Schlechte Aussichten für die Imkerbranche

Sa, 11. Jan. 2020
Bienen brauchen die Unterstützung von ausgebildeten Imkern. Foto: Miriam Häusler

Es mangelt zunehmend an Nachwuchs

Der Hype für eine Imkerausbildung ist vorbei und die Zahl der Interessenten nimmt ab. Der einzige Imkergrundkurs im Fricktal kann dieses Jahr aufgrund fehlender Anmeldungen vielleicht nicht durchgeführt werden.

Miriam Häusler

Bienen, ein wichtiges Thema für uns Menschen und ein noch wichtigeres Tier für unsere Natur. Das findet unter anderem auch Max Atzenweiler, Präsident des Bienenzüchtervereins Laufenburg. Aus diesem Grund bietet der langjährige Imker zusammen mit seinem Verein auch im Jahr 2020/2021 wieder einen Imkergrundkurs an. Allerdings ist noch nicht sicher, ob er dieses Jahr auch wirklich stattfinden wird. «Wie es aussieht, ist der Hype für die Imkerausbildung am Abklingen. Ich habe bis jetzt noch immer zu wenig Anmeldungen, um den Kurs durchführen zu können», erzählt Max Atzenweiler. Den Grund für die Abnahme erklärt der langjährige Imker wie folgt: «Der Aufwand wird oft unterschätzt. Man darf nicht vergessen, dass das Imkern ein intensives Hobby oder ein intensiver Beruf ist. Während ein Grossteil der Bevölkerung im Sommer in die Ferien geht, bleiben Imker zu Hause, betreuen die Bienenvölker und beginnen, den Honig zu ernten. Die Imkerei ist von April bis Juli sehr zeitintensiv und das ist für viele ein Hindernis.» Vor einigen Jahren noch boten die Imkervereine Rheinfelden und Frick jeweils noch einen Imkergrundkurs an, aber das lohnt sich bei den wenigen Anmeldungen heute nicht mehr, und die Vereine bieten nur noch gemeinsam einen Grundkurs an. «Früher hatten wir eine grosse Nachfrage für diese Kurse. Meistens meldeten sich etwa 15 Personen an», erinnert sich Max Atzenweiler zurück. «Das ist eine grosse Zahl für einen Imkergrundkurs. Bei so vielen Teilnehmern mussten wir den Kurs in zwei Gruppen führen, um besser arbeiten zu können.» Heute gibt sich Max Atzenweiler mit einer Gruppe von etwa acht bis neun Teilnehmern gerne zufrieden. Wenn sich aber weniger als sechs Personen anmelden, dann muss er den Kurs ins Wasser fallen lassen. «Es sind in den letzten Jahren immer weniger Anmeldungen und Interessenten vorhanden, aber dass es einmal gar keine mehr geben wird, das denke ich auch nicht», ist Max Atzenweiler zuversichtlich. Die Vereine werden das Kursangebot entsprechend anpassen.

Viel zu lernen
Ein solcher Grundkurs geht über zwei Jahre. Während dieser beiden Jahre gibt es jeweils mindestens neun Halbtage, an welchen sich die Teilnehmer treffen und gemeinsam lernen, der Rest muss zu Hause gelernt werden. «Das erste Jahr widmet sich vor allem theoretischen Grundlagen und dem Zuschauen und Erklären am Bienenvolk», erläutert der Präsident das Programm des Kurses. «Im zweiten Jahr geht es dann mehrheitlich um den praktischen Teil. Wenn immer möglich werden die Kurshalbtage bei einem Kursteilnehmer an dessem eigenen Bienenvölkern durchgeführt. Es wird nun umgesetzt, was im ersten Jahr gelernt wurde. Der Kursleiter berät und unterstützt bei Fragen seine Kursteilnehmer, diese erhalten so viel Unterstützung von uns, wie sie nur brauchen.» Ein weiteres, grosses Thema des Kurses ist die Schädlingsbekämpfung. Wer eigene Bienen halten und züchten möchte, muss auch über die vielen verschiedenen Gefahren für Bienen informiert sein. «Einer der Hauptfeinde der Bienen ist die Varroamilbe. Sie saugen sich an den Bienen fest, stechen diese an und saugen ihnen die Fettmassen weg. So werden sie geschwächt, werden anfällig für Krankheiten und sind nicht mehr überlebensfähig. Man versucht mittels Ameisen- und Oxalsäure sowie anderen Methoden gegen diese Milben anzukommen, doch sind sie sehr hartnäckig und kehren immer wieder zurück. Wie man diese Varroabehandlungsmethoden korrekt anwendet und vor allem zu welchem Zeitpunkt, lernt man unter anderem im Kurs. Es gibt vieles zu beachten, zum Beispiel, dass man die Winterbehandlung mit Oxalsäure nur in der brutfreien Zeit anwenden darf», erklärt der Imker.

Mangel an Nahrungsmitteln
Ein weiteres Problem ist der Mangel an Nahrungsquellen für die Bienen. «Bei uns im Fricktal oder auch im Aargau haben wir noch eine hohe Bienendichte, was schön ist. Aber mehr Bienen brauchen auch mehr Nahrung und diese ist oft immer schwerer zu finden. Besonders im Jahr 2019 hatten wir ein sehr schwieriges Jahr. Die Honigernte war an vielen Orten äusserst mager ausgefallen und manche Imker mussten zur Unzeit füttern», bedauert Max Atzenweiler. Der Kurs beinhaltet alles Grundwissen, das man benötigt, um nach diesen zwei Jahren seine eigenen Bienenvölker zu betreuen, unterhalten und zu pflegen. Ebenso bekommt man als Bestätigung einen Kursausweis ausgestellt. Anmeldeschluss ist der 14. Februar 2020.

max.atzenweiler@bluewin.ch, Tel. 079 444 51 13

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