Eine Schule voll von kleinen Künstlerinnen und Künstlern

Do, 21. Nov. 2019
Die Kinder Arbeiten noch an den letzten Details ihrer Werke. Foto: Miriam Häusler

Das Kunstprojekt «Artists in Residence an Schulen» nimmt seinen Lauf

Während bald sieben Wochen wurde in der Schule Wölflinswil fleissig an einem Kunstprojekt gearbeitet. Nun bleibt nicht mehr sehr viel Zeit, bis die Schüler und Schülerinnen ihre Werke am 27. November an einer Vernissage präsentieren können.

Miriam Häusler

Unter der Leitung von Künstlerin Viviana González Méndez und der Projektkoordinatorin Jeannine Hangartner erleben die Kinder den Prozess eines Kunstprojekts von der Ideenfindung bis zur Präsentation. «Das macht den Kindern Freude. Sie können wirklich vom ersten bis zum letzten Schritt dabei sein und lernen somit auch viel», erklärt Jeannine Hangartner. Dieses Projekt «Artists in Residence an Schulen» ist Teil einer Serie von Projekten, die seit 2012 im Kanton Aargau an verschiedenen Schulen mit verschiedenen Künstlern durchgeführt wird.

«Ich habe die Idee in England an einer Weiterbildung aufgeschnappt», erinnert sich Jeannine Hangartner. «Ein Besuch in einem Kunstmuseum oder ähnlichen Einrichtungen, kann den Schülern nicht in derselben Tiefe vermitteln, welche Prozesse hinter der Kunst stehen.» Also brachte sie die Idee mit in die Schweiz und die Fachstelle für Kulturvermittlung des Kantons Aargau nahm sie in das Programm «Kultur macht Schule» auf.

Künstlerin aus Kolumbien
Die Künstlerin Viviana González Méndez kommt ursprünglich aus Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Momentan macht sie gerade ihr Doktorat in Kunstwissenschaft und denkt durch die Arbeit mit den Kindern viel über die eigene Kunstpraxis nach. «Ich finde es wunderbar mit den Kindern zu arbeiten und ihnen die Kunst näher zu bringen. Ausserdem kann ich so nebenbei gute Erfahrungen für mein Doktorat machen und Verschiedenes mit motivierten Kindern ausprobieren», freut sich Viviana González Méndez über diese Möglichkeit. Auf die Idee dieses Kunstprojektes ist Viviana González Méndez gekommen, als ihr auffiel, dass die Strassen in der Schweiz viel sauberer sind, als die, ihres Heimatortes. «In Kolumbien konnte ich bei Spaziergängen auf den Strassen immer diverse Dinge sammeln, mitnehmen und so die Umgebung kennenlernen. Hier in der Schweiz ist es anders, die Strassen sind immer sauber und es liegt nichts herum. So muss man andere Wege einschlagen, um die Landschaft zu entdecken. Also habe ich mir ein ‹Spiel› überlegt, bei welchem man künstlerisch aktiv wird und die Umgebung besser kennenlernt und versuche dieses an der Schule anzuwenden», erzählt die Künstlerin.

In der ersten Woche hatte die Künstlerin eine etwa vier auf zwei Meter grosse Karte erstellt. «Die Karte ist komplett aus alten Stoffresten gemacht und stellt die Schule und die Umgebung dar», erklärt Jeannine Hangartner. «Mit einem Würfel haben wir dann entschieden, wohin es geht und haben so durch Zufall die Umgebung kennengelernt. Aber nicht auf normale Weise, sondern immer auf eine etwas andere Art. Zum Beispiel durch Hören, oder Spüren oder Fotografieren und andere Möglichkeiten, die für Abwechslung gesorgt haben», ergänzt die Künstlerin. Heute sind die kleinen Künstlerinnen und Künstler bereits soweit, dass sie sich Gedanken machen, wo sie ihre Bilder für die Vernissage am 27. November aufhängen sollen. Top engagiert helfen sie mit.

«Das Projekt hat sich über all die Jahre hin bewährt und es macht den Schülerinnen und Schülern grossen Spass, wenn sie gemeinsam etwas künstlerisches schaffen können. Ebenso ist es auch für die Künstler selber immer ein spannendes und lehrreiches Erlebnis und findet bei vielen Gefallen», freut sich Jeannine Hangartner.

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