Neue Wege beim Pferdesport-Event

Di, 21. Jul. 2020
Sorry Frau, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Am 26. Juli findet im Sparblig in Gansingen das erste Gymkhana statt: 58 Anmeldungen liegen für die erste Austragung in Gansingen vor. Der sportliche Geschicklichkeitswettbewerb verspricht Spass und Freude, zudem zählt er zum Gymkhana-Cup des Pferdesportverbandes Nordwest (PNW).

Bernadette Zaniolo

Der Reit- und Fahrverein Laubberg Gansingen geht nach 43 Jahren neue Wege. Anstelle des traditionellen Springreitens wird im idyllisch gelegenen Sparblig erstmals ein Gymkhana durchgeführt. Wie OK-Präsident Dölf Erdin gegenüber der NFZ sagt, zählt dieser Geschicklichkeitswettbewerb zum Gymkhana-Cup des Pferdesportverband Nordwest (PNW). «Wir sind ein totaler Newcomer», verrät Erdin. Das Starterfeld sei mit 58 Anmeldungen gross. «50 Anmeldungen sind schon sehr gut», weiss der OK-Präsident. Die Liste der Teilnehmer zeigt wiederum eine überregionale Beteiligung; Reiterinnen und Reiter aus dem Basel- und Züribiet sowie der Ostschweiz und dem Aargau werden sich in Gansingen in fünf Kategorien messen. «Von der Bodenarbeit bis zum Paar-Gymkhana ist für jeden etwas dabei», ist Erdin überzeugt. Und wenn in diesem Jahr Corona bedingt schon keine Olympiade stattfindet, setzt der Reit- und Fahrverein Laubberg Gansingen ein Zeichen: Das Gymkhana findet unter dem Motto «Laubberg-Olympiade» statt.

«Gerade letzte Woche haben wir den Teilnehmern die Liste mit den Startzeiten und dem Programm zugestellt», freut sich Dölf Erdin.

Der Anlass stand auf der Kippe
Gleichzeitig blickt der OK-Präsident auf eine arbeitsintensive und bewegende Zeit zurück. Denn aufgrund der sinkenden Anzahl Aktiv-Mitglieder und gleichzeitig steigendem Durchschnittsalter im Verein stand der Pferdesporttag, beziehungsweise die Durchführung des Anlasses auf der Kippe. Nur durch die Unterstützung von freiwilligen Helfern war es noch möglich, den Anlass zu stemmen. Immer höhere Abgaben an den Verband und steigende Kosten für die Grundausbildung, sprich das für den Start erforderliche Brevet auch im Nachwuchsbereich, hatten negative Auswirkungen auf den Event. Der Pferdesporttag in Gansingen war eine gute Startmöglichkeit für den Nachwuchs und für Gelegenheitsreiter. Seit zehn Jahren ist die Zahl der Startenden jedoch rückläufig, auch weil durch die geänderten Vorgaben seitens des Verbandes nicht mehr die Vielfalt an Prüfungen wie früher geboten werden kann.

An der letzten GV wurde deshalb rege und konstruktiv über die Zukunft des Pferdesporttags diskutiert. Es gab Voten, dass der Verein keine Anlässe mehr durchführen soll. Die Idee, künftig auf dem Sparblig Gymkhanas durchzuführen fand jedoch eine breite Zustimmung. «Wir wollten eine Veranstaltung, die für unseren Verein sowohl personell, finanziell und organisatorisch tragbar ist», sagt der OK-Chef und betont zugleich, wie sehr er es schätzt, vier Powerfrauen im OK-Team zu haben. Im Gespräch mit der NFZ weist Dölf Erdin auf weitere Veränderungen der letzten Jahre im Pferdesport hin. «Die Springreiten finden grösstenteils auf Sandböden statt.» Bei Regen seien Grasböden wie im Sparblig ein Nachteil, weil die Pferde tiefer in den Boden einsinken. Das erhöhe die Unfall- und Verletzungsgefahr. «Für die Pferde ist die Wiese jedoch gelenkschonender», so Dölf Erdin, der sich früher viele Jahre beim Velo- und Motoclub (VMC) Gansingen engagierte.

Gelungene Schnuppertrainings
Nachdem die Zukunft des traditionellen Gansinger Pferdesportanlasses in «trockenen Tüchern» war, sorgte die Corona-Pandemie für Unsicherheiten. Das im März geplante Probe-Gymkhana konnte nicht durchgeführt werden. Ende Juni fand dieses dann auf dem Bleichmatthof in Gansingen statt. Sowohl die Parcoursbauerin als auch die Wettkampfrichterin waren sehr zufrieden. Wie Erdin sagt, seien die beiden Frauen vom Verband zugelassen und entsprechend ausgebildet. Der Gemeindewerkleiter und Brunnenmeister von Villigen ist sich bewusst, dass das Corona-Schutzkonzept eine grosse Herausforderung für die Organisatoren eines solchen Events darstellt. «Wir haben unser Mögliches gemacht. Jetzt ist zu hoffen, dass auch die Besucher das Ihrige dazu beitragen, dass es zu keiner Infizierung kommt», so Erdin. Am Pferdesporttag im Gansinger Sparblig werden zwischen 200 und 300 Besucher erwartet, über den Tag verteilt.

Der Reit- und Fahrverein Laubberg Gansingen wird von Michaela Obrist präsidiert. Sie gehört wie Dölf Erdin, Nicole Hort, Carmen Oeschger und Beatrice Boutellier dem OK des Pferdesportanlasses an. Alle OK-Mitglieder, ausser dem Präsidenten, sind auch im Vorstand des Vereins vertreten.

www.rfvl-gansingen.ch


Gymkhana

Gymkhana ist eine Geschicklichkeitsprüfung. Verschiedene Hindernisse müssen in einer vorgegebenen Reihenfolge bewältigt werden. Dabei müssen alle Hürden, möglichst ohne Fehler aber so schnell wie möglich passiert werden. Sie werden so platziert, dass die Geschwindigkeit laufend angepasst werden muss. Um in dieser Disziplin erfolgreich zu sein, braucht es sehr viel Training, damit sich das Pferd vor dem Unbekanntem nicht fürchtet. (mgt)

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