«Wichtig, ein Feedback zu bekommen»

Fr, 20. Nov. 2020
Peter Weber (von links), Oliver Kalt, Matthias Keller und Sandra Hauri. Foto: bz

Mit einer Ausnahme allen Geschäften zugestimmt

Sämtliche Traktanden der Einwohnergemeindeversammlung von Mettauertal wurden gutgeheissen. Die Ortsbürger sprachen sich jedoch gegen die Vereinigung mit der Einwohnergemeinde aus.

Bernadette Zaniolo

«Seit dem 2. Weltkrieg waren wir wohl nie mehr in einer solchen Situation», sagte Gemeindepräsident Peter Weber einleitend. «Für uns als Gemeinderat ist es jedoch wichtig, ein Feedback zu bekommen», führte er in Bezug auf vereinzelte Kritik, in diesen Zeiten eine Versammlung abzuhalten, an. Er erinnerte, dass die letzte Versammlung ein Jahr zurück liege und dass der Gemeinderat in Sinne der Stimmbürger weiterarbeiten wolle.

Der Gemeinderat wollte die Ortsbürgergemeinde mit der Einwohnergemeinde vereinigen und damit die Ortsbürgergemeinde auflösen und das Eigenkapital von rund 3,4 Millionen Franken in einen zu errichtenden Waldfonds überführen. «Der Wald ist heute mehr als ein Holzlieferant», betonte Peter Weber. Er zeigte auf, dass es im Wald starke Veränderungen gibt. Deshalb wollte er möglichst alle Bürger «ins Boot holen». Mehrere Ortsbürger sprachen sich jedoch gegen dieses Vorhaben aus. Einerseits bestehe keine Notwendigkeit und andererseits hätten die Ortsbürger wohl eine grössere Beziehung zum Tal, als solche die zu- und dann wieder wegziehen. Ein Dorn im Auge war auch, dass es im Reglement nur eine «Absichtserklärung» in Bezug auf die Entnahmen aus dem Waldfonds gebe. Für den Zusammenschluss von Ortsbürgergemeinde und Einwohnergemeinde wären die Zustimmung beider Gemeindeversammlungen nötig gewesen und sie hätten danach von beiden an der Urne bestätigt werden müssen. Die Mehrheit (16 Nein/10 Ja) der 31 (von 423) anwesenden Ortsbürger lehnte den Zusammenschluss ab; die Einwohnergemeinde hatte diesem Begehren mit 32 Ja- zu 23 Nein zugestimmt. Beide Versammlungen haben der Errichtung des Waldfonds zugestimmt. Diese wird jedoch aufgrund des Negativentscheids in Sachen Zusammenschluss hinfällig.

Ohne Wortmeldungen und mit grossem Mehr winkte der Souverän die anderen Geschäfte der Einwohnergemeindeversammlung im Sinne des Gemeinderates durch. So etwa die Verpf lichtungskredite «Erschliessung Altweg Mettau» (920 000 Franken) und «Ersatz Wasserleitung mit Belagssanierung Aeschstrasse Wil» (300 000 Franken) sowie die insgesamt sieben Kreditabrechnungen.

Der Gemeindepräsident beleuchtete einige finanzielle Punkte. Das Investitionsvolumen ging von 12,8 Millionen Franken im Jahr 2018 auf 7,8 Millionen Franken im Jahr 2019 zurück. Die Nettoschuld pro Einwohner belief sich auf 757 Franken. Die Kosten-Entwicklung bei der Sozialen Wohlfahrt «schmerzt», so Weber. Auch die immer grösser werdenden Kostenübernahmen für nichtbezahlte Krankenkassenprämien und Selbstbehalten bereiten Sorgen. Das Budget 2021 weist einen Aufwandüberschuss von 488 703 Franken aus und basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 109 Prozent. Es wird, trotz moderatem Bevölkerungszuwachs (aktuell 2080 Einwohner), mit einem analogen Steuerertrag (wie 2020) von 5,19 Millionen Franken gerechnet.

Mit Applaus und Dank wurden die Gemeinderäte Oliver Kalt und Matthias Keller (aufgrund des Auslandaufenthaltes erst jetzt möglich) verabschiedet. Sandra Hauri wurde als neue Gemeinderätin willkommen geheissen. An der Einwohnergemeindeversammlung nahmen 66 von total 1452 Stimmberechtigten teil.

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