Schule Densbüren integriert Kinder mit kognitiver Beeinträchtigung

Di, 13. Aug. 2019
Gestern wurde der Schulbeginn gefeiert. Die kooperative Schulklasse soll zur Integration von Menschen mit Behinderungen beitragen. Foto: Bernadette Zaniolo

Am Montag war im Aargau Schulanfang. In Densbüren war er ganz besonders. Nach dem Motto «verschieden sein, das ist normal» besuchen dort ab diesem Schuljahr auch fünf Kinder mit kognitiver Beeinträchtigung den Unterricht.

Bernadette Zaniolo

Das Modell der kooperativen Klassen, welches die Stiftung Schürmatt bereits seit vielen Jahren in Kindergärten an drei Standorten umsetzt, wird nun auch in der Schule eingeführt. Im Modell der kooperativen Schule arbeiten die Lehrpersonen der Regelklasse und der heilpädagogischen Klasse eng zusammen. Das ist im Aargau eine Premiere. Sichtlich stolz zeigten sich denn am Montag auch die Vertreter der Behörden von Densbüren, der Schule, des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) sowie von der Stiftung Schürmatt. Deren Direktor, Werner Sprenger, ist sich sicher: «Die kooperative Schulklasse trägt viel zur Integration von Menschen mit Behinderungen bei und ist zugleich ein Gewinn für alle.»

«Ein Modell, das Zukunft hat»
Der für die Schule Densbüren zuständige Gemeinderat, Robert Wernli, sprach von einem wichtigen Tag. Während andernorts Mauern gebaut würden, sei die Schule Densbüren Sinnbild für den Brückenbau. Christine Blum, Leiterin Geschäftsbereich Schule und Therapie der Stiftung Schürmatt, freut sich, dass der Grundsatz «verschieden sein, das ist normal» hier umgesetzt werden kann. So können alle Schüler gleich gefördert werden. Edith Suter, Präsidentin der Schulpflege Densbüren, ist überzeugt, dass es «ein Modell ist, das Zukunft hat.» Sie freut sich «mega», dass Densbüren zu den ersten Schulen gehört, an der dies praktiziert wird.

Für Martin Imhof, Leiter Aufsicht Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten (SHW) beim BKS, ist klar, dass dieses Modell mehr bewege als nur die Schule. Er freute sich, dass es gelungen ist, die verschiedenen Akteure zusammenzubringen und bezeichnete es als ein innovatives Projekt.

Mit dem Lied «Eusi Schuel, die isch di Bescht…» zeigten die Schüler, dass die ersten Schritte der Integration gelungen sind. Robert Wernli gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass viele neue Freundschaften entstehen werden. Als Überraschung überreichte Schulleiterin Doris Graf allen Erstklässlern (sechs von der Regelschule und vier von der heilpädagogischen Klasse) eine kleine Plüschfigur namens «Bill».

Die Schule Densbüren
An der Schule Densbüren werden ab diesem Schuljahr 14 Kindergärtler sowie zirka 40 Schüler (je 20 in der Unter- und Mittelstufe) und fünf Kinder mit einer kognitiven Beeinträchtigung unterrichtet. Gemäss Doris Graf erfolge die enge Zusammenarbeit zwischen den Schülern der heilpädagogischen Klasse (von Michaela Schrag) und der Regelklasse (1. bis 3. Klasse) vor allem in Mathe, Realien, beim Turnen und Schwimmen. Zudem gebe es für alle Schüler eine gemeinsame Musikstunde. Selbstverständlich würden auch Räebeliechtliumzug, Adventsfenster und der Sporttag (voraussichtlich am 5. September) gemeinsam erfolgen.

Eine Win-Win-Situation ist auch der Mittagstisch in Densbüren. Das Angebot besteht am Montag und Donnerstag und, wie Graf gegenüber der NFZ sagte, sei dieses «ziemlich» ausgebucht. Am Dienstag und Freitag wäre dies auch möglich, aber zurzeit habe es dafür zu wenige Kinder.

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