Stein wird Zentrum für Zell- und Gentherapie

Do, 28. Nov. 2019
Der Standort Stein schreibt ein wichtiges Kapitel in der Geschichte von Novartis. Foto: zVg

Wichtiger Meilenstein für das Novartis-Werk im Fricktal

Die Novartis in Stein weiht heute Donnerstag eine neue Produktionsanlage für personalisierte Zell- und Gentherapien ein. «Der Besuch von Bundesrat Berset und Novartis-CEO Vas Narasimhan zeigt die strategische Bedeutung dieser neuen Anlage für den Innovationsstandort Schweiz», betont Länderchef Matthias Leuenberger gegenüber der NFZ.

Susanne Hörth

Novartis gehört zu den weltweit grössten Pharmaunternehmen. Für einmal fokussiert sich diese Welt auf das fricktalische Stein. Hier wird heute Donnerstag im Beisein von Bundesrat Alain Berset und Novartis-CEO Vas Narasimhan sowie vielen weiteren Gästen die neue CAR-T-Produktionsstätte für Zell- und Gentherapie offiziell eröffnet.

Zur Vorgeschichte des neuen Werkes hält Novartis-Länderchef Matthias Leuenberger fest: «Mitte 2017 wurde klar, dass Novartis einen eigenen Standort zur Versorgung von Patienten mit Zell- und Gentherapien in Europa benötigt.» Die Wahl fiel auf Stein. «Stein ist für Novartis als einer der wichtigsten Standorte innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks von strategischer Bedeutung.»

Bereits als der Konzern seine Pläne für die 90 Millionen Franken teure Produktionsanlage bekanntgab, wurde auf die bauliche Umsetzung während dreier Jahre hingewiesen. Die erste Etappe ist geschafft und wird eingeweiht. Matthias Leuenberger weist auf die rund 185 neuen Stellen hin, die in Stein mit der neuen Anlage geschaffen wurden. Es sollen noch bis zu 265 mehr werden, so der Länderchef. «Wir planen, die Anlage weiter auszubauen, in Einklang mit den klinischen und kommerziellen Markteinführungen.»

Für Patienten mit Blutkrebs
In dem neuen Werk in Stein werden zellbasierte Therapien für Leukämie-Patienten hergestellt. Kann jeder Leukämie-Patient von einer personalisierten Therapie profitieren? Darauf Leuenberger: «Wir wissen heute, dass es ganz unterschiedliche Arten der Leukämie gibt. Dank des medizinischen Fortschritts können die Ärzte für diese unterschiedlichen Arten der Krankheit auch unterschiedliche, gezielte Behandlungsmöglichkeiten nutzen. Die Zell- und Gentherapien erweitern das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten für einige seltene, aber sehr schwere Arten der Leukämie.»

Darauf angesprochen, ob die Zukunft der bisherigen festen Darreichungsformen wie etwa Tabletten durch solch personalisierte Zell- und Gentherapien abgelöst werden, weist Leuenberger auf das rapide verändernde Umfeld hin. Mit den neuen Herausforderungen müsse Novartis Schritt halten und für den künftigen Erfolg auch die Ausrichtung und die Prozesse anpassen. «Diese Veränderungen haben auch Auswirkungen auf die Produktion. Traditionelle grossvolumige Blockbuster-Produkte verlieren ihren Patentschutz und werden durch gezielte, spezialisierte Therapien ersetzt, die in kleineren Volumen produziert werden und völlig neue, spezialisierte Herstellungsverfahren erfordern. Während wir in neue, hochentwickelte Technologien investieren, wird die Bedeutung einiger traditioneller Produktionszweige abnehmen.»

Grosse persönliche Bedeutung hat für den Länderchef die heutige Einweihung der Produktionsstätte für Zell- und Gentherapie in Stein. «Die Eröffnung der Anlage zur Herstellung zellbasierter Therapien in Stein erfüllt mich mit Stolz und ist ein Beispiel dafür, wie Novartis in der Schweiz in innovative Technologien investiert. Es freut mich auch ausserordentlich, dass wir diese neuen Stellen zum grössten Teil mit internen Mitarbeitenden besetzen konnten. Denn Novartis legt grossen Wert darauf, eigene Mitarbeitende in diesem zukunftsweisenden Bereich auszubilden und weiterzuentwickeln.»

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