Viele Fäuste für ein Halleluja

Sa, 11. Jul. 2020
Zuletzt vermochten die Fricktaler Faustballer in Tecknau zu überzeugen.

So rocken die Fricktaler Faustballer gerade die Nationalliga

Fans und Spieler haben sich das anders vorgestellt, umso schöner ist es jetzt gekommen: Als Neuling in der NLB fuhr das Team der FG Fricktal bislang ausschliesslich Siege ein. Bei Meisterschaftshalbzeit ist ein direkter Wiederabstieg kaum mehr Thema.

Ronny Wittenwiler

«Nein, ganz und gar nicht», sagt ein gut gelaunter Björn Bischofsberger. Der bald Zweiundzwanzigjährige gehört zu den jungen Wilden, die gerade die Nationalliga B der Faustballer aufmischen. Vier Spiele, acht Punkte, Tabellenführer der Gruppe West. «Nein, ganz und gar nicht haben wir mit so einem Start gerechnet», sagt Bischofsberger von der FG Fricktal. «Eigentlich sind wir diese Saison mit dem Ziel angetreten, die Liga halten zu können.» Wenn man bedenkt, dass die FG Fricktal als Aufsteiger von der 1. Liga erstmals auf nationaler Stufe spielt, dann schien diese Zielsetzung durchaus sinnvoll. Jetzt, bei Hälfte der regulären Spielzeit, scheint der Ligaerhalt so gut wie gesichert. Wie kommt das?

Steiler Aufstieg
Der Hunger nach mehr dürfte viel mit dem aktuellen Kader zu tun haben. Die meisten Akteure sind zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Jahre jung und wahrscheinlich im besten Alter, um punkto Kondition mit der Gangart auf nationalem Niveau zurechtzukommen. Hier in der Nationalliga jedenfalls passt das Klischee vom Altherrensport so schlecht, wie die berühmte Faust aufs Auge. «Auf regionaler Ebene hörten wir diesen Spruch immer mal wieder», sagt Bischofsberger. «Heute ist das nicht mehr der Fall.» Der steile Aufstieg kommt nicht von ungefähr. Als im Jahr 2016 der TV Wittnau und die FB Gipf-Oberfrick die Faustballgemeinschaft Fricktal gegründet hatten, setzten sich die Verantwortlichen bereits das Ziel, auf mittelfristige Sicht hinaus die Nationalliga zu erreichen. Und jetzt, nach dem realisierten Aufstieg und dem starken Ausrufzeichen ist klar: Dieses Team ist gekommen, um zu bleiben. Oder vielleicht noch mehr? «Träumen kann man immer», sagt Bischofsberger kurz und knapp. Setzt dann nach: «Die Barrage zu spielen wäre natürlich toll.»

Bis es soweit wäre, sind allerdings noch einmal zwei Spielrunden für die FG Fricktal ausstehend (am 22. August in Kirchberg; am 29. August in Neuendorf).

Ausblick
An diesen beiden letzten Spielrunden trifft das Team von Trainer Roland Brogle auf den STV Staffelbach, den STV Vordemwald, den STV Oberentfelden 2 und Faustball TV Kirchberg. Und da zeigt sich mit Blick auf die Tabelle: Es wartet in dieser zweiten Saisonhälfte die endgültige Reifeprüfung auf die Fricktaler, sind doch drei der vier verbleibenden Gegner die direkten Verfolger der jungen Fricktaler. Entsprechend sagt Björn Bischofsberger, wahrscheinlich stellvertretend fürs ganze Team: «Es wäre falsch, uns auf den bisher erzielten Resultaten auszuruhen.» Wer am Ende ganz oben steht, kämpft gegen den Sieger der anderen NLB-Gruppe (Ost) und gegen den Tabellenletzten der NLA um den Platz in der höchsten Spielklasse für die kommende Saison. Das aber ist fürs erste sicher einmal ferne Zukunft – wenngleich die FG Fricktal, besonders im Angriff bislang stark agierend, als Neuling bereits mächtig Musik gemacht hat. Viele Fäuste sorgen im Fricktal für ein Halleluja. So kann es weitergehen.

Wegen Corona wird in der NLB eine verkürzte Meisterschaft ausgetragen. Anstelle der üblichen Hin- und Rückspiele (sechzehn Spiele) treffen alle neun Teams jeweils nur einmal aufeinander (also acht Spiele für jedes Team).

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