Junge Patienten brauchen viel Unterstützung

Di, 01. Sep. 2020
Der Betrieb des Kindertherapiezentrums ist nicht kostendeckend, aber die Nachfrage steigt. Foto: zVg

Kindertherapiezentrum der Reha Rheinfelden

Pro Woche werden rund 250 Therapien im ambulanten Kindertherapiezentrum der Reha Rheinfelden durchgeführt. Die Nachfrage steigt seit Jahren.

Valentin Zumsteg

Auch während des Lockdowns wegen Corona blieb das ambulante Kindertherapiezentrum der Reha Rheinfelden in Betrieb – allerdings eingeschränkt. «Die ganz wichtigen Behandlungen, die von Ärzten verordnet wurden, haben wir durchgeführt. So behandelten wir zum Beispiel ein Neugeborenes mit einer extremen Fussfehlstellung. Das konnten wir trotz des Lockdowns nicht einfach aufschieben», erzählt Annalena Trefzger, die seit Januar 2019 das Kindertherapiezentrum leitet. Ganz geschlossen blieben jedoch die beiden Aussenstandorte in den Heilpädagogischen Schulen in Rheinfelden und Frick.

Vom Neugeborenen bis zum jungen Erwachsenen
Seit dem Frühsommer hat sich die Situation wieder etwas normalisiert, die Schutzmassnahmen werden aber noch immer streng umgesetzt. So tragen die Therapeuten und – wenn möglich – auch die Kinder und Jugendlichen eine Maske während den Behandlungen.

Pro Woche werden im Durchschnitt rund 200 junge Patienten, die 250 Therapiestunden erhalten, behandelt. Das Altersspektrum reicht vom Neugeborenen bis zum jungen Erwachsenen, der das Therapiezentrum seit Jahren besucht. «Die Zahlen steigen stetig. Das hängt unter anderem mit der anhaltend hohen Zahl an Frühgeburten zusammen», schildert Trefzger. Ein anderer Grund: In der ganzen Schweiz gibt es nur eine einzige stationäre Kinder-Reha in Affoltern am Albis; sie gehört zum Kinderspital Zürich. «Die Wartezeiten sind dort teilweise sehr lang», schildert Annalena Trefzger. Deswegen ist die Nachfrage nach ambulanten Angeboten gross.

Im Kindertherapiezentrum der Reha Rheinfelden arbeiten insgesamt elf Therapeutinnen und Therapeuten sowie zwei Neuropsychologinnen. Neben Physiotherapie werden Ergotherapie und Neuropsychologie angeboten. Deutlich gewachsen ist in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach Hippotherapie, also Physiotherapie auf dem Pferd. Deswegen steht der Reha nun ein zweites Tier für die Behandlungen der Kinder und Jugendlichen zur Verfügung.

Intensive Tagesreha
Seit rund einem Jahr baut das Kindertherapiezentrum auch sein Angebot im Bereich Tagesreha aus. «Dabei bekommen die Kinder – zum Beispiel nach einer Operation – pro Tag vier bis fünf Therapien, sie können aber abends zum Schlafen nach Hause. Das ist intensiv und dauert in der Regel vier Wochen», erklärt Trefzger.

Die Arbeit mit Kindern ist aufwändig. Wenn nötig, machen die Therapeutinnen und Therapeuten sogar Hausbesuche. Ein Teil der Kosten – insbesondere bei robotergestützten Therapien – wird von den Kassen jedoch nicht getragen; hier springt die Stiftung zur Unterstützung des Kindertherapiezentrums der Reha Rheinfelden ein. Ohne das Stiftungsgeld könnte der Betrieb in der heutigen Form nicht aufrechterhalten werden. «Das Kindertherapiezentrum ist der Reha Rheinfelden ein grosses Anliegen. Wir spüren bei der Klinikleitung starken Rückhalt», erklärt Annalena Trefzger.


Stiftung ermöglicht Therapien

Der Betrieb des Kindertherapiezentrums der Reha Rheinfelden ist nur dank Stiftungsgeldern möglich. Am Dienstag, 8. September, führt die Reha Rheinfelden mit ihrer Golf Medical Clinic in Kooperation mit dem Golfzentrum Rheinfelden zum zwölften Mal ein Charity-Golfturnier zugunsten des Therapiezentrums für Kinder durch. Pro Teilnehmerin und Teilnehmer kommen 150 Franken der Stiftung des Kindertherapiezentrums zugute. (nfz)

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