Einsprachen verzögern Erneuerung der Waldstrasse

Di, 23. Jun. 2020
Für die Ausbesserungen musste die Waldstrasse gesperrt werden. Wann die Erneuerung erfolgen kann, ist noch offen. Foto: Valentin Zumsteg

Der Rheinfelder Werkhof nimmt derzeit wieder Ausbesserungen vor

Die Gesamterneuerung der Waldstrasse zwischen Rheinfelden und Möhlin kann dieses Jahr nicht mehr erfolgen. Grund sind zwei Einsprachen. Es stellt sich die Frage: Darf die Stadt einen Asphaltbelag einbauen lassen?

Valentin Zumsteg

Die Waldstrasse zwischen Rheinfelden und Möhlin ist in einem schlechten Zustand. Immer wieder bilden sich Schlaglöcher, die für Velofahrer gefährlich sein können. Der bisherige Gloritbelag hat sich nicht bewährt, er weist regelmässig grössere Schäden auf (die NFZ berichtete). Das Problem ist seit langem bekannt. Aus diesem Grund will die Stadt die Waldstrasse, die autofrei ist, komplett erneuern und einen hellen Asphaltbelag einbauen lassen. Die Kosten von rund 500 000 Franken sollen Einwohner- und Ortsbürgergemeinde je zur Hälfte übernehmen.

«Dieses Jahr nicht mehr möglich»
Im September 2019 lag ein entsprechendes Baugesuch öffentlich auf. Dagegen gibt es Widerstand: «Gegen das Baugesuch für die Sanierung gingen zwei Einwendungen ein. Die Baubewilligung ist noch immer hängig und eine Sanierung wird dieses Jahr nicht möglich sein», erklärt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage der NFZ. Offenbar konnte bislang noch keine Einigung erzielt werden. Gemäss Erdin handelt es sich bei den Einsprechern um eine Privatperson und einen Verband: «Kritisiert wird der Einbau eines Asphaltbelages.»

Weil die Schäden aber so gross sind, werden aktuell die grössten Schlaglöcher durch den Werkhof der Stadt ausgebessert. «Die Arbeiten dauern einige Tage. Die Kosten für das Ausbessern betragen rund 10 000 Franken», schildert Erdin.

Waldstrasse beschäftigte das Bundesgericht
Diese Verbindung zwischen Möhlin und Rheinfelden weist eine wechselhafte Geschichte auf: Die ehemals vielbefahrene Kantonsstrasse durch den Wald musste 2007, nach der Inbetriebnahme des neuen Industriezubringers NK495, laut Bundesgerichtsentscheid zurückgebaut und für den motorisierten Individualverkehr gesperrt werden. Nur noch ein Naturbelag war erlaubt. Der verwendete Gloritbelag, der ein Befahren mit Velos erleichtern sollte, hat sich aber als ungeeignet erwiesen. Deswegen will die Stadt jetzt einen hellen Asphaltbelag einbauen lassen – was der Bundesgerichtsentscheid eigentlich nicht zulässt. Es verwundert daher nicht, dass gegen diesen Punkt Einsprachen eingegangen sind. Die Stadt verweist indes darauf, dass der Kanton seine Zustimmung für den Einbau des Asphaltbelags gegeben habe.

Es ist bei dieser Ausgangslage nicht auszuschliessen, dass die Waldstrasse noch lange für Diskussionen sorgen wird – und immer wieder ausgebessert werden muss.

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