent richtig beantwortet hätten. Praktisch ohne Gegenstimme wurde auch der Beitritt zum Wärmeverbund Dorfmitte beschlossen, der es erlaubt, das Schulhaus inskünftig umweltfreundlich mit Holzschnitzeln aus regionaler Produktion statt mit Öl zu beheizen.

Zustimmung für Finanzierungsvertrag
Mehr zu reden gab dann die Situation des Dorfladens. Volg verlangt von der Genossenschaft, die den Laden betreibt, dass die Ladeneinrichtung erneuert und dem Erscheinungsbild von Volg angepasst wird. Gleichzeitig will die Post für die vom Laden erbrachten Dienstleistungen nicht mehr so viel zahlen. Nach dem Präsidenten der Genossenschaft, Daniel Müller, sind dies Dinge, die den Laden in finanzielle Bedrängnis bringen. Die Dorf laden-Genossenschaft hat mit der Gemeinde daher einen Finanzierungsvertag ausgehandelt, der den Laden beim gegenwärtigen Umsatz von knapp einer Million mit 20 000 Franken jährlich subventioniert. Mehrere Votanten kritisierten, dass Volg teure Anpassungen und Erneuerungen verlangt. Vielleicht sei es an der Zeit, nach Alternativen zu Volg zu suchen, meinte eine Votantin. Das sei geprüft worden, leider aber keine Lösung, erklärte Daniel Müller. Denn bei Preis und Angebot könnten diese alternativen Ketten mit Volg nicht mithalten. Die Schupfarter müssten nach einem Wechsel des Partners mehr bezahlen für ihre Waren. Am Schluss beschloss die Gemeindeversammlung, dem Unterstützungsvertrag zuzustimmen.

Steuerfuss wird reduziert
Zum Abschluss der Versammlung ging es noch um das Budget und die Senkung des Steuerfusses von 116 auf 113 Prozent. Die Finanzlage der Gemeinde Schupfart sei gut, erklärte Vizeammann und Finanzverantwortlicher Thomas Kyburz. Schupfart habe in den vergangenen Jahren ansehnliche Überschüsse erwirtschaftet, weil die Bürger offenbar mehr verdienten und damit mehr Steuern bezahlten. Ausserdem fielen durch den Verkauf des Oberstufenzentrums Fischingertal Kosten weg.

Auch das Budget und die Steuersenkung wurden, wie alle anderen Anträge des Gemeinderates, mit grosser Mehrheit angenommen.

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