Hier können Lebensmittel geteilt werden

Do, 11. Jun. 2020
Freuen sich, wenn viele Leute Lebensmittel teilen: Araz Abram (von links), Michael Sailer und Béa Bieber. Foto: Valentin Zumsteg

Wer überschüssige Lebensmittel hat, kann sie beim neuen Foodsharing-Point am Bahnhof Rheinfelden teilen. Hinter dem Projekt steht die Grünliberale Partei Rheinfelden.

Valentin Zumsteg

Es ist unbestritten: Ein beträchtlicher Teil der Lebensmittel geht auf dem Weg vom Feld auf den Teller verloren oder wird weggeworfen. Fachleute schätzen diesen Anteil auf rund 30 Prozent. Auch der Konsument, der mehr einkauft als er benötigt, trägt dazu bei. Um etwas gegen diese Verschwendung zu unternehmen, hat die Grünliberale Partei Rheinfelden einen so genannten Foodsharing-Point beim Bahnhof Rheinfelden eingerichtet.

Umgenutzte Telefonkabine
Dazu wird neben dem Kiosk eine ehemalige Telefonkabine, die bereits seit längerer Zeit leer steht, umgenutzt. Ein Gestell und ein Kühlschrank sind bereits installiert. «Der Foodsharing-Point lebt davon, dass Menschen nicht genutzte Lebensmittel hier deponieren und andere, die sie brauchen können, sie kostenlos mitnehmen. Dadurch werden weniger Lebensmittel verschwendet. Das ist auch im Hinblick auf den Klimawandel sinnvoll», erklärte Béa Bieber, Präsidentin der GLP Rheinfelden. Zusammen mit Michael Sailer vom erweiterten Vorstand der Partei stellte sie das Projekt am Montagabend vor.

Den Organisatoren ist ein einfaches und verständliches Konzept wichtig, daher haben sie die Zusammenarbeit mit der Organisation «Madame Frigo» gewählt, wie Béa Bieber ausführte. «Mit diesem Standort in Rheinfelden sind es aktuell schweizweit 24 Foodsharing-Points, die nach diesem Modell arbeiten. Im Kanton Aargau gibt es in Lenzburg und in Aarau zwei weitere solche Angebote», erklärte sie.

Kein Alkohol und nichts Selbstgekochtes
Die Nutzerinnen und Nutzer müssen ein paar Regeln berücksichtigen: Alkohol, Fleisch und Fisch dürfen nicht geteilt werden, auch angebrochene Packungen und selbstgekochte Speisen sind nicht erlaubt. Der Foodsharing-Point, der gemäss Béa Bieber videoüberwacht ist, wird regelmässig kontrolliert und gereinigt. Ein fünf köpfiges Team steht hinter diesem Projekt in Rheinfelden. Béa Bieber hat bereits Erfahrung im Umnutzen von leeren Telefonkabinen. Sie war die Initiantin der Bibliotheksdependance, die vor ein paar Jahren in der alten Kabine auf dem Perron des Rheinfelder Bahnhofs eingerichtete wurde. «Die Zusammenarbeit mit den SBB war auch beim Foodsharing-Point sehr gut. Sie haben für uns extra einen passenden Stromanschluss installieren lassen. Wir zahlen nur eine kleine Miete.»

Noch während des Pressetermins kam mit Araz Abram der erste Spender vorbei, der etwas Gemüse im Kühlschrank deponierte. Jetzt hoffen die Initianten, dass ihr neues Angebot rege genutzt wird.

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