«Ich bin einfach nur sauer!»

Fr, 10. Mai. 2019

Die Sammelaktion für den «Löwe» ist gescheitert

Wenn kein Wunder passiert, ist die Fahrgastschifffahrt in Laufenburg dem Untergang geweiht – sagt Kapitän Holger Grosse, der mit seiner Sammelaktion für den Kauf des «Löwe von Laufenburg» gescheitert ist.

Simone Rufli

250 000 Euro hätte Holger Grosse gebraucht, um das Fahrgastschiff «Löwe von Laufenburg» vom jetzigen Besitzer Jürgen Schroff zu kaufen. Kapitän Schroff will endlich in Pension gehen. Kapitän Grosse wollte den Anker auf dem Mittelrhein bei der Loreley lichten und möglichst bald auf dem Hochrhein in Laufenburg seine Pläne verwirklichen (die NFZ berichtete). Daraus wird nun nichts. Am 17. April fiel der Startschuss für eine Crowdfunding-Aktion im Internet, am 31. Mai geht sie zu Ende. 1430 Euro – verteilt auf sieben Unterstützer – sind bis am Mittwochabend zugesichert worden. Das Vorhaben ist bei Halbzeit gescheitert – und Holger Grosse ist alles andere als erfreut.

NFZ: Vor dem Start der Sammelaktion auf der Crowdfunding-Plattform Startnext haben Sie gesagt: «Ob das Vorhaben gelingt, entscheidet sich in den ersten Tagen». Nun ist Halbzeit – und es läuft schlecht.
Holger Grosse:
Wir haben schon nach dem zweiten Tag nicht mehr damit gerechnet, dass die Aktion Erfolg hat.

Ich nehme an, Sie sind enttäuscht über den bisherigen Verlauf.
Enttäuscht ist kein Ausdruck! Ich bin einfach nur sauer! Erst haben alle geheult, weil keiner da ist, der was machen will. Dann ist einer da und der wird noch mehr als hängengelassen. Tut uns leid, dann müssen die Laufenburger sehen, wie sie es in Zukunft machen wollen. Das wäre jetzt für alle nochmal eine günstige Chance gewesen. Wenn Herr Schroff sein Schiff verkauft – wohin auch immer – wird es schwierig und teuer, etwas Neues anzuschaffen. Und dann haben sie immer noch niemanden – zumindest im Moment – der die Voraussetzungen mitbringt, das Schiff zu führen und zu bewirtschaften.

Haben Sie die Situation in den beiden Laufenburg falsch eingeschätzt?
Nein, haben wir nicht. Die Strecke hat ja Potential. Es muss nur von dem Richtigen ausgeschöpft werden, am besten mit allen Beteiligten. Aber nicht mit diesem Rückhalt.

Sehen Sie noch einen anderen Weg, um an das nötige Kapital zu kommen?
Nein. Eine Pacht oder ähnliches kommt für uns nicht in Frage. Dafür würden wir nicht nach Laufenburg kommen. Schliesslich müssten wir ja dann hier am Mittelrhein alles aufgeben. Auch für Herrn Schroff macht verpachten keinen Sinn, da sind wir uns einig. Wir wollen nicht im Wege stehen, wenn dann doch ein potenzieller Käufer kommt.

Haben Sie nochmals mit der Stadt Laufenburg Kontakt aufgenommen?
Die Schweizer Seite hat uns den Vorschlag gemacht, zu pachten, aber wie gesagt, dafür kommen wir nicht nach Laufenburg. Aber es gibt ja einen Arbeitskreis, was die Fahrgastschifffahrt in Laufenburg angeht, denen wird schon was einfallen. Aber wir sind raus. – Ausser es geschieht noch ein Wunder.

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