7,6 Millionen Tonnen Salz aus dem Wallbacher Westen

Fr, 14. Feb. 2020
Ab 2026 soll im Gebiet Nordfeld Salz abgebaut werden. Karte: zVg

Schweizer Salinen planen Erschliessung eines neuen Bohrfelds

Unter dem sogenannten Nordfeld, westlich von Wallbach, befindet sich eine riesige Salzkammer. Diese wollen die Schweizer Salinen ab 2026 nutzen.

Ronny Wittenwiler

Anlässlich einer Medienorientierung gestern Donnerstag erklärten die Verantwortlichen der Schweizer Salinen, dass sie in mittelfristiger Zukunft auf Wallbacher und Zeininger Boden nach Salz bohren wollen.

Es reicht für mehrere Jahrzehnte
Seit 2009 wird Salz für die Saline Riburg aus dem Gebiet Bäumlihof südwestlich von Möhlin gewonnen. Die Vorkommen allerdings, so die Schweizer Salinen, dürften in rund sieben Jahren erschöpft sein. Deshalb plant das Unternehmen schon länger für die Zeit nach der neuen Konzessionsperiode, die ab 2025 beginnt. Nun ist es offiziell: Die Schweizer Salinen planen die Erschliessung eines neuen Bohrfelds westlich von Wallbach. In diesem als Nordfeld bezeichneten Gebiet, zum Teil auch auf Gemeindebann Zeiningen gelegen, wollen die Salinen ab zirka 2026 Salz abbauen – nicht weniger als 7,6 Millionen Tonnen Salz sollen dort im Boden lagern. «Dieses Vorkommen sichert die Salzversorgung der ganzen Schweiz für mindestens zwanzig bis dreissig Jahre», erklärt Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Salinen. Dieser Salzabbau für mehrere Jahrzehnte soll in sechs Etappen erfolgen, verteilt auf über fünfzig Bohrungen.

Seismische Messungen geplant
Hofmeier erläuterte an der Medienorientierung zusammen mit Gabor Fuchs, Leiter Geologie, die kommenden Schritte für das heute landwirtschaftlich genutzte Planungsgebiet mit einem Perimeter von rund zwei Quadratkilometern. So führen die Salinen im Herbst seismische Messungen durch, die Aufschluss über die geologischen Strukturen geben. Geplant sind zudem Sondierbohrungen. Die Erkenntnisse seien unerlässlich zur Ausarbeitung des detaillierten Projektplans und der Baugesuche für das Nordfeld. Zudem ist ein Umweltverträglichkeitsbericht vonnöten.

Gemäss Gabor Fuchs würden die Salinen frühestens 2022 mit den Bauarbeiten der Soletransportleitungen und der Erschliessung des Nordfelds mit Pumpstation und Salzbohrung beginnen können. Um die Sole dann vom Nordfeld zu befördern, ist der Bau einer 5,5 Kilometer langen unterirdischen Transportleitung über das Möhliner Feld vorgesehen, auch hiervon sind mehrere Landeigentümer betroffen. «Wir planen einen Anschluss der Leitung an die bestehende Infrastruktur beim Bohrfeld Bäumlihof», erklärte Fuchs.

«Salinen verpflichten sich»
Ebenfalls gestern, in jeweils separaten Veranstaltungen, informierten die Salinen betroffene Landeigentümer, Behörden sowie Naturschutzvereine über das Vorhaben. Die Stimmung beim Dialog mit den Landeigentümern habe er als «angenehm» empfunden, sagte Hofmeier, gleichzeitig gaben die Salinen in einer Medienmitteilung so etwas wie ein Versprechen ab: «Das Unternehmen verpflichtet sich, mit möglichst grosser Rücksicht auf die Bedürfnisse von Mensch und Natur vorzugehen.» Wie das aktuelle Feld Bäumlihof zeige, verlaufe die Salzgewinnung geräuschlos. Auch im Nordfeld bleibe das zur Solegewinnung genutzte Gebiet für alle zugänglich und bewahre seinen Charakter als ertragsreiches Kulturland und lebendige Naturfläche.

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