Wem ein Licht aufgeht

Do, 14. Feb. 2019

Rund 220 Oberstufenschüler machen aus der Turnhalle im Engerfeld ein Forschungslabor, und am Ende funktioniert die Notfalltaschenlampe Marke Eigenbau. Der Erfindertag soll naturwissenschaftliche Berufsfelder möglichst attraktiv ins Scheinwerferlicht setzen.

Ronny Wittenwiler

Forschen, Fehler machen, Neues versuchen. Und, wenn‘s ganz gut kommt: Heureka! Zum dritten Mal führte die Kreisschule Unteres Fricktal ihren Erfindertag durch; eine Veranstaltung, die den Blick auf die sogenannten Mint-Fächer eröffnen sollte. Die Abkürzung «Mint» steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Verborgene Talente
Der Erfindertag ist eine Kooperation der Kreisschule mit dem Schullabor «Experio» von Roche und dem gemeinnützigen Verein «Explore-it». Ein Klick dort auf der Webseite lässt den geneigten Leser Folgendes in Erfahrung bringen: «Obwohl Technik unseren Alltag entscheidend beeinflusst und dies in Zukunft wahrscheinlich noch in viel grösserem Ausmass tun wird, sind Technik und Naturwissenschaften vernachlässigte Themen in der Volksschule.» Als sich dann am Dienstagmorgen die rund 220 Siebtklässler an die Arbeit machen, sagt KUF-Schulleiter Beat Petermann zur NFZ: «Im Wissen, dass Mint-Berufe in der Schweiz lange ein Schattendasein fristeten, ist es unsere Intention, dass mit einem solchen Forschertag der eine oder andere Schüler sein Talent für diesen Bereich entdecken kann.» Just daran bekundet auch der beteiligte Pharmariese Interesse. Zwar habe man offene Lehrstellen bislang immer besetzen können, sagt Serge Corpataux, Leiter Nachwuchsförderung Roche Berufe. «Wir merken aber, dass es anspruchsvoller geworden ist, qualifizierte Schulabgänger für unsere Lehrstellen zu gewinnen. Diese Tatsache gehen wir proaktiv an.»

Entscheidungshilfe für später
Einmal Laborluft schnuppern, statt die Schulbank drücken: Unterstützt von den Elektroinstallateur-Lehrlingen des Berufsbildungszentrums bauten die Oberstufenschüler so an ihrem eigenen kleinen Kraftwerk, das ein Radio zum Laufen oder wahlweise eine Taschenlampe zum Leuchten brachte. «Wir wünschen euch Freude am Experimentieren», sagte Silvan Hof, Leiter der Bezirksschule Rheinfelden, noch bevor aus der Turnhalle ein Ad-hoc-Forschungszentrum wurde. Und er schob, an sämtliche Schülerinnen und Schüler gerichtet, nach: «Wir hoffen, dass ihr an diesem Tag nicht nur Freude habt, weil es keinen Unterricht gibt – sondern, weil ihr viele neue Erfahrungen sammeln könnt.» Nicht alle werden später einen technisch-naturwissenschaftlichen Weg einschlagen. Serge Corpataux formuliert es so: «Dieser Tag kann aber helfen, einen späteren Entscheid in der Berufswahl bewusst zu fördern.»

Und so hatte die funktionierende Taschenlampe am Ende des Tages etwas Symbolhaftes: Vielleicht ging dem einen oder anderen ein Licht auf – nämlich, ob eine Zukunft im Mint-Bereich infrage kommt. Oder nicht.

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