Wie ein Virus das Vereinsleben durchschüttelt

Fr, 16. Okt. 2020
Das klassische Abklatschen nach dem Training ist nicht mehr Alltag. Neu wird zum Beispiel mit dem Ellenbogen «abgeklatscht». Fotos: zVg

Dass ein anfänglich kleines Virus so einen grossen Einfluss auf den Sport, das Leben, einfach auf alles haben kann, hätte wohl niemand gedacht. Wie ein Verein mit den jetzigen Restriktionen umgeht, zeigt das Beispiel von Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten.

Melanie Kägi

Wie gewohnt starteten die Teams von Laufenburg-Kaisten Mitte August in die neue Saison und trotzdem war alles anders als in anderen Jahren. Abstand halten – das grosse Thema. Das Schutzkonzept im Volleyball sieht vor, dass das sportliche Treiben auf dem Feld normal und ohne Einschränkungen durchgeführt werden kann. Zum Glück, 1.5 Meter Abstand halten beim Angreifen oder Blocken wäre auch unrealistisch und nicht spielgetreu. In Momenten, wo hingegen Abstand gehalten werden kann, wird dafür gesorgt. Zum Beispiel, wenn der Trainer Spielzüge erklärt. Eine Änderung gibt es auch im normalen Umgang miteinander. Im Sport klatschen Spieler und Trainer am Ende ab. Seit Corona ist de klassische Handschlag aber verpönt. So mussten neue Version her, wie zum Beispiel mit dem Ellenbogen oder den Füssen abklatschen. Zu Beginn traten da noch viele in ein Fettnäpfchen – etwas das jahrelang so gemacht wurde, einfach umzuändern, ist schwerer als gedacht.

Erste «besondere» Heimrunde
Am kommenden Sonntag gilt es für die Teams von Smash 05 ernst. Die erste Heimrunde, wo mehrere dutzend Fans erwartet werden, findet statt. Das Corona-Virus beeinflusst natürlich auch hier das Geschehen: Zum Beispiel gilt eine Personen-Beschränkung von 100 Zuschauern. Würde man mehr Leute in die Halle lassen, müsste die Halle in Sektoren eingeteilt werden – dies zu kontrollieren ist für einen klassischen Dorf-Verein einfach nicht möglich.

Schliesslich gilt es, die Corona-Regeln vom Bund einzuhalten, allen voran das Contact-Tracing. Neu sitzt am Eingang der sogenannte «Covid-Kontrolleur» – dieses Vereinsmitglied kontrolliert, dass die Besucher sich in der Kontaktliste eintragen und zählt, damit die 100er-Marke nicht überschritten wird.

Was nicht zu vergessen ist: die Maskenpflicht. Trägt Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten ein Heimspiel aus, gilt das Masken-Obligatorium. Wer keine trägt, dem wird der Zutritt zur Halle vom «Covid-Kontrolleur» verwehrt. Ein nicht ganz einfacher Posten, das Vereinsmitglied muss eine Art «Türsteher» spielen, was je nach Verständnis des Zurechtgewiesenen auch Diskussionen und Schwierigkeiten mit sich bringen könnte.

Das soziale Vereinsleben fehlt
Was für einen Sportverein wie Volley Smash 05 wichtig ist, sind die lokalen Anlässe. Man zeigt sich, kann sich mit den Menschen aus der Region unterhalten, über lustige Erlebnisse lachen oder netzwerken. Und nicht zu vergessen: sie bringen der Vereinskasse Einnahmen, womit die Mitgliederbeiträge tief gehalten werden können. Diverse Anlässe, wie unter anderem die Herbstmesse Laufenburg oder die 1. August-Feier in Laufenburg, wurden wegen des Corona-Virus bereits abgesagt. Und was klar ist, auch viele weitere Anlässe werden dem Corona-Virus zum Opfer fallen. Zum Beispiel muss Smash 05 sein alljährliches Grümpeli absagen. Der Aufwand, einen Anlass unter Corona-Restriktionen durchzuführen, wäre ein zu grosser Aufwand – und in solch schwierigen Zeiten auch ein zu grosses Risiko.

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