Die Klimadebatte macht Ferien

Di, 09. Jul. 2019
In den Sommerferien darf es gerne ein bisschen Meer sein. Fotomontage: NFZ

Übern See oder doch lieber Übersee?

Obschon das Thema Klimawandel die Gesellschaft wie eine Welle erfasst hat, lassen sich viele die Flugreise ans Meer nicht nehmen.

Ronny Wittenwiler

Pünktlich zur Ferienzeit packen die Fricktaler ihre sieben Sachen und verreisen. Und da darf es gerne auch mal ein bisschen Meer sein. «Wir erhalten bezüglich Badeferien gerade jetzt wieder auch kurzfristige Anfragen», sagt Linda Robel vom Unternehmen Knecht Reisen, das in Frick und Rheinfelden jeweils eine Filiale betreibt. Griechenland, etwa Kos und Kreta, stünden diesen Sommer weit oben auf der Wunschliste. Auch zieht es Erholungsuchende ans Rote Meer oder tendenziell wieder stärker in die Türkei. Die Nachfrage für Spanien dagegen, zuletzt äusserst beliebt, lasse eher wieder etwas nach. «Warum, das lässt sich gar nicht so einfach sagen», erklärt Robel. Doch eines zeige sich ganz klar: «Die Reisebüros bekommen die Debatte um den Klimaschutz nicht so stark zu spüren, wie sie in den Medien derzeit behandelt wird.» Und es wird gemäss Robel weiter geflogen. «Wir erhalten bereits viele Buchungsanfragen für 2020 für Fernstrecken wie die USA, Kanada, Australien, Neuseeland oder Afrika.»

Umsteigen
Gisela Baumgartner, die in Magden ihr Reisebüro Mikado Touristik betreibt, bestätigt diese Beobachtung. «Bei Ferien wird grundsätzlich nicht aufs Fliegen verzichtet.» Die USA und das Mittelmeer gehören zu den Reisezielen diesen Sommer, für die sich ihre Klientel stark interessiert. Eines aber hat sie festgestellt bei eingegangenen Buchungen von Schulklassen aus der Umgebung: «Es ist tatsächlich so, dass viele Schulklassen dieses Jahr für ihre Abschlussreise auf den Zug oder Bus umgestiegen sind. Zum Teil haben Schulen auch ein Flugverbot ausgesprochen.»

Mit dem Baby auf die Malediven
Übers Ganze gesehen aber hat in den vergangenen Jahren eine Verlagerung stattgefunden. Noch vor zehn Jahren habe sie definitiv mehr Ferienreisen im Sommer verkauft als heute, sagt Baumgartner. «Heute wird vermehrt für den Herbst gebucht. Andere, Familien ohne Kinder etwa, verreisen über die Weihnachtstage. Auch Buchungen anfangs Jahr laufen gut.» Auffallend im Gegensatz zu früher ist für Baumgartner vor allem, dass selbst für die Kleinsten kein Weg zu weit scheint. «Heute verreisen Familien selbst mit Kleinkindern in die USA, Kanada oder auf die Malediven. So etwas gab es früher nicht.»

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