Ein ganz schlauer Vogel

Do, 03. Okt. 2019
Einer von den drei einzigen Kea Jungvögeln in der Schweiz. Foto: Miriam Häusler

Vögel, die Schlösser öffnen können

Ein Vogeljunges mit viel Grips und enormer Energie wurde Mitte Mai dieses Jahres, als eines von den drei schweizweit einzigen dieser Art, im Vogelpark Ambigua in Zeihen geboren.

Miriam Häusler

Im Vogelpark Ambigua gibt es viel zu sehen. Grosse und kleine Exoten in schönster Farbenpracht geben sich hier ein Stelldichein. Seit Mitte Mai ist auch ein Kea Junges mit von der Partie. Diese Rasse kann etwa 40 bis 45 Jahre alt werden. Kea Vögel sind nachtaktiv und können extrem laut schreien. Hauptsächlich leben sie in Neuseeland. Sie mögen es nicht gerne warm, darum findet man sie in 1500 bis 2000 Metern Höhe. «Keas sind die intelligentesten Vögel, die es gibt», erklärt Rolf Lanz, der Besitzer des Vogelparks. Trotz seiner Begeisterung weiss er aber auch, wie zerstörungswütig diese Vögel sind. «Sie können grosse Verwüstungen anrichten. Wenn man in ihren Wohngebieten Ferien macht, dann muss man das Auto oder Wohnmobil gut schützen, sonst nehmen sie es auseinander. Es ist gut möglich, dass sie die Autoreifen aufpicken oder Scheibenwischer, Lampen oder Blinker abmontieren. Uns ist einmal ein Kea im Park ausgebüchst und er hat alles auf den Kopf gestellt. Schon nach kurzer Zeit war unser Lager komplett verwüstet», erinnert er sich mit einem schiefen Grinsen.

Schlaue Tiere
Wenn man möchte, könne man einem Kea aber auch vieles beibringen, da sie eine gute Auffassungsgabe haben. «Wenn man zum Beispiel eine Türe mit einer Kette und Karabinerhaken verschliesst, dann braucht es nur wenige Tage, bis er die Türe öffnen kann. Er beobachtet den Vorgang jedes Mal, merkt ihn sich und macht dann genau das gleiche. Einen Schlüssel zu drehen, oder versteckte Sachen zu suchen, stellt für ihn gar kein Problem dar.» Aufgrund dieser Fähigkeiten sei es sehr wichtig, die Keas gut zu beschäftigen, damit ihnen nicht langweilig wird.

Man muss ihnen Sorge tragen
«Freilebende Keas gibt es nicht mehr sehr viele. Es ist noch nicht beängstigend, aber man muss dieser Rasse jetzt Sorge tragen, sonst gibt es bald keine mehr», sagt Rolf Lanz. In der Schweiz gäbe es nur noch sehr wenige Halter von Keas. «Unser Kea ist in diesem Jahr einer von den drei einzigen Kea Jungvögeln in der Schweiz. Wir stehen momentan in Verhandlung mit dem Zoo Basel, welcher zwei Hähne hat. Vielleicht können wir mit ihnen eine Zuchtgemeinschaft machen», erklärt Rolf Lanz.

Der Vogelpark Ambigua hatte bisher nicht nur ein gutes Jahr, was die Besucherzahlen angeht, sondern auch beim Artenschutz. «Wir waren erfolgreich bei Nachzuchten im Artenschutz», freut sich Rolf Lanz. «Von über 400 Vögeln und rund 70 Arten, züchten wir nur 12 Arten. Alles Arten, bei welchen wir mithelfen, den Bestand zu erhalten. Wir unterstützen das sehr und sind auch Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes.»

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