Chorndlete-Kapelle in Frick

Sa, 30. Mai. 2020
Das Ehepaar Hanspeter und Theres Schlienger vor der Kapelle. Fotos: zVg

Sie ist ein besonderes Kleinod – die Chorndlete-Kapelle südlich von Frick auf einer Anhöhe am Rande des üppig grünen Chornbergwaldes. Das eiserne Gitter der Eingangstür gibt den Blick frei ins Innere auf die mit Blumen geschmückte Marienfigur, wohlwollend beschützt vom Heiligen Bruder Klaus, der seinen Platz seitlich an der Wand hat. Es ist ein Ort, der viel Ruhe und Besinnung ausstrahlt.

Schon seit 1996 unterstützten Hanspeter und Theres Schlienger aus Oeschgen den damaligen Fricker Sakristan Erich Welte bei der Umgestaltung des alten, verfallenen Bienenhauses zur Kapelle. Und waren seitdem mit grossem Engagement immer dabei, seit 2010 in voller Eigenverantwortung. Das Ehepaar Schlienger war nicht nur in der Erhaltung und Pflege aktiv, sondern gestalten und organisieren darüber hinaus auch die jährlichen Marienandachten im Mai sowie alle liturgischen Angebote im Chäppeli. Im Gespräch blickten sie zurück auf die vielen Jahre ihrer engen Verbundenheit mit der Chorndlete-Kapelle.

NFZ. Schon vor fast einem Vierteljahrhundert unterstützten sie tatkräftig den damaligen Sakristan Erich Welte bei der Umgestaltung und Pflege des ehemaligen Bienenhauses zur kleinen Chorndlete-Kapelle. Was gab den Anstoss dazu?
Familie Schlienger:
Wir kannten die Familie Welte schon lange, es bestand eine gute Freundschaft. Nach dem Tod von Erich Welte fragten wir seine Frau, wer die Kapelle hauptverantwortlich weiterbetreuen wird. Von Anbeginn waren wir selbstverständlich dazu bereit, erhielten den Schlüssel, wussten, dass es viel zu tun gab. Die Eingangstür war klapprig, Fenster gab es nicht, innen war es recht dunkel, die Muttergottes war kaum zu sehen. Schon 1996 suchten wir auf Bitte von Erich Welte ein wunderschönes, hellklingendes Glöckchen, bauten dafür ein passendes Dach und brachten es an.

Welche dringlichen Arbeiten standen damals insgesamt an?
Fenster mussten eingebaut, ein Chor angebaut und ein Altar für die Mutter Gottes errichtet werden. Zwei Bänke wurden in der Kapelle, einige weitere davor aufgestellt. Aus Sicherheitsgründen mussten zwei Bäume gefällt, die Aussenanlage hergerichtet werden. Neuen Schindeln verschönerten das Chäppeli, im Inneren liegen stets Kerzen für die Gläubigen bereit.

Wie erfolgte Schritt für Schritt die Gestaltung der Kapelle? Welche Probleme traten dabei auf?
Alle Arbeiten erfolgten nach und nach. Nach dem Einsetzen von Fenster und Tür, der Gestaltung des Chors musste dringend die Decke angehoben und erneuert sowie das Areal um die Kapelle verschönert werden. Das Allermeiste machten wir allein und in Eigenregie. Für die Erneuerung der baufälligen Stufen gegenüber der Chorndlete Kapelle erhielten wir von der Gemeinde das Geld für das Holz.

Was für Aufgaben standen jährlich an, als Sie vor zehn Jahren vollumfänglich die Verantwortung für die Kapelle übernommen haben?
Die stete Betreuung und Pflege dieses Kleinodes hat uns all die Jahre enorme Freude bereitet, zu beobachten, wie das Chäppeli von vielen Menschen aufgesucht wird. Diese Freude war für uns immer Motor und Ansporn. Wir organisieren und gestalten die sonntäglichen Marienandachten im Mai, die immer von herrlicher Musik durch Alphornbläser, Zytherspieler und Trompetenbläser umrahmt werden. Danach gibt es ein gemütliches Beisammensein. Im August bieten wir eine Muttergottesfeier an, Rosenkranz, Tierligottesdienst und Tierlisegnung. Bei diesen Angeboten gibt es Unterstützung durch die katholische Kirchengemeinde Frick und von Musikvereinen.

Über all die Jahre haben Sie viel Herzblut und Zeit investiert, was ist der Motor für diese Tätigkeit?
Die Freude, für andere Menschen etwas Gutes zu tun, die Wertschätzung, die wir spüren. In der Kapelle dürfen Kerzen angezündet werden, ein Buch liegt aus, dem jeder seine Sorgen, Nöte aber auch Freuden anvertrauen kann. Bis heute gibt es schon vier vollgeschriebene Bücher.

Was ist das Besondere an diesem Ort, welche Bedeutung hat die Chorndlete-Kapelle für Sie persönlich?
Es ist ein einzigartiger Ort, der Stille und Andacht im Inneren ausstrahlt, ein Ort des Gebetes. Er spendet Hoffnung, ermöglicht gute Begegnungen, gibt Stärkung für den Alltag und Kraft. Der freie Blick draussen ins weite Land ist grossartig.

Wie wird das Jahr mit Corona dort sein?
Derzeit sind all die geplanten Gemeinsamkeiten nicht möglich, die Andachten sind auf den September verschoben. Die Kapelle selbst wird jedoch nach wie vor lebhaft besucht.

Zu dem 10-Jahre-Jubiläum und dem riesigen Engagement dankt die Pfarrei Frick recht herzlich und hofft, dass Hanspeter und Theres Schlienger noch viele Jahre die Kapelle betreuen wollen. (mgt)

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