Kauz und Kröte auf die Sprünge helfen

Fr, 23. Okt. 2020
Auf dem Meler Feld erfoglte die Ansaat von Buntbrachen.

Naturfonds Salzgut zeigt erste Erfolge

Der Naturfonds Salzgut der Schweizer Salinen wurde 2019 ins Leben gerufen um in jenen Gebieten, wo heimisches Salz gewonnen wird, Projekte für den Natur- und Landschaftsschutz zu fördern. In der ersten Förderrunde wurden 18 von 22 eingereichten Projekten bewilligt.

Mittlerweile hat ein Grossteil der Förderprojekte mit der Umsetzung begonnen. Zwei Projekte und deren aktueller Entwicklungsstand konnten Mitte Oktober vorgestellt werden. Die Projektbeteiligten, sowie Vertreter vom Naturfonds Salzgut und den Schweizer Salinen machten sich von der Saline Riburg auf, um die Umsetzung der Projekte «Biodiversität im Melerfeld» sowie «Amphibienförderung Olsberg» zu besichtigen.

Biodiversität im Meler-Feld
In Zusammenarbeit mit den lokalen Bauern fördert der Verein Naturund Vogelschutz Möhlin die ökologische Aufwertung im Melerfeld zugunsten einer höheren Biodiversität. Das weitläufige, fruchtbare Ackerbaugebiet befindet sich zwischen Möhlin, Wallbach und Zeiningen. Die enge Zusammenarbeit mit Landwirten ist dabei für den NV Möhlin zentral, damit eine nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln gleichzeitig mit der Förderung der Artenvielfalt einhergeht. Das Projekt sieht dafür die Unterstützung der Bauern durch Zusatzbeiträge und Beratung vor. Die Landwirte müssen, wenn sie am Programm teilnehmen wollen, mindestens drei von insgesamt acht angebotenen Projektmassnahmen umsetzen. Massnahmen sind zum Beispiel die Ansaat von Buntbrachen oder das Ausbringen von Getreide in weiter Saat sowie die Aufwertung von Feldscheunen. In den letzten zwei Jahren fand besonders das Anlegen von Kleinstrukturen bei den Bauern Anklang: 324-Mal wurden solche Asthaufen oder dornigen Strauchgruppen angelegt, weitaus öfters als die ursprünglich angestrebte Realisierung von 100 solcher Strukturen. Ausgerichtet sind die Fördermassnahmen auf fünf sogenannte «Zielarten»: Feldlerche, Steinkauz, Kreuzkröte, Wildbiene und Ackerflora. Profiteure sind jedoch alle Pflanzen und Tiere in den geförderten Flächen und damit auch der Mensch als Erholungssuchender oder eben der Landwirt.

Wald-Reservat in Olsberg
Das Amphibienprojekt, das die Gemeinde Olsberg, die in den beiden Kantonen Aargau und Basel-Land liegt, in Zusammenarbeit mit Pro Natura Aargau und creanatira realisiert, widmet sich dem Erhalt des Lebensraums der gefährdeten Amphibienarten Gelbbauchunken und Geburtshelferkröten. Im Olsberger Waldgebiet wurden in einer ersten Etappe an drei Standorten über 20 neue Tümpel angelegt, um die sonst rückläufigen Populationen der Amphibien zu fördern. Mit vorhandenem Lehm vor Ort wurden die Becken der Laichgewässer erstellt. Die Kleingewässer bieten Kaulquappen ideale Entwicklungsbedingungen, um nach einigen Wochen das Gewässer verlassen zu können. Und genau das ist zur Freude der Beteiligten bereits geschehen: Die ersten Jungtiere sind nach der Metamorphose im August 2020 über den Beckenrand hinaus in den Wald «gewandert». Zählungen ergaben bis zu fünfzehn Gelbbauchunken an einem der drei Standorte. Ein grosser erster Erfolg, wie die Projektverantwortlichen betonen. Damit auch ein Beitrag zur Umweltbildung geleistet werden kann, wurden zugängliche Tümpel in der Nähe eines Wander-Rastplatzes errichtet. Informationsschilder klären zudem über die Besonderheiten eines jeden Standorts auf. Die zweite Etappe sieht im Frühjahr 2021 weitere Massnahmen in Form von weiteren Tümpeln und der Schaffung eines attraktiven Landlebensraums vor. Beide vorgestellten Projekte ziehen bereits heute eine positive Bilanz und die Projektverantwortlichen blicken aufgrund des nachhaltigen Förderansatzes zuversichtlich in die Zukunft. Anstehende Folgeetappen und ein langfristiger Zeithorizont lassen auf weitere positive Auswirkungen für Flora und Fauna hoffen. (nfz)

www.salzgut.ch

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