Energiedienst AG: «Es ist nicht von Strom-Engpässen auszugehen»

Do, 26. Mär. 2020

Bei den Atomkraftwerken Leibstadt und Gösgen gibt es Corona-Fälle. Auch bei der Energiedienst AG, welche Wasserkraftwerke im Fricktal betreibt, ist ein Fall aufgetreten. Welche Auswirkungen hat das auf die Stromversorgung?

Valentin Zumsteg

Die Zahl der Corona-Fälle wächst in der Schweiz. Zahlreiche Betriebe und die Aargauer Regierung sind bereits davon betroffen. Auch bei den Atomkraftwerken Leibstadt und Gösgen sind Mitarbeiter positiv getestet worden, wie der «Tages-Anzeiger» am Montagabend online berichtete. Im Kraftwerk Leibstadt sind zwei Mitarbeiter erkrankt, in Gösgen ist einer betroffen. «Stünde nicht genügend Personal für den sicheren Betrieb zur Verfügung, würden wir Beznau selbstverständlich abschalten», wird Antonio Sommavilla, Sprecher Axpo, zitiert.

«Keinen Einfluss auf die Stromproduktion»
In der Schweiz stammen rund 56 Prozent des Stroms aus Wasserkraft. Wie sieht die Situation in diesem Bereich aus? Bei der Energiedienst AG, die im Fricktal unter anderem die Wasserkraftwerke Rheinfelden und Laufenburg betreibt, gibt es den Verdacht, dass sich ein Mitarbeiter infiziert hat: «Im Produktionsbereich haben wir noch keinen Corona-Fall. Eventuell gibt es einen in der Verwaltung. Eventuell deshalb, weil wir noch auf das Ergebnis des Tests warten. Der Kollege hat aber einen bestätigten Fall in der Familie und er weist selbst leider starke Symptome auf. Wir behandeln das deshalb als bestätigten Fall. Der Kollege befindet sich natürlich zu Hause», erklärt Alexander Lennemann, Mediensprecher der Energiedienst AG.

Einen Einfluss auf die Stromproduktion habe dies nicht, da die Wasserkraftwerke vollautomatisch laufen. «Unser Wartungspersonal und den Bereitschaftsdienst haben wir so organisiert, dass wir diese Situation über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten können. Wir stellen beispielsweise sicher, dass sich Kollegen nicht begegnen, die sich gegenseitig vertreten können», schildert Lennemann. So soll verhindert werden, dass sie sich gegenseitig anstecken könnten.

Fallende Strompreise
«Um die Wasserkraftwerke über einen längeren Zeitraum in Betrieb zu halten, brauchen wir nur eine handvoll Menschen. Um generell Corona-Fälle zu verhindern, haben wir schon vor Wochen diverse Schutzmassnahmen eingeleitet und allmählich situationsbedingt hochgefahren. Das reicht von den üblichen (und wirksamen) persönlichen Hygienemassnahmen über Homeoffice für alle, bei denen es möglich ist, bis hin zu speziellen Schichtplänen, die Sorge tragen, dass nie zu viele Menschen zusammen sind», erklärt der Sprecher. Täglich werde die Lage analysiert und die Massnahmen bei Bedarf angepasst. «Wir gehen davon aus, dass die Versorgungssicherheit nicht gefährdet ist.»

Mit Engpässen bei der Stromversorgung rechnen die Verantwortlichen der Energiedienst AG nicht. «Bei den Energiemärkten beobachten wir derzeit aufgrund der Pandemie ein starkes Absinken des Strompreises. Da inzwischen viele Industrieunternehmen ihre Produktion deutlich heruntergefahren haben, ist in dieser Krise nicht von Stromengpässen auszugehen. Eher im Gegenteil.»

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