Die Marke Kunz bleibt

Fr, 02. Okt. 2020
Michael Bracher blickt optimistisch in die Zukunft. Foto: Susanne Hörth

Geschäftsinhaber Michael Bracher setzt auf Bewährtes und auch den Mut für Neues

Mit Jahresbeginn hat Michael Bracher das Bäckerei-Unternehmen Kunz AG in Frick übernommen. Kaum gestartet, wurde er vom Lockdown überrascht. Eine Zeit, so der neue Geschäftsinhaber, die er zusammen mit einem tollen Mitarbeiter-Team habe meistern können.

Susanne Hörth

«Herausfordernd, aber spannend und sehr bereichernd», umschreibt Michael Bracher kurz die zurückliegenden neun Monate. Dass ihn mit der Übernahme des Fricker Bäckerei/Konditorei-Unternehmens Kunz AG eine grosse Aufgabe erwartete, er sich vielen Herausforderungen stellen und dabei stets den Blick für das Detail wie auch das grosse Ganze haben muss, dessen war sich der grossgewachsene Mann aus Küttigen durchaus bewusst. Auf diese Aufgaben hat er sich gefreut und sie auch gerne angenommen. Das nötige Rüstzeug bringt der 38-Jährige in seinem gut gefüllten Berufserfahrungsrucksack schliesslich auch mit. Bracher hat seine berufliche Laufbahn in der Milchwirtschaft begonnen, später das Studium zum Lebensmittelingenieur angehängt und dann auch noch den Master in Betriebswirtschaft gemacht. Nach mehreren Jahren Führungserfahrung in grossen Unternehmen wechselte er zu einem KMU-Unternehmen. Als Betriebsleiter und Geschäftsleitungsmitglied konnte er sein Knowhow noch weiter ausbauen. Zudem: «Ich lernte die KMU-Landschaft kennen und schätzen. Gleichzeitig konnte ich ein grosses Netzwerk aufbauen.» Letzteres sorgte auch dafür, dass er von der Suche von Markus und Madeleine Kunz nach einem Nachfolger für ihr Fricker Bäckerei/Konditorei/ Confiserie-Unternehmen erfuhr.

Nach Einarbeitungszeit erfolgte die Geschäftsübergabe
Nach mehreren Monaten an der Seite von Markus Kunz im vergangenen Jahr übernahm Michael Bracher am 1. Januar dieses Jahres dann das Unternehmen, zu welchem neben dem Hauptsitz in Frick mit Café, Bäckerei und Konditorei auch die drei Filialen in Eiken, Stein und Gipf-Oberfrick gehören. «Die Marke Kunz weiter zu betreiben war für mich absolut klar und selbstverständlich», sagt der neue Geschäftsinhaber. Der Name Kunz stehe für Qualität und Innovation. Diese hohen Werte beizubehalten und weiterzuentwickeln, ist ein grosses Anliegen Brachers. Er verweist – wie mehrfach im Gespräch mit der NFZ – auf die rund 80 Mitarbeitenden der Firma. Sie seien es, die massgebend zum Erfolg beitragen würden. Die Frauen und Männer, die tagtäglich in der Backstube, in der Konditorei und auch ganz besonders in den Cafés die Kunden bedienen, stünden an vorderster Front.

Wie wertvoll ein gutes Team ist, zeigte sich laut Michael Bracher auch in den Monaten des Lockdowns. «Alle Mitarbeitenden haben während der drei Monate teilweise in Kurzarbeit und unter komplett neuen Voraussetzungen bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten sehr grosse Flexibilität bewiesen. Ich konnte mich auf jeden einzelnen von ihnen verlassen.» Die vom Bund geforderten Schutzmassnahmen wie etwa die Plexiglasscheiben an den Verkaufstheken, die Desinfektionsmittel an den Eingängen, die Abstandsregelungen und Kundenzahlbeschränkungen im Geschäft wurden bei «Kunz» sehr früh umgesetzt und von den Angestellten gut mitgetragen. Froh ist Bracher, dass er trotz der schwierigen Zeit keine Kündigungen habe aussprechen müssen. Bracher konnte die Bäckereien während des Lockdowns weiter betreiben, die Cafés hingegen musste er schliessen.

Alltag und Zukunft
In den Cafés werden längst wieder Gäste bedient. Plexiglasscheiben zwischen den Tischen sind Teil der nach wie vor konsequent eingehaltenen Schutzvorkehrungen. «Für das Servicepersonal ist das nicht immer einfach. Denn nicht jeder Kunde zeigt das gleiche Verständnis.» Es sei einfacher gewesen, als die Schutzkonzepte vom Bund vorgegeben worden waren. Jetzt habe jeder Kanton seine eigenen Vorgaben. Das führe, so Bracher, oft zu grossen Verunsicherungen. Grosses Lob spricht Michael Bracher dem Gewerbeverein Geref (Gewerbe Region Frick-Laufenburg) aus. Gerade während der Lockdown-Wochen habe sich gezeigt, wie wichtig eine solche Plattform für das Gewerbe sei.

Wenn auch die Corona-Situation Spuren hinterlassen hat – «Wir sind zum Beispiel bei der Mittagsverpflegung noch lange nicht auf dem Niveau wie vor der Pandemie» – blickt Bracher optimistisch nach vorne. Er hatte sich vorgenommen, sein erstes Jahr als Inhaber zur vertieften Einarbeitung in die verschiedenen Unternehmensbereiche zu nutzen. Der Lockdown habe dieses Vorhaben nicht blockiert. Jeder Einblick mehr fliesst auch in die Strategie ein, die Michael Bracher für die Zukunft des Betriebes einschlagen möchte. Dabei legt er, wie bereits erwähnt, grossen Wert auch auf die Beibehaltung von Bewährtem und Vertrautem.

Im Hintergrund hat sich das eine oder andere aber auch schon verändert. Manches wurde optimiert. Im Bereich Administration gab es Neuanstellungen. Eine sichtbare Veränderung steht kurz vor der Fertigstellung. Gegenüber vom Café Kunz in Frick, da, wo man früher Markus Kunz beim Konfitüre herstellen beobachten konnte, ist in den letzten Wochen durch Umbauarbeiten eine Tagesbäckerei entstanden. Durch die grossen Schaufenster werden die vorbeigehenden Passanten schon bald zuschauen können, wenn die Gipfeli, Spitzbuben und andere Backwaren geknetet, geformt und in die Öfen geschoben werden.

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