Sie wollen nur das Beste für ihre Kinder

Di, 13. Aug. 2019
Frau Müller (Mitte, Daria Würz) ist im Kreuzfeuer der Kritik. Die Eltern (von links, Martina Isenegger, Paul-David Becker, Benjamin Zingg, Christine Walser und Karin Erni) wollen sie absetzen. Welche Rolle der Abwart Reiner Saubermann (rechts, Daniel Zingg) dabei wohl spielt? Foto: Janine Tschopp

Lehrertheater Möhlin spielt die Komödie «Frau Müller muss weg»

Fünf Eltern tun sich zusammen mit dem Ziel, die erfahrene Lehrerin Sabine Müller loszuwerden. Aus einer vermeintlich kurzen Angelegenheit wird eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Janine Tschopp

«Frau Müller muss weg. Können wir uns darauf einigen?», will die Elternsprecherin Jessica Höfel (Christine Walser) von den anderen Eltern wissen. Der Beschluss steht fest: Die Kinder der Klasse 6B stehen an einem entscheidenden Punkt ihrer schulischen Laufbahn, denn in drei Monaten folgt der Übertritt in die Oberstufe. Es scheint viele Probleme zu geben. Das Klima an der Schule sei schlecht, und die Kinder hätten zu viele Hausaufgaben.

Die Eltern sind sich einig, dass die Lehrerin Sabine Müller (Daria Würz) unfähig und schuld an der ganzen Misere ist. Die erfahrene Lehrerin abzuservieren wird dann schliesslich doch nicht so einfach. Und irgendwann wird es klar, dass es nicht mehr nur um die Kleinen, für welche die Eltern nur das Beste wollen, geht, sondern um die Grossen selbst.

Zum Nachdenken anregen
«Es ist ein Thema, das zum Nachdenken anregt», findet die Regisseurin Delia C. Keller. Das Stück sei unterhaltsam und witzig, und man erkenne sich in den einzelnen Figuren oft selber. Sie, die bisher eher im abstrakten, performativen Theater und in der Theaterpädagogik zu Hause war, hat mit dem Lehrertheater Möhlin spezielle Inszenierungsideen umgesetzt. So verändern die Schauspieler und Schauspielerinnen während der einzelnen Szenen immer wieder das Bühnenbild, indem sie speziell angefertigte Holzwürfel verschieben und anders anordnen.

«Eine tolle Zusammenarbeit»
«Es ist eine tolle Zusammenarbeit», schwärmt Delia C. Keller. Die Schauspielerinnen und Schauspieler hätten sich aufgrund ihrer Ideen auf viel Neues einlassen müssen. Es sei für sie als Regisseurin unglaublich lehrreich und sie habe ein Riesenglück, mit einem so tollen Ensemble, das auf hohem Niveau spielt, zusammenzuarbeiten.

Dass ein Grossteil des Ensembles im «richtigen Leben» den Lehrerberuf ausübt und sich bei «Frau Müller muss weg» mit dem Lehrer-, Eltern- und Kindsein befasst, habe das Stück stark beeinflusst, findet Delia C. Keller. «Sie wissen, was es bedeutet und kennen die Realität.»


Seit 61 Jahren

Seit 61 Jahren bringt das Lehrertheater Möhlin jedes Jahr ein Stück zur Aufführung. Die Premiere der diesjährigen Produktion «Frau Müller muss weg» (nach Lutz Hübner) geht am 21 August, um 20.15 Uhr im Bata-Clubhaus in Möhlin über die Bühne. Anschliessend wird das Stück jeweils mittwochs, freitags und samstags, um 20.15 Uhr gespielt. Am Sonntag, 8. September, gibt es zudem eine Vorführung um 16.15 Uhr. Die Derniere wird am 14. September gezeigt.

Tickets sind bei der Papeterie Isenegger oder online unter lehrertheater.ch erhältlich. Die Abendkasse öffnet jeweils um 19.30 Uhr. (jtz)

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