«Die Ungewissheit bleibt gross»

Fr, 26. Jun. 2020
Festhütte Schupfart: im Jahr 2018 liess es Trauffer so richtig krachen. Foto: Archiv NFZ

Das Schupfart Festival als Zerreissprobe für den Veranstalter

So paradox es auch klingen mag: Gerade die Lockerungen des Bundesrats mitsamt Auflagen und Unwägbarkeiten bringen die Veranstalter des Schupfart Festivals in eine schwierige Lage. Der Entscheid über eine Durchführung steht noch aus.

Ronny Wittenwiler

Es ist grundsätzlich eine gute Nachricht, zumal sie von einer gewissen Entspannung der Lage zeugt: Der Bundesrat will auf September das Verbot für Grossveranstaltungen mit über eintausend Personen wieder aufheben. In Schupfart könnte so das Festival vom 25. bis 27. September durchgeführt werden. Trotzdem ist noch kein Entscheid gefallen, wie OK-Präsidentin Doris Müller gegenüber der NFZ bestätigt. Unwägbarkeiten machen die Runde.

Das Publikum, unterteilt in Sektoren
Da wäre zuerst einmal der (verständliche) Hinweis des Bunds, dass das Verbot von Veranstaltungen mit über eintausend Personen im September nur aufgehoben wird, sollte sich die epidemiologische Lage nicht verschlechtern. Es bleibt ein Blick in die Glaskugel. Ausserdem verweist Doris Müller auf die jüngste Mitteilung des Bunds, wonach auch für Grossveranstaltungen das Nachverfolgen von Kontakten stets möglich sein müsse. Dort heisst es, auch im Hinblick auf September: «Der Veranstalter muss sicherstellen, dass die Zahl der maximal zu kontaktierenden Personen nicht grösser als 300 ist, etwa durch die Unterteilung in Sektoren. Die Kantone können diese Grenze auch herabsetzen.» Man müsse jetzt prüfen, sagt Müller, ob und wie man bei einer allfälligen Durchführung des Festivals diese vorgeschriebenen Rahmenbedingungen überhaupt erfüllen könne.

Auch wenn es paradox klingen mag: Die Lockerung des Bundesrats bringt die Veranstalter in keine einfache Lage. Müller erklärte vor zwei Monaten in einem Interview mit der NFZ: «Untersagt der Bundesrat die Veranstaltung, werden die Verträge mit den Künstlern hinfällig. Tut er das nicht, werden die Verträge nicht hinfällig und der Veranstalter muss den Künstlern die Gage zahlen, selbst wenn er die Durchführung aus eigenen Stücken nicht verantworten will.» Findet dieses Jahr kein Festival statt, sind finanzielle Einbussen somit programmiert.

Also das Festival doch durchführen? «Interessanterweise haben die Ticketbestellungen jetzt wieder etwas angezogen», sagt Doris Müller. «Es gibt viele Menschen, die darauf brennen, wieder ein Konzert besuchen zu können.» Gleichzeitig aber, auch das weiss die erfahrene OK-Präsidentin, gibt es jene treuen Besucher, die sich auch im September noch nicht unters Volk zu mischen wagen. Rentiert das Festival überhaupt? «Vieles bleibt in der Schwebe», kommt Müller zum Schluss, und doch drängt die Zeit, zumal für die Organisatoren langsam die Phase bedeutender finanzieller Auslagen wie etwa Werbung beginnt. «Wir werden in den nächsten zwei bis drei Wochen definitiv entscheiden, ob das Schupfart Festival stattfindet oder ins 2021 verschoben wird», sagt Müller. «Wir wollen die Situation seriös abklären, damit wir am Ende hinter unserem Entscheid stehen können – ganz egal wie er ausfallen wird.»

Findet dieses Jahr das Festival nicht statt, so behalten bereits gekaufte Tickets ihre Gültigkeit und können auf 2021 übertragen werden.

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