Die Saison ist vorbei, bevor sie begonnen hat

Mi, 13. Mai. 2020
Martin (links) und Michael Mangold halten ihre Fitness mit dem Velo einigermassen hoch. Foto: Hans Zemp

Alle Schwingfeste sind wegen Corona bis im September abgesagt. Keine Kränze können erkämpft werden. Der Schwingkeller ist geschlossen und die Schwinger müssen sich anderweitig fit halten.

Hans Zemp

Das Schwingen fehlt momentan nicht nur den Aktivschwingern, auch das Schwingervolk und die Organisatoren von Schwingfesten mussten lange warten, bis klar war, dass im 2020 keine Kranzschwingfeste ausgetragen werden und dass vorläufig bis September auch die Klubs auf ihre internen Höhepunkte verzichten müssen. Die Neue Fricktaler Zeitung hat sich mit den Brüdern Martin und Michael Mangold aus Hellikon über die aktuelle Situation unterhalten. «Wenn man etwas anderes machen könnte, würde es noch gehen», meint Martin Mangold zur momentanen Situation des Lockdowns. Es gibt zwar schon alternative Möglichkeiten, um sich einigermassen fit zu halten, aber das Schwingen fehlt nicht nur ihm, sondern auch seinem Bruder Michael. «Ich schwinge schon zehn Jahre und habe bis anhin nur an Weihnachten und bei Verletzungen Pause gemacht.» Beiden ist klar, dass in diesem Jahr die Wettkämpfe nicht ausgetragen werden. Martin spricht von einem verlorenen Jahr und Michael fehlt ein Jahr an Erfahrung im Hinblick auf das nächste Eidgenössische. Auch hätte er heuer auf der Schwägalp um einen Bergkranz schwingen können. Beide sehen, dass für sie die Saison vorüber ist, bevor sie begonnen hat. Und sie sind der Meinung, dass alles bis Jahresende abgesagt werden sollte. Spezifisches Training ist für den Zweikampf, für die Gesundheit, unabdingbar.

Die Fitness leidet schon etwas
Beide haben ihre Fitness bis anhin auf Sparflamme gefördert. Die Bewegungsabläufe im Schwingen seien halt schon nicht sehr identisch mit denen auf dem Velo. Im Fitnessraum sei Ähnliches eher möglich, meint Michael. Im Fitnessraum von David Schmid lasse sich der Sicherheitsabstand einhalten.

Martin Mangold kann der momentanen Situation nichts Positives abgewinnen. Auch seine momentane Weiterbildung zum Gärtner mit Fachausweis – früher Obergärtner – erfolgt mit Homeschooling. Und das sei halt schon nicht das Gelbe vom Ei. Beiden fehlen die Kameraden, der Ausgang. Diese Dinge sind aber beiden wichtig. Michael dazu: «Man muss sich viel Zeit für sich selber nehmen. Und das ist bei Jungen nicht besonders erwünscht.»

Nach den Zielsetzungen für die nächste Saison befragt, meinen beide, dass sie einen Bergkranz anstreben und dass sie gesund bleiben wollen. Aber auch andere Kränze machen ihnen Freude. Und die Freude am Schwingen wird bei den Beiden sicher bleiben, obwohl das sportliche Standby seinen Einfluss gehabt hat und immer noch hat. Das dürfte sich nach ihrer Meinung dann wieder bessern, wenn die totale Freigabe erfolgt. Es «beisse» halt schon etwas, dass man nicht wisse, wann das geschehen werde. Hier erleben beide den Unterschied zum Beruf. Dort wurde normal weiter gearbeitet. Viel war möglich, manchmal nicht ganz einfach, weil die Abstände einzuhalten waren.

Michael Mangold ist wieder gesund
Am Nordwestschweizer Schwingfest in Wittnau hat sich Michael seinen Ellenbogen ausgerenkt. Dies hat nach einer Operation fünf Monate Schwingpause ausgelöst. Mit gutem Gefühl konnte er bei Jahresbeginn die Trainings schmerzfrei wieder aufnehmen. Das hat bis zum Stopp wegen Corona geklappt. «Jetzt weiss ich halt nicht, wo ich stehe», meint er zur aktuellen Situation. Beide können es nicht erwarten, bis die Trainings im Schwingklub wieder aufgenommen werden können. Martin auch, bis er wieder in die Schule gehen kann. Die Kontakte innerhalb des Schwingklubs halten sich momentan auf Sparflamme. Beide denken aber, dass die Kameradschaft darunter nicht leidet. «Das wird ganz sicher schon wieder werden, wenn man wieder gemeinsam anpacken kann.» Das Schöne am Sport fehlt aber beiden enorm. Es sei schon verständlich, dass man momentan nicht schwingen könne, meint Martin. Auch für Michael waren die Massnahmen schon richtig. Aber: «Es ist gut, wenn es wieder losgeht.»

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