«Der Wald hat grosse Probleme»

Di, 14. Mai. 2019

Klimawandel, Schädlinge sowie Probleme auf dem Holzmarkt: Die Förster sorgen sich um den Wald. Das kam an der Generalversammlung des Aargauischen Försterverbandes deutlich zum Ausdruck.

«Frühlingsbilder in allen Grüntönen suggerieren, dass es dem Wald gut geht», stellte Oliver Frey, der Präsident des Aargauischen Försterverbandes, an der Generalversammlung fest. «Wer aber mit offenen Augen durch den Wald geht, dem präsentiert sich ein anderes Bild. An Fichten, die vom Borkenkäfer befallen sind, haben wir uns zwar schon gewöhnt. Aber dass der Befall dieses Jahr so früh einsetzt, lässt ein ungutes Gefühl aufkommen. Zudem zeigen absterbende Weisstannen, Buchen und Eschen, dass Schäden auf uns zukommen, wie sie noch nie aufgetreten sind. Dazu kommt, dass sich das Holz, wegen der enormen Schadholzmengen in Mitteleuropa, kaum mehr verkaufen lässt.»

Ob man den Klimawandel wahrhaben wolle oder nicht – der Wald habe grosse Probleme, betonte Oliver Frey. «Es geht nicht darum, auf die Tränendrüsen zu drücken, sondern der Meinung entgegenzutreten, dass es dem Wald gut geht.» Es sei frustrierend, dass die Probleme des Waldes in der Bevölkerung nicht wahrgenommen würden, stellte er fest und erinnerte dabei an die Initiative «Ja! Für Euse Wald», die letztes Jahr in der Volksabstimmung abgewiesen worden war.

«Grosse Herausforderungen»
«Inhaltlich bestehen keine Differenzen», entgegnete Regierungsrat Stephan Attiger zum Wink auf die Initiative. «Differenzen bestehen in der Frage, wer die Abgeltung der Leistungen des Waldes zu tragen hat. Diese Diskussion ist noch nicht zu Ende.»

Nach den Stürmen und der Trockenheit sei die Ausgangslage für den Wald schwierig, stellte auch Stephan Attiger fest. «Wir gehen davon aus, dass sich die Situation weiter verschärfen wird – auch beim Holzmarkt.» Der Kanton könne partiell helfen, so durch den Beitrag an die Verwertung von Käferholz oder durch die Erhöhung der Revierbeiträge. Als wichtiges Ziel bezeichnete er die Naturschutzprogramme. Es sei klar, dass nach Auslaufen des Kredites Ende dieses Jahres eine weitere Etappe für die Jahre 2020 bis 2015 folgen müsse.

Förster wollen mehr Gehör
«Es wird ein schwieriges Jahr – die Herausforderungen sind immens», betonte Regierungsrat Attiger und dankte den Förstern für die konstruktive Zusammenarbeit. Zur Sprache kam an der Generalversammlung des Försterverbandes – nicht unerwartet – auch die Initiative «Ja! Für euse Wald». «Unsere Stimme muss gehört werden», forderte Oliver Frey. Und Urs Gsell, der Präsident des seinerzeitigen Initiativkomitees stellte fest: «Wir hatten ein grosses Ziel, sind jedoch gescheitert. Wir schauen aber in die Zukunft. Die einzige Enttäuschung war, dass man uns nicht ernst genommen, sondern ignoriert hat.»

Offene Lehrstellen
Wie Micha Plüss, als Nachfolger von Felix Binder Lehrlingsverantwortlicher im Försterverband, erklärte, stehen gegenwärtig 74 Lernende, darunter drei Frauen, in der Ausbildung zum Forstwart. Im August werden 23 Auszubildende die Lehre antreten, was dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Sechs Lehrstellen sind noch nicht besetzt. Festzustellen, so Micha Plüss, sei der steigende Anteil von Berufsmittelschülern bei den Forstwart-Lehrlingen.

Die Versammlung ernannte Felix Binder (Tegerfelden) und Richard Plüss (Lupfig) zu Ehrenmitgliedern. Beide haben sich vor allem für ihr grosses Engagement für die Berufsbildung Verdienste erworben. Felix Binder war viele Jahre Verantwortlicher für das Lehrlingswesen; Richard Plüss während 29 Jahren Berufskundelehrer für Forstwarte. (mgt)

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