Reha Rheinfelden rüstet sich für Corona-Patienten

Fr, 27. Mär. 2020
Die Reha Rheinfelden hat eine Isolationsabteilung aufgebaut. Foto: Valentin Zumsteg

20 Betten sollen zur Verfügung gestellt werden

Die Corona-Krise fordert nicht nur die Akutspitäler, sondern auch die Reha Rheinfelden. Die Klinik musste ihren Betrieb deutlich umstellen und eine Isolationsabteilung aufbauen. Das ist eine grosse Herausforderung, sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich.

Valentin Zumsteg

Es sind turbulente Tage. Alle Betriebe des Gesundheitswesens sind stark gefordert. Im Zusammenhang mit der Corona-Krise kommt nicht nur den Akutspitälern, sondern auch den Reha-Kliniken eine wichtige Rolle zu. Sie sind im Aargau verpflichtet, Covid-19-Patientinnen und -Patienten aufzunehmen und entsprechende Isolationsabteilungen aufzubauen. «Die Reha Rheinfelden hat eine ganze Abteilung für die Aufnahme dieser Patienten umgerüstet», erklären Thierry Ettlin, Chefarzt und Medizinischer Direktor, und Matthias Mühlheim, Administrativer Direktor, gegenüber der NFZ.

Platz für 20 Patienten
Wenn die ganze Abteilung gefüllt wird, sind das rund 20 Betten. Aufgenommen werden können Covid- 19-Patienten, die keine intensivmedizinischen Massnahmen brauchen. Weiter müssen die Rehabilitationskliniken die Akutspitäler entlasten, indem sie die «normalen» Reha-Patienten so schnell wie möglich aufnehmen, damit die Kapazitäten in den Akuthäusern entlastet werden. «Der normale Reha-Betrieb läuft dazu parallel weiter. Die stationären und vor allem auch schweren Reha-Indikationen wie zum Beispiel Schlaganfälle gibt es ja weiterhin. Auch diese Patientinnen und Patienten müssen optimal versorgt werden», betonen Ettlin und Mühlheim. Für die Reha-Patienten sei das absolute Besuchsverbot die grösste Einschränkung. «Sie trifft es besonders hart, auch weil sie im Durchschnitt rund 30 Tage in der Klinik sind.» Der ganze Betrieb musste in den vergangenen Tagen und Wochen stark angepasst werden. So essen zum Beispiel alle Patientinnen und Patienten auf den Zimmern. In den Speisesälen konnte der Mindestabstand nicht eingehalten werden.

«Ausserordentlich gefordert»
Vor grossen Herausforderungen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: «Das Personal ist ausserordentlich gefordert. Trotz aller Einschränkungen und Auflagen zum Beispiel bezüglich Hygiene und Infektionsschutz müssen unsere Patientinnen und Patienten weiterhin pflegerisch und therapeutisch versorgt werden», erklären Ettlin und Mühlheim. «Für uns alle ist die jetzige Situation neu und mit Ungewissheit verbunden. Wir sind in Sorge um unsere Patientinnen und Patienten, aber auch um Familienangehörige oder uns selber. Dazu kommen die Einschränkungen im Alltag, was für alle Mitarbeitenden einschneidend ist. Herausfordernd für unsere Grenzgängerinnen und Grenzgänger ist auch der tägliche Arbeitsweg mit den verschärften Kontrollen», ergänzen sie. Dort, wo es möglich ist, wurde Homeoffice eingeführt. Doch bei allem, was mit der Versorgung der Patienten zu tun hat (Pflege, Therapien, Ärzte und Hotellerie) ist dies nicht möglich.

Finanziell wird die jetzige Situation ebenfalls zu spüren sein, da es zu Einnahmeausfällen kommt. Mühlheim: «Wir haben sehr grosse wirtschaftliche Herausforderungen, so mussten wir unser Kurszentrum komplett schliessen und alle Kurse bis auf Weiteres komplett absagen. Unser ‹Rheinfelden Medical Fitness› mit rund 800 Abonnenten haben wir geschlossen. Das therapeutische und ärztliche Ambulatorium beschränkt sich auf medizinisch notwendige und nicht verschiebbare Behandlungen und Konsultationen.»

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