Advent findet statt

Do, 26. Nov. 2020
Die Kunstwerke von Ralf Knoblauch sind in der Josefskirche in Rheinfelden zu sehen. Foto: zVg

Ausstellung: «Auch du trägst eine Krone»

«Verschoben» und «absagt», zwei Worte, die zurzeit Hochkonjunktur haben. Aber zum Glück nicht überall. Advent findet statt. Ganz besonders in der römisch-katholischen Kirche in Rheinfelden. In der Advents-Ausstellung in der Josefskirche Rheinfelden stehen königliche Figuren von Ralf Knoblauch im Zentrum. Sie schenken der Würde des Menschen ganz besondere Aufmerksamkeit. Nähert man sich seinen Skulpturen, so scheinen diese schweigend zu sagen: «Rühr mich an!» Das Material Holz mit seinen Schrunden, Rissen und Unebenheiten ist wie wir Menschen: Versehrt, vom Leben gezeichnet, und genau deshalb würdig und schön geworden. Wie du und ich.

Seine Königinnen und Könige haben für Ralf Knoblauch eine bestimmte Intention: Sie tragen das Thema Würde an die Ränder der Gesellschaft. Das tun sie an ganz unterschiedlichen Orten und in vielfältigen Kontexten; bei geflüchteten Menschen am Rande des Mittelmeers, bei Arbeitsmigrantinnen und -migranten im Nahen Osten, in den Kriegsgebieten Syriens und in Ralf Knoblauchs pastoraler Arbeit an den sozialen Brennpunkten Bonns. Scheinbar machtlos und bescheiden zeigen sie ihre Grösse und Würde im Verborgenen.

Es sind Ecken und Kanten, die die Königin und den König ausmachen. Die Krone ist ein fester Bestandteil. Gar nicht prunkvoll, aber golden; auf dem Kopf, in der Hand, neben den Füssen auf dem hölzernen Sockel. Alle Figuren haben die Augen geschlossen. Sie erinnern daran, wie zart wir Menschen sind. Und sie verweisen auf die Chance, das Königliche in uns selber neu zu entdecken. «Der Mensch ist die Lösung. Der berührbare Mensch. Der verletzliche Mensch. Der Mensch, der – wie alle Königskulpturen – die Augen geschlossen hat. Wer die Augen geschlossen hat, macht sich besonders verwundbar. Er sieht nicht, was ihm geschieht. Man könnte ihm etwas antun; er ist verletzlich. Wenn wir vor ihnen stehen, passen nicht diese auf uns auf, sondern es ist umgekehrt: sie fordern uns stumm auf, Verantwortung für sie zu übernehmen, für sie da zu sein und sie zu beschützen», heisst es in einer Medienmitteilung. (mgt)

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag: 17 bis 20 Uhr. Samstag: 14 bis 16 Uhr. Sonntag: 10.30 bis 12 Uhr sowie 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Könige stehen auch im Zentrum der Rorate-Feiern im Advent: 3., 10. und 17. Dezember: 6 Uhr, meditative Roratefeier. 7 Uhr, Roratefeier mit adventlichen Texten. Taizé-Gebet: 1., 8., 15. und 22. Dezember, 18 Uhr.

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