Pfaffenviertel? Pfaffenviertel!

Sa, 13. Jul. 2019

Es ist was los im «Pfaffenviertel»

Nach der langen Bauzeit planen die Bewohner ein Fest

Die vergangenen Jahre waren nicht einfach für die Bewohner des Rheinfelder Pfaffenviertels. Langwierige Bauarbeiten haben zu einigen Unannehmlichkeiten geführt. Das ist jetzt vorbei. Ein grosses Fest am 7. und 8. September soll zur Neubelebung beitragen.

Valentin Zumsteg

Pfaffenviertel? Dieser Name ist auf keiner Rheinfelder Stadtkarte verzeichnet. Doch das Viertel gibt es – und schon sehr lange. Es umfasst nach dem Verständnis der Bewohner das Gebiet rund um die Kapuzinergasse, Wassergasse, Jagdgasse und Kirchgasse. Und in ebendiesen Gassen ist in den vergangenen Jahren – unter anderem wegen des Wärmeverbund-Projekts der AEW – viel gebaut worden. Das sorgte für die Bewohner für Störungen und Unannehmlichkeiten.

«Mit Leben füllen»
Die Arbeiten sind jetzt weitgehend abgeschlossen, die Strassen saniert. Das Viertel erstrahlt in neuem Glanz. «Auch die privaten Hausbesitzer haben in ihre Liegenschaften investiert. Das Quartier präsentiert sich optisch schön. Jetzt muss es mit Leben gefüllt werden», erklärt Ruedi Berner, der fast sein ganzes Leben in diesem Quartier gewohnt hat. Während der Bauzeit sei die Frequenz der Besucher und Kunden spürbar zurückgegangen. Zusammen mit anderen engagierten Leuten des Viertels stellt Berner nun ein Quartierfest auf die Beine, das Besucher aus ganz Rheinfelden und der Region anlocken soll. «Wir wollen die Nachbarschaft zusammenbringen und allen unser Quartier zeigen. Das Viertel soll damit gestärkt werden», sagt Berner. Weil ein gutes Fest einen Namen braucht, haben die Organisatoren nach einer zündenden Idee gesucht, wie Manuela Tschudin schildert. Sie kamen schliesslich auf «Kopfsteingassenfest im Pfaffenviertel». «Der Name soll ein Schmunzeln auslösen», erklärt Hans Nassi.

Der Name hat aber natürlich einen historischen Bezug. Denn hier befanden sich früher ein Kloster und die Häuser der Chorherren; auch die Stadtkirche St. Martin und die Kapuzinerkirche, die heute keine Kirche mehr ist, gehören zum Quartier. «Ich kann mir vorstellen, dass der Volksmund in früheren Zeiten tatsächlich vom Pfaffenviertel sprach», so Berner.

Lebensraum und Kulturschauplatz
Auch in den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Quartier ständig verändert. Ruedi Berner erinnert sich daran, wie es hier früher eine Papeterie, eine Bäckerei, einen Milchladen, die Kantonalbank, eine Zahnradwerkstatt, eine Wäscherei und den Allgemeinen Consumverein (Vorgänger von Coop) gab. Heute sieht es anders aus: «Das Pfaffenviertel ist nicht nur eine sehenswerte historische Kulisse, sondern Lebensraum, Kulturschauplatz und Wirkungsgebiet zahlreicher Künstler», so Berner. Es gibt aber immer noch einige Betriebe, zum Beispiel die Confiserie von Ruedi Berner oder das Fotostudio von Claus Pfisterer, der ebenfalls zu den Mitorganisatoren gehört.

Das Kopfsteingassenfest, das am 7. und 8. September durchgeführt wird, soll so vielfältig wie das Viertel werden. Gemütliche Beizlis, Konzerte, Ausstellungen, Workshops und Führungen sollen unter anderem dazu gehören. Für die Organisatoren ist klar: «Alle sind eingeladen, diese neu gestalteten Gassen zu beleben und zu entdecken.»

www.kopfsteingassenfest.ch

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