Der Name ist Programm

Mo, 17. Feb. 2020
Nicht nur auf dem Ofebänkli harmonieren Sonja Wunderlin und Gabriel Kramer zusammen. Das Laufenburger Paar ist mit seiner Musik weit über die Region hinaus bekannt. Foto: Susanne Hörth

Sonja Wunderlin und Gabriel Kramer und ihre musikalische Sprache

Direkt aus dem Leben gegriffen, verfeinert mit einer Brise Bissigkeit, einer Handvoll Politik, einem Löffelchen Romantik und natürlich auch mit einer Portion Humor: Das und vieles mehr mischt das Laufenburger Duo «WunderKram» seinen Liederrezepturen bei. Etwas närrischer Übermut und süffige Satire gesellen sich an Fasnacht auch in ihre Schnitzelbänke.

Susanne Hörth

«Musik ist völlig unser Ding», sagt Gabriel Kramer. Sonja Wunderlin bestätigt es mit Nicken. Sie singen, vorwiegend Mundart. Sie übersetzen bestehende Lieder, passen Texte dem Hier und Heute an. Sie komponieren und sie beherrschen eine Vielzahl an alten, teils auch exotischen Instrumenten. Das Laufenburger Paar bildet zusammen «WunderKram». Aber nicht nur. Sie sind ebenfalls als Trionettli bekannt. Einzeln gehören sie zudem Bands wie etwa «Schellmerÿ» an. Bei dieser Formation begleitet Sonja Wunderlin zusammen mit zwei anderen Musikern mit mittelalterlichen Gesängen und Instrumenten sagenhafte Bühnenprogramme. Gabriel Kramer seinerseits ist Teil von Mattermania, Dampfbühler und Hinterwäldler. Wenn auch die Bands jede für sich individuell und einzigartig sind, so verbindet sie alle doch auch wieder die Liebe zum Volkslied und zur Folkmusic. Eigenwillig interpretiert und stets mit viel Nähe zum Publikum versehen. Eine Nähe, welche für Sonja Wunderlin und Gabriel Kramer eine sehr wichtige Rolle spielt. «Je kleiner der Saal und je mehr wir zum Publikum rücken, desto besser», betont Kramer. «Das Publikum muss uns nicht nur hören, sondern auch sehen.» Letzteres ist auch der Tatsache geschuldet, dass die leicht bäuerlich, mittelalterlich anmutende Kleidung der Musiker längst zu einem ihren Markenzeichen geworden ist. Ebenso die speziellen Instrumente wie beispielsweise Bouzouki, Balalaika, Kontrabass, Mandoline, Dudelsack, Okarina, verschiedenste Flöten oder Schalmei. Durch das Einbinden der Leute in die Darbietungen entsteht auch das, was dem Laufenburger Musikerpaar so sehr am Herzen liegt: «Wir bringen die Seele zum Anlass, schaffen eine Verbindung zu den Menschen», betont Sonja Wunderlin.

In die Musik hineingewachsen
Sie selbst sei eigentlich aus Rebellion zur Musik gekommen. «Mit Protestliedern» lacht sie. Dass es dann im elterlichen Haus in Möhlin auch schon Mal geheissen hat «Mach Deine Zimmertüre zu», dafür hat sie volles Verständnis. «Wahrscheinlich tönte es wirklich nicht so gut.» Sie liess sich später in verschiedenen Instrumenten unterrichten. Einige brachte sich sie auch selbst bei. Ein Instrument, welches sie meisterlich beherrscht, trägt sie stets bei sich: ihre Stimme.

Gabriel Kramer, aufgewachsen in Wil, ist noch immer seinem damaligen Gitarrenlehrer dafür dankbar, dass dieser die spezielle Begabung seines Schülers erkannt und gefördert hatte. «Er meinte: vergiss die Noten. Spiel nach Gehör und improvisiere.» Bis heute hat sich Gabriel Kramer verschiedenste Instrumenten autodidaktisch angeeignet. «Wahrscheinlich habe ich dadurch auch eine ganz eigene Art des Spielens entwickelt.» Diese unverkennbare, eigene Ausdrucksweise besitzen auch seine Zeichnungen und Bilder. Wie bei der Musik improvisiert er, zeichnet spontan sein Gegenüber, skizziert erlebte Szenen oder setzt in Comics feine, aber gekonnte Spitzen zum regionalen Geschehen. Seit einiger Zeit entwirft er auch die Motive, welche auf den Stühlen der Laufenburger Fasnachtszunftbrüder eingeschnitzt werden.

Zwei Jobs
Auch Sonja Wunderlin hat neben der Musik eine weitere grosse Leidenschaft. Sie ist ausgebildete Naturheilärztin und betreibt schon seit einigen Jahren eine eigene Praxis in Laufenburg. In diesen Tagen hat sie nach entsprechender Weiterbildung nun auch noch den Ausweis als eidgenössische diplomierte Naturheilpraktikerin erhalten. Gehen dieser Job und das Engagement als Musikerin nebeneinander? «Ja, dank Gabriel. Unter der Woche hält er mir den Rücken frei. Am Wochenende, da hat er mehr Auftritte, ist es umgekehrt.» Auftritte hat das Paar zusammen oder in den anderen Bands aber nicht nur an Festen, Festivals oder privaten Anlässen. Regelmässig trifft man sie im Rahmen von «Kultur macht Schule» auch in Klassenzimmern an. Eine tolle Sache finden die Beiden. «Schüler sind ein ganz ehrliches Publikum. Sie erfahren etwas von uns und wir lernen auch von ihnen» freut sich Sonja Wunderlin.

Am kommenden 3. Faissen sind Sonja Wunderlin und Gabriel Kramer als Schnitzelbänkler «WunderKram unterwegs. Sie, wie auch die anderen Gruppen «Salzstreuer», «de Böögg», «Laufenburger Spatzen» und «Salm-Tratschä» werden am Abend des 20. Februars von Lokal zu Lokal (Taverne zum Adler, Restaurant Warteck, Taverne zum Schiff, Restaurant Probstei, Kafi Mokka und Swissbar-Alphüsli) ziehen. Und dort mit spitzer Zunge, feinen Seitenhieben und humorvollen Zwischentönen die Laufenburger Ereignisse der vergangenen Monate ins Visier nehmen.

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