«Standort ist für uns nicht relevant»

Do, 16. Jan. 2020
«Wenn wir könnten, wir würden das leerstehende Schulhaus nach Obermumpf hinstellen»: Hanspeter Zingg. Foto: rw

Gegen einen Verkauf des OSZF: Hanspeter Zingg über die Motive

Er ist Sprecher des Referendumskomitees aus Mumpf, das den Verkauf des Oberstufenzentrums an die Stiftung MBF verhindern will. Gegenüber der NFZ nimmt er Stellung.

Ronny Wittenwiler

NFZ: Hanspeter Zingg, Mumpf allein wird das leerstehende Oberstufenzentrum nicht mit Primarschülern füllen können.
Hanspeter Zingg: Das ist richtig.

Weder Obermumpf noch Schupfart werden die eigene Primarschule schliessen und ihre Kinder nach Mumpf schicken.
Wir denken aber, das wäre fürs ganze Fischingertal die beste Lösung. Offenbar steht das Oberstufenschulhaus am falschen Ort.

Wie meinen Sie das?
Weil es in Mumpf steht und nicht in Obermumpf, in der Mitte der drei Gemeinden des Primarschulverbands. Uns geht es aber nicht um den Standort, sondern darum, dieses gut ausgerüstete Gebäude zu erhalten – für alle Primarschüler im Fischingertal. Es wäre ein Unsinn, noch mehr Geld in neuen Schulraum investieren zu müssen.

Dadurch, dass dringend Renovationsbedarf an der Primarschule Mumpf besteht: kommt da nicht der Verdacht auf, es handle sich beim Referendum bloss um Eigeninteresse. Mumpf müsste kein Geld in die Hand nehmen für die Sanierung der eigenen Primarschule?
Es geht uns darum, im Hinblick auf den Lehrplan 21 allen Kindern im Fischingertal die bestmögliche Ausbildung zu garantieren. Vor diesem Hintergrund halten wir es für das Beste, wenn alle Primarschüler an einem Standort zur Schule gehen.

Das wäre für Mumpf die bequemste Variante: Primarschüler aus Mumpf wären die einzigen, die im Dorf bleiben.
In Mumpf gibt es viele Kinder wie etwa aus dem Gebiet Rifeld, die von der Distanz wohl gleich weit hätten wie Kinder aus Obermumpf. Was Schupfart anbelangt, wäre der Weg ins ehemalige Oberstufenzentrum weiter. Das streiten wir nicht ab. Da müssen wir Lösungen finden, dessen sind wir uns bewusst.

Stünde das Oberstufenzentrum in Schupfart: Sie als Mumpfer hätten das Referendum trotzdem ergriffen?
Ja. Nochmals: Der Standort ist für uns nicht relevant. Massgebend ist, dass wir mit diesem Gebäude als Primarschulzentrum gut vorbereitet wären für den Lehrplan 21. Wir vom Referendumskomitee sind der Überzeugung, dass auf Stufe Primar langfristig dieselbe Tendenz eintreffen wird wie bei der Oberstufe: Es wird zentralisiert. Diesbezüglich sehen wir weder in Schupfart noch in Obermumpf und schon gar nicht in Mumpf mit der bisherigen Primarschule das Potenzial dazu. Wenn wir könnten, wir würden das leerstehende Schulhaus gerne nach Obermumpf hinstellen – schön in der Mitte. Wobei, das möchte ich festhalten: Der Standort des Oberstufenzentrums hat damals nicht Mumpf, sondern alle Verbandsgemeinden haben das bestimmt. Obermumpf und Schupfart schickten ihre Schüler auch dorthin. Das war nie eine Diskussion.

Oberstufenschüler sind auch etwas älter.
Das ist klar. Aber ich denke, selbst für Primarschüler ab der ersten Klasse kann man heute Lösungen suchen und finden, um den Schulweg sicher zu gestalten. Wir vom Referendumskomitee wollen das Beste für unsere Kinder – und zwar nicht nur für unsere Kinder in Mumpf, sondern für alle Kinder im Fischingertal.

Wie stehen die Chancen, dass der Verkauf des Oberstufenzentrums verhindert wird?
Für uns ist die Chance immer Fifty-Fifty. Mal ist das Feedback, das wir erhalten, etwas mehr, mal etwas weniger positiv. Aber wir erhalten aus allen Gemeinden Feedbacks. Das stimmt uns zuversichtlich.


Der Abstimmungskampf ist lanciert

Am Mittwoch lud das Referendumskomitee um seinen Sprecher Hanspeter Zingg zu einer Pressekonferenz. Neben Zingg gehören dem Komitee vier weitere Personen an: Gerhard Trottmann, Dominik Patruno, Angelo Tancredi und Rolf Stampfli. Der Erhalt der Schulanlage für die Primarschüler im Fischingertal würde die Chance bieten, für weitere Schulreformen gewappnet zu sein. Für das Komitee ist klar: Ein Primarschulzentrum garantiere eine Kontinuität für alle Kinder aus den Gemeinden Schupfart, Obermumpf und Mumpf.

Morgen Freitag, 17. Januar, informiert der Gemeinderat Obermumpf über seine Position (19 Uhr, Unterkirche der röm.-kath. Kirche), am Samstag, 18. Januar, lädt der Schulverband Oberstufe Fischingertal zur moderierten Podiumsveranstaltung (9.30 Uhr, Aula OSZF) – eingeladen sind auch die «Gegner» vom Referendumskomitee. Der Gemeinderat Schupfart lädt zur Infoveranstaltung am Montag, 20. Januar, in die Mehrzweckhalle (19.30 Uhr) und die Gemeinde Mumpf ihrerseits plant Gleiches am 25. Januar um 9.30 Uhr. Die Lokalität werde noch publiziert, teilt die Verwaltung mit. (rw)

Category: 

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses