«Peter» ist auf dem Weiterflug

Fr, 11. Sep. 2020
Francesco Biondi, der die Patenschaft für «Peter» übernommen hat, lässt den Fischadler in die Freiheit. Foto: zVg/Stiftung PanEco/Greifvogelstation Berg am Irchel

Dem in Rheinsulz «gestrandeten» Fischadler geht es gut. Auf seinem Weiterflug – von Flaach nach Afrika – wurde der Greifvogel unweit des Fricktals nochmals gesehen.

Bernadette Zaniolo

Für den in Rheinsulz, einem Ortsteil der Gemeinde Laufenburg geretteten Greifvogel, scheint sich ein Happy End abzuzeichnen. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem von einem Mitarbeiter des Fischerguts in einem Weiher entdeckten Vogel um einen Fischadler. Das erschöpfte Tier wurde dann in die Greifvogelstation in Berg am Irchel gebracht (die NFZ berichtete). Dort wurde es von Andi Lischke, dem Leiter der Greifvogelstation, und seinem Team gepf legt. Am 1. September wurde «Peter» (der Fischadler erhielt den Namen von seinem Retter) von Francesco Biondi, einem Tierpfleger des Zoo Zürich, in die Freiheit entlassen. Biondi hat die Patenschaft für den Fischadler übernommen.

Sehr zur Freude der anwesenden Vogelfreunde tauchte kurz nach der Freilassung von «Peter» ein zweiter, ähnlich grosser Greifvogel am Himmel auf. Nach einem Blick durch sein Fernglas bestätigt Andi Lischke voller Freude: «Da ist noch ein Fischadler, was für eine wunderbare Geschichte», wie es in der Winterthurer Zeitung «Der Landbote» heisst. Und wunderbar geht es weiter. Auf seinem Flug ins Winterquartier nach Afrika kommt der Fischadler – am Montag dieser Woche – einem Ornithologen am Klingnauer Stausee vor die Linse. Dieser meldet die Beobachtung der Greifvogelstation. Aufgrund des gut sichtbaren Rings ist schnell klar, dass es sich um den jungen Fischadler handelt, der in Rheinsulz vor dem Ertrinken gerettet wurde. Der Greifvogel stammt aus Karwe in Brandenburg, wo er am 24. Juni beringt wurde. Wie Andi Lischke gegenüber der NFZ sagt, handelt es sich aufgrund der Grösse und des Gewichtes vermutlich um ein Weibchen. Um es genauer feststellen zu können, wäre eine DNA-Probe nötig gewesen.

Wer weiss, vielleicht w ird «Peter» ja im nächsten Jahr wieder in der Region zu sehen sein, wenn er vom Winterquartier an seinen Geburtsort in Norddeutschland zurückfliegen wird. Die Vogelart gilt in der Schweiz seit fast 100 Jahren als ausgestorben. Zu Zugzeiten, von März bis Mai oder August bis Oktober, sind hin und wieder Fischadler am Schweizer Himmel zu beobachten. Im freiburgischen Bellechasse setzt sich die Organisation Nos Oisesaux seit einigen Jahren für die Wiederansiedlung von Fischadlern ein (die NFZ berichtete). Damit dies gelingt, müssen laut Andi Lischke, sehr viele Faktoren zusammenspielen. Doch wer weiss, vielleicht geschieht das schier Unmögliche und das Naturschutzgebiet Thurauen oder das Fricktal wird zur neuen Heimat von Fischadler «Peter» und seiner Familie.

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