Vorbildliche Partnerschaft – auch ohne Steg

Di, 14. Jan. 2020
Die Stadthostessen, die Staatsweibelin und der Stadtweibel waren am Neujahrsempfang mit dabei. Franco Mazzi begrüsste Landammann Markus Dieth. Fotos: Valentin Zumsteg/Henri Leuzinger

Grosser Neujahrsempfang in Rheinfelden

Trotz des Neins zum geplanten Rheinsteg wollen die beiden Rheinfelden den Weg in die Zukunft gemeinsam weitergehen. Dies ist am Neujahrsempfang vom Freitag deutlich geworden.

Valentin Zumsteg

Sehen und gesehen werden im Bahnhofsaal: Über 500 Personen feierten am Freitagabend den Neujahrsempfang der beiden Rheinfelden. Mit dabei waren zahlreiche prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter der Aargauer Landammann Markus Dieth. Obwohl es vorgängig Kritik gegeben hatte, kamen auch die Rheinfelder Stadthostessen Julia Lehmann und Silvia Ackle zu ihrem Auftritt – und nicht nur sie. In diesem Jahr gehörten ebenso der Rheinfelder Stadtweibel Marcel Hauri und die Aargauer Staatsweibelin Anne Rigert als Begleitung von Markus Dieth zum Empfang. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Orchesterverein Rheinfelden, der aus 40 Musikerinnen und Musikern von beidseits des Rheins besteht. Zu hören waren beschwingte Werke von Leroy Anderson und Dimitri Schostakowitsch.

«Gute Zusammenarbeit fortführen»
Gleich zu Beginn seiner Ansprache überreichte Stadtammann Franco Mazzi – einer Tradition folgend – den offiziellen Spielball «Uniforia» der kommenden Fussball-Europameisterschaft 2020 seinem deutschen Kollegen, Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. «In der Hoffnung, dass es uns im 2020 gelingt, trotz des Nein-Entscheids der Stimmenden in Rheinfelden/Schweiz zum gemeinsamen neuen Rheinsteg, unsere gute Zusammenarbeit fortzuführen», so Mazzi. Er machte keinen Hehl daraus, dass ihn dieses Nein noch heute schmerzt. «Sehr schade, dieser wunderschöne Brückenschlag wäre ein prächtiges Zeichen des weiteren Zusammengehens beider Rheinfelden gewesen.» Aber auch unabhängig vom Steg war 2019 ein intensives Jahr. Mazzi zählte viele Projekte auf, an denen gearbeitet wurde. Dazu gehört unter anderem die gemeinsame Planung mit Möhlin für das Entwicklungsgebiet beim Bahnhof Möhlin. Dort könnte auch die geplante Fricktaler Mittelschule realisiert werden; die beiden Gemeinden Möhlin und Rheinfelden haben sich dafür beim Kanton gemeinsam beworben. «Diesbezüglich hoffen wir nun auf gute Entscheide von Regierungsrat und Grossem Rat des Kantons Aargau. Dazu eine Zahl: Von den 700 heutigen Fricktaler Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sind 350 aus nächster Nähe, nämlich aus Kaiseraugst, Magden, Möhlin und Rheinfelden», führte der Stadtammann aus.Nicht weniger arbeitsreich dürfte das Jahr 2020 werden: Das vom Stadtrat überarbeitete Alterskonzept geht in die Umsetzung. Ein Projekt für das ehemalige Altersheim Kloos soll zeigen, ob und wie auf diesem Areal künftiges «Wohnen im Alter» gestaltet werden könnte. Im Engerfeld beginnen die Vorbereitungen zum Bau der neuen Dreifach-Turnhalle – und die Zukunft des Bahnhofsaals soll geklärt werden.

«Bleiben wir positiv»
Abschliessend meinte Franco Mazzi: «Das Jahr 2020 wird interessant. Bleiben wir positiv. Wir werden arbeiten, entwickeln und ja, auch feiern, wenn es etwas zu feiern gibt.»

Ähnlich äusserte sich der deutsche Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Auch er bedauert das Nein zum Rheinsteg. «Richten wir unseren Blick nach vorne», meinte er aber. Ein Kurswechsel sei nicht geplant. «Lassen Sie uns gemeinsam an dem Erfolg unserer Städte zum Wohl unserer Bewohnerschaft arbeiten.» In Badisch Rheinfelden stehen einige grössere Herausforderungen an. So hat sich die finanzielle Situation der deutschen Kommunen 2019 erstmals seit längerem verschlechtert. Ein «weiter so» werde schwierig. Eberhardt: «Der Gemeinderat wird daher im Zuge einer Klausurtagung gefordert sein, die kommunale Ausgabenpolitik auf die geänderten Verhältnisse neu auszurichten.» Auch die Wohnungsknappheit – Eberhardt sprach gar von Wohnungsnot – bereitet ihm Sorgen. Ebenfalls eine Herausforderung wird die Umsetzung einer griffigen Klimapolitik, dies besonders auf nationaler und internationaler Ebene. Weiter meinte der Oberbürgermeister: «In einer komplexer werdenden Welt halte ich es für geboten, die Formen des Zusammenlebens stetig auf den Prüfstand zu stellen und Angebote für eine zufriedenstellende Teilhabe an unserem gesellschaftlichen Leben zu finden – und zwar für alle Menschen.»

«Ein Tor zu Welt»
Der Aargauer Landammann Markus Dieth überbrachte schliesslich die besten Wünsche der Kantonsregierung. Er sparte dabei nicht mit Lob für die beiden Städte. «Rheinfelden ist ein Tor zur Welt. Ich beglückwünsche Sie zu diesem schönen Fleckchen Erde und zu dieser grenzüberschreitenden Partnerschaft.» Die beiden Städte seien ein Vorbild für die Zusammenarbeit am Hochrhein. Darauf konnte beim anschliessenden Apéro – serviert vom Damenturnverein, dem Chor der Fricktaler Bühne und den Rhywaggis – ausgiebig angestossen werden.


«Rheinliebe» als Jahresmotto

Das Rheinfelder Jahresmotto lautet «Rheinliebe», passend zum Projekt «Rheinufer-Rundweg extended». Ausgehend von den beiden Rheinfelden soll der Rhein von Bad Bellingen/Kembs bis nach Bad Säckingen/Stein als gemeinsamer Flusspark entwickelt und dessen anliegende Gemeinden miteinander verbunden werden. Am Wochenende vom 5./6. September 2020 soll in den involvierten Gemeinden das «Rheinliebe-Fest» gefeiert werden, wie der Rheinfelder Stadtammann Franco Mazzi ausführte. (vzu)

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